13.03.2026
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Die Feuerwehr Törring blickt auf ein bewegtes Jahr zurück

Neuwahlen brachten Veränderungen – „Explosion Haus“ schwerster Einsatz

Über eine gut besuchte Versammlung durften sich die Verantwortlichen des Feuerwehrvereins und der aktiven Einsatzmannschaft in Törring freuen. Neben den Rückblicken standen auch Ehrungen und Neuwahlen auf der Tagesordnung, die in der Vereinsführung einige Änderungen mit sich bringen. Eine lebhafte Debatte über das neue Feuerwehrfahrzeug beziehungsweise dessen Stellplatz entbrannte am Ende der Versammlung.


In der Feuerwehr Törring leisten aktuell 74 aktive Einsatzkräfte Dienst. „Besonders stolz sind wir auf unsere 18 Frauen“, so Kommandant Wolfgang Eder in seinen Ausführungen. Acht Nachwuchskräfte sind in der Jugendfeuerwehr aktiv. Einsatztechnisch waren die Floriansjünger unter anderem bei einem Brandeinsatz an einer PV-Anlage gefordert, mussten aber auch witterungsbedingte Schäden beseitigen oder zu einem Verkehrsunfall ausrücken. „Der herausforderndste Einsatz war sicherlich die Explosion in einem Wohnhaus bei Tengling“, betonte der Kommandant. Insgesamt rückte die Feuerwehr im vergangenen Jahr achtmal aus.


Aktive besichtigten verschiedene Varianten von Löschfahrzeugen
Neben dem Einsatzdienst können die Aktiven auf ein sehr reges Jahr zurückblicken. Zu den Höhepunkten zählte die Einladung zur Besichtigung des Bayerischen Landtags, bei der auch ein Austausch mit Konrad Baur als Stimmkreisabgeordnetem möglich war. Die Ersatzbeschaffung für das bestehende Löschgruppenfahrzeug zog ebenfalls zahlreiche Termine nach sich. Mehrere Fahrzeughersteller präsentierten vor Ort ihre Konzepte. Darüber hinaus besichtigten die Aktiven ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug in Fridolfing.


Zudem informierten sie sich über die Möglichkeiten moderner, akkubetriebener Rettungs- und Beleuchtungstechnik und verschafften sich einen Überblick über das Angebot an Wärmebildkameras. Aufgrund der Fahrzeugbeschaffung sind auch Umbaumaßnahmen am Gerätehaus erforderlich. Hierzu fand gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Bratzdrum und Kreisbrandrat Christof Grundner ein Vor-Ort-Termin statt, bei dem verschiedene Optionen diskutiert wurden.


Mit einem „Festabend im kleinen Rahmen“ feierte die Törringer Frauenlöschgruppe ihr 25-jähriges Bestehen. Darüber hinaus wurden zahlreiche Übungen abgehalten, bei denen das gesamte Einsatzspektrum einer Feuerwehr abgebildet wurde: vom Baustellenunfall über die Errichtung einer langen Schlauchstrecke gemeinsam mit der Feuerwehr Kirchheim bis hin zu einer „Großbrandübung“ im benachbarten Tettenhausen.


Bei mehreren Lehrgängen – von der Basisausbildung über Atemschutz- bis hin zu Techniklehrgängen, angeboten vom Kreisfeuerwehrverband Traunstein – konnten zahlreiche Einsatzkräfte ihr Wissen und ihre Fertigkeiten erweitern. Stefan Reiter absolvierte im Dezember an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried den einwöchigen Jugendwartlehrgang. Mit einem Akkulicht samt Stativ, einer Öffnungshilfe für Hydrantenkappen sowie einer Übungspuppe konnte die Feuerwehr ihre Ausrüstung ergänzen. Außerdem wurden die Fahrzeuge und das Gerätehaus mit Rauchwarnmeldern ausgestattet.


Sechs Mitglieder erhalten das Bayerische Ehrenkreuz in Silber
Für ihr langjähriges Engagement wurden Alexandra Anzeneder, Matthias Dandl und Maria Röckenwagner mit dem Abzeichen für zehnjährige Dienstzeit ausgezeichnet. Das Bayerische Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber für 25 Jahre Einsatzdienst erhielten Martin Pfeffer, Regina Brandmaier, Theresia Mörtl, Marille Perschl, Marianne Schmidt und Gisela Wagner aus den Händen von Kreisbrandinspektor Günter Wambach beziehungsweise dem zuständigen Kreisbrandmeister Hans Heinrich. Alexandra Anzeneder, Matthias Dandl und Maria Röckenwagner wurden vom Kommandanten zu Oberfeuerwehrfrauen beziehungsweise zum Oberfeuerwehrmann befördert.


Über die Aktivitäten der Jugendfeuerwehr berichtete Stefan Reiter. Neben 21 Übungen führten die Buben und Mädchen einen Ausflug nach Salzburg zum Escape Room durch und waren bei der Abholung des Friedenslichtes in Tittmoning dabei. Außerdem wurden im vergangenen Jahr Wahlen abgehalten, bei denen Andreas Linner zum Jugendsprecher und Helena Poller zur Kassenwartin gewählt wurden. Rebekka Fuchs und Anika Pfeffer übernehmen die Kassenprüfung der Jugendkasse.


Die Vorstandschaft wird weiblicher
Bei den turnusmäßigen Neuwahlen wurden sowohl Vorstand Christian Baumgartner als auch sein Stellvertreter Andreas Mörtl mit klarer Mehrheit in ihren Ämtern bestätigt. Anna Leitner wählten die Mitglieder zur neuen Kassenwartin, Hanna Eder zur neuen Schriftführerin. Beisitzer bleibt Andreas Baumgartner. Als Kassenprüfer wurden erneut Stephan Fuchs und Martin Poller bestimmt.


Robert Pfeffer kandidierte nach zwölf Jahren Engagement als stellvertretender Vorsitzender beziehungsweise Kassier nicht mehr für einen Vorstandsposten. In seinem letzten Kassenbericht wurde deutlich, dass er seiner Nachfolgerin – trotz eines kleinen Minus im vergangenen Jahr – ein grundsolides Finanzpolster hinterlässt. Ebenso verzichtete Christian Zillner nach zwölf Jahren als Schriftführer auf eine erneute Kandidatur. Neben dem Dank des Vorsitzenden und kräftigem Applaus der Versammlungsteilnehmer erhielten beide ein kleines Präsent aus den Händen des Vorstands.


Christian Baumgartner informierte in seinem Rechenschaftsbericht darüber, dass dem Verein derzeit 243 Mitglieder angehören und sich das Vereinsleben im vergangenen Jahr sehr aktiv gestaltete. Neben dem Besuch von Versammlungen anderer Ortsvereine wurden mehrere Sitzungen und Besprechungen abgehalten. Zudem besuchte man Mitglieder zu runden Geburtstagen. Lobende Worte für das Engagement der Fähnriche „für euren unermüdlichen und zuverlässigen Einsatz“ richtete der Vorsitzende an Matthias Dandl, Bernhard Baumgartner und Anton Ertl.


Beteiligt habe man sich außerdem am Eisstockturnier der fünf Tittmoninger Feuerwehren, das die Feuerwehr ausgerichtet hatte. 32 Spieler nahmen am Wattturnier der Feuerwehr teil. 42 Vereinsmitglieder folgten der Einladung des Hofbräuhauses Traunstein zur Brauereibesichtigung mit Bierverkostung. „Wir waren mit dem Bus unterwegs, sodass niemand selbst fahren musste“, informierte Christian Baumgartner augenzwinkernd über die geselligen Stunden.


Besondere Ehrung für Anton Ertl
Beim Ehrenabend der Feuerwehren des Landkreises Traunstein wurde der langjährige Fähnrich Anton Ertl vom damaligen geschäftsführenden Landrat Josef Konhäuser sowie vom Vorsitzenden des KFV Traunstein, Christof Grundner, mit der KFV-Ehrennadel in Gold ausgezeichnet. In Törring wurde für Anton Ertl eigens ein gut besuchtes „Ausstandsfest“ organisiert. 50 Jahre lang war er als Fähnrich für die Feuerwehr „im Einsatz“ und übergab dieses Amt nun in jüngere Hände.


Darüber hinaus fand erneut ein „Feuerwehrhaus- und Fahrzeugputztag“ statt. Mit der Vereinsfahne beteiligte man sich am Georgiritt. 14 Mitglieder reisten zudem zur Partnerfeuerwehr Insum, um dort an einem Nachmarsch teilzunehmen. Das Törringer Dorffest wurde wieder von mehreren Ortsvereinen organisiert, außerdem feierte man die „Doppelpatenschaft“ mit der Feuerwehr Kay mit einem Grillfest.


Mehrfach waren Mitglieder aufgrund von Geburten, Hochzeiten, aber auch Beerdigungen im Einsatz und beteiligten sich an zahlreichen kirchlichen Festen. Darüber hinaus besuchte man die Feuerwehrfeste in Surberg, Traunwalchen/Pierling, Taching und Otting. Beim Barbaramarkt in Tittmoning waren an zwei Tagen insgesamt 35 Helfer im Einsatz, um Gyrossemmeln zuzubereiten. Am 24.12. wurde auch im vergangenen Jahr wieder das „Christkindl angeschossen“.


Die Vorbereitungen für das neue Einsatzfahrzeug sind angelaufen
„In diesem Jahr wollen wir die Gründungsfeste der Feuerwehren in Bergen, Heiligkreuz und Engelsberg besuchen und einen Vereinsausflug zur Besichtigung der Baustelle des Brenner-Basistunnels organisieren“, informierte der Vorsitzende abschließend. Außerdem werde man sich am Trachtenfest beteiligen, das der örtliche GTEV im kleinen Rahmen ausrichtet. Darüber hinaus wurde bekannt gegeben, dass die Ortsvereine in diesem Jahr eine mobile Verkaufshütte bauen wollen. „Hierfür würden wir uns insbesondere über Holzspenden freuen“, betonte Christian Baumgartner.


Den Dank der Stadt Tittmoning überbrachte Bürgermeister Andreas Bratzdrum und würdigte die Törringer Floriansjünger für ihr vielfältiges Engagement für Dorf und Stadt. Zudem informierte er, dass derzeit die Mittelbereitstellung für das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 10 (HLF 10) im Haushalt erfolgt und eine Beschaffung im kommenden Jahr angedacht ist.


Damit wird das bisherige Löschgruppenfahrzeug (LF 8/6) aus dem Jahr 1993 ersetzt. „Hierzu sind noch einige Umbaumaßnahmen am Feuerwehrhaus nötig“, betonte der Erste Bürgermeister und ergänzte: „Wir sind aber im guten Austausch mit der Feuerwehr und der Kreisbrandinspektion und finden hier sicherlich eine passende Lösung, um die Stellplatzanforderungen für das neue Fahrzeug zu gewährleisten.“


Kreisbrandinspektor Günter Wambach nutzte sein Grußwort, um über Entwicklungen auf Landkreisebene zu informieren, und warb für das Jugendzeltlager, das heuer am Strandbad in Taching stattfindet. Außerdem stellte er die Ausbildungsmöglichkeiten im Kreisfeuerwehrverband vor und ermutigte die Törringer, „über die Möglichkeit der Gründung einer Kinderfeuerwehr nachzudenken“. Seiner Meinung nach „sichern wir dadurch langfristig den Nachwuchs und sorgen dafür, dass wir auch in Zukunft ausreichend ehrenamtliche Helfer im Feuerwehrdienst haben.“


Tittmonings Kommandant Erwin Hirschpoltner überbrachte die Grüße aller Feuerwehren des Stadtgebietes und erwähnte insbesondere die sehr gute Zusammenarbeit aller Feuerwehren sowie mit der Stadt. „Wir können uns stets aufeinander verlassen. Dies ist ein wichtiges Fundament für die professionelle Hilfe rund um die Uhr“, so der federführende Kommandat.


Lebhafte Debatte am Ende der Versammlung
Im Tagesordnungspunkt „Wünsche und Anträge“ entbrannte eine lebhafte Debatte über Sinn und Zweck der Stellplatzanforderungen für Feuerwehrfahrzeuge. Das Mitglied Rupert Brandmayer merkte kritisch an, „dass man wegen ein paar Zentimetern zu wenig Platz das ganze Feuerwehrhaus umbauen müsse“. Kilian Perschl zeigte sich enttäuscht darüber, dass das Gerätehaus erst 15 Jahre alt sei und heute bereits nicht mehr den Anforderungen genüge.


Hierzu ergriffen unter anderem Andreas Bratzdrum und Günter Wambach das Wort. Sie betonten, dass insbesondere staatliche Zuschüsse an einen ordnungsgemäßen Stellplatz geknüpft seien und sich die Abweichungen nicht nur im Zentimeterbereich bewegten. Darüber hinaus sei die Übernahme von Verantwortung problematisch, wenn von bestehenden Rechtsvorschriften abgewichen werde. Außerdem hob der Bürgermeister hervor, „dass wir bereits auf der Suche nach einer guten Lösung sind und ich davon überzeugt bin, dass wir diese auch finden werden“. hob

Text
Hubert Hobmaier
Kreisfeuerwehrverband Traunstein

Bilder
Feuerwehr Törring.
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