09.01.2023
  • Einsatz

Beziehungsstreit führt zu landkreisübergreifender Vermisstensuche

Großaufgebot am Neujahrstag gefordert – Mann nach Streit spurlos verschwunden

Übersee, Feldwies, Bernau. Am 1.1. wurden gegen 18:10 Uhr zahlreiche Helfer der Feuerwehren sowie von Polizei, Wasserrettungseinheiten und der Bergwacht an die Autobahnrastanlage Chiemsee gerufen. Dort war es nach derzeitigen Erkenntnissen wenige hundert Meter vor dem Rastplatz auf der Autobahn zu einem Beziehungsstreit zwischen einer Frau und einem Mann gekommen, bei dem der Mann zunächst auf das Fahrzeug eingeschlagen und im Anschluss über die angrenzende Böschung in Richtung Chiemsee die Flucht ergriffen hatte. Nach mehr als zwei Stunden Suche konnte die Person wohlauf in Bad Endorf ausfindig gemacht werden.


Zunächst erfolgte eine Alarmierung der Feuerwehr Übersee und die Wasserrettungseinheiten durch die Polizei, da man nicht ausschließen konnte, dass der Mann bei seinem Sprung über die Autobahnböschung in den Chiemsee gestürzt war. Nachdem auf dem nahegelegenen Parkplatz die Einsatzleitung aufgebaut wurde, begannen die Rettungskräfte mit der Suche entlang des Chiemsee Ufers. Durch Fuß Trupps und ausgerüstet mit Taschenlampen und Wärmebildkameras suchten sie nach der verschwundenen Person. Die Wasserrettungseinheiten konzentrierten sich indes auf die Suche mit Booten auf dem Chiemsee. Gleichzeitig wurde der Verkehrsabsicherungsanhänger aus Übersee am Standstreifen der Autobahn in Stellung gebracht, einerseits um die Verkehrsteilnehmer zu warnen und andererseits, um die Einsatzkräfte zu schützen.


Im weiteren Einsatzverlauf wurde die Suche auf weitere Gemeindebereiche in Richtung des Landkreises Rosenheim ausgedehnt und die Bergwacht Chiemgau mit einer Drohne angefordert. Auf Grund der Vielzahl von eingesetzten Kräften sowie der landkreisübergreifenden Einsatzstelle übernahm Kreisbrandinspektor Georg König die Gesamteinsatzleitung aller nichtpolizeilichen Einheiten. Die Polizei war unter anderem mit einem Hundeführer, einem Hubschrauber sowie mehreren Streifenbesatzungen im Einsatz. Zur medizinischen Absicherung und Betreuung der am Streit beteiligten Frau war ein Notarzt sowie ein Rettungswagen des Bayerischen Roten Kreuzes vor Ort. Außerdem wurde das Kriseninterventionsteam des Malteser Hilfsdienstes aus Traunstein angefordert.


Auf einer Länge von mehr als vier Kilometern suchen die Trupps der Feuerwehren Übersee und Bernau die Strecke entlang der Autobahn ab. Seitens der Kreisbrandinspektion des Landkreises Rosenheim war Kreisbrandmeister Stefan Pfliegl vor Ort, um die Einsatzmaßnahmen zu unterstützen. Auf dem Wasser kamen Feuerwehrboote aus Prien, Bernau und Übersee zum Einsatz. Darüber hinaus unterstützten die Wasserwachten aus Bernau, Prien und Übersee sowie die Mitglieder der DLRG aus Traunstein-Siegsdorf und die Bergwacht Chiemgau die Suchaktion. Außerdem war die Autobahnmeisterei vor Ort unterstütze insbesondere bei den verkehrsabsichernden Maßnahmen.


Gegen 20:15 Uhr konnte über die Frau der telefonische Kontakt zur vermissten Person hergestellt werden. Der Mann war nach Polizeiangaben wohl auf und wurde in Bad Endorf ausfindig gemacht. Gegen 20:30 Uhr wurden alle Einheiten nach einer kurzen Nachbesprechung aus dem Einsatz entlassen und konnten abrücken. Insgesamt waren rund 100 Einsatzkräfte in die Suchaktion eingebunden. Kreisbrandinspektor Georg König zieht ein positives Fazit, „ich bin froh darüber, dass dem Mann nichts zugestoßen ist und bin wieder einmal begeistert von der professionellen Zusammenarbeit aller Beteiligten, auch wenn eine Einsatzstelle vor Gemeinde- oder Landkreisgrenzen nicht Halt macht“. Hob

Text
Hubert Hobmaier
Kreisfeuerwehrverband Traunstein

Bilder
Feuerwehr Übersee
Stefan Pfliegl, Kreisfeuerwehrverband Rosenheim