Fast 300 Nachwuchsfeuerwehrler absolvieren Wissenstest

Landkreis Traunstein. Den Feuerwehren wird gerne nachgesagt, dass sie für Probleme stets eine Lösung haben. Dies dürfte insbesondere bei Einsätzen der Fall sein, wenn es gilt, ein kniffliges Problem oder eine verzwickte Lage zu meistern. Gerade in der Jugendarbeit ist Kreativität derzeit von Nöten, um Schutz und Sicherheit vor einer Ansteckung und Begeisterung durch Teamgefühl in Einklang zu bringen. So planten die Verantwortlichen den diesjährigen Wissenstest nicht wie üblich als vier Großveranstaltungen - je eine je Inspektionsbereich - sondern mit dezentralen Treffen bei den Feuerwehren vor Ort.

 

„Ich hätte nie gedacht, dass trotz des entstandenen Mehraufwands für die Feuerwehren vor Ort, so viele Buben und Mädchen mitmachen“, freut sich Martina Steinmaßl, Fachkreisbrandmeisterin für die Jugendarbeit im Landkreis Traunstein. „Ich freue mich besonders, dass auch zahlreiche 18- und 19-Jährige mitgemacht haben, die auf Grund der ausgefallenen Tests im vergangenen Jahr die Chance nutzten, die höchste Stufe dank einer Ausnahmeregel zu erreichen“.

 

In den Vorjahren trafen sich die Jugendlichen und ihre Betreuer aller 73 Jugendgruppen normalerweise an einem Termin im Winter und legten die Prüfung jeweils zentral, an einem von vier Standorten im jeweiligen Inspektionsbereich ab. Heuer wurden sowohl die Vorbereitungen als auch die Prüfung einfach in die Hände der Jugendwarte und Kommandanten gelegt. Dabei setzten die Verantwortlichen neben der klassischen Papiervariante auf ein Onlineangebot, dass vielen Nachwuchskräften sichtlich Freude bereitete. Rund die Hälfte der Feuerwehren nutze immerhin die Möglichkeit, den diesjährigen Wissenstest abzulegen.

 

„Wer beim Wissenstest die Stufe 4 erreicht, darf ziemlich stolz auf sich sein“, sagt Eva Pregler vom Kreisfeuerwehrverband Traunstein und ergänzt: „Der Wissenstest wird normalerweise einmal pro Jahr angeboten und gilt nur für Jugendliche. Da muss man schon schauen, dass man alle Stufen erreicht, ehe man mit Vollendung des 18. Lebensjahres in den aktiven Dienst wechselt“. In diesem Jahr ist dies insgesamt 27 Jugendlichen gelungen, sie werden so bald als möglich der Ehrenurkunde ausgezeichnet.

 

Als inhaltliche Schwerpunkte wurde heuer der Jugendschutz im Allgemeinen und die Organisation der Feuerwehr behandelt. Teilnehmer der Stufe 1 mussten dazu zehn Fragen richtig beantworten. Die Stufe 2 bestand aus einem Bogen mit 20 Fragen. Neben theoretischen Fragen mussten die Prüflinge der Stufen 3 und 4 außerdem noch praktische Aufgaben lösen und verschiedene Karten zu den Themen "Rechte und Pflichten" sowie "Dienstgrade in der Feuerwehr" richtig zuordnen.

 

Insgesamt haben sich 291 Nachwuchskräfte an dem Wissenstest beteiligt. 174 Buben und Mädchen traten zum ersten Mal an und legten die Stufe 1 erfolgreich ab. 41 Teilnehmer waren das zweite Mal dabei und erhalten die Wissenstestplakette in Silber, 49 goldene Plaketten gab es für die Teilnehmer der dritten Stufe. 27 Absolventen ist es gelungen, zum vierten Mal zum Wissenstest anzutreten. Sie werden für ihre Leistung zusätzlich mit einer Urkunde ausgezeichnet.

 

Insgesamt zeigen sich die Verantwortlichen im Jugendbereich mit den Ergebnissen und der Beteiligung zufrieden. „Besonders freut es mich, dass die Feuerwehren im Inspektionsbereich Land 5 (Landkreismitte) nahezu vollständig mitgemacht haben“, so Eva Pregler. Von den Jugendfeuerwehren Hart, Haslach, Hochberg, Kammer, Ising, Matzing, Nußdorf, Pierling, Traunreut, Traunstein und Stein kamen 89 Prüflinge, acht von ihnen schafften die Stufe 4.

 

Einig sind sich die Jugendverantwortlichen dennoch, „Jugendveranstaltungen machen in einem größeren Rahmen einfach mehr Spaß und so hoffen wir, dass wir im Sommer unser Zeltlager und den Tag der Jugendfeuerwehr in Ruhpolding durchführen können. Und vielleicht auch den Wissenstest im Winter in der gewohnten Weise“. Jetzt sind die Verantwortlichen der Jugendarbeit zunächst einmal zufrieden, dass es wieder gelungen ist, den Nachwuchskräften eine Möglichkeit für etwas Abwechslung zu bieten. „Wir danken insbesondere den Jugendwarten der Feuerwehren, die alles perfekt umgesetzt und die Durchführung erst ermöglicht haben“, so Steinmaßl und Pregler abschließend.

 

Text: Hubert Hobmaier, Kreisfeuerwehrverband Traunstein

Bilder: Freiw. Feuerwehr Kammer, Freiw. Feuerwehr Traunreut

 

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