Tonnenschwere Technik auf den Zentimeter genau bedienen

Siegsdorf. Drehleiterfahrzeuge gelten in den Feuerwehren als enorm wichtiges Einsatzmittel. Täglich werden diese Fahrzeuge in der Region zu Menschenrettungen oder Brandeinsätzen alarmiert. Die tonnenschweren Fahrzeuge müssen dabei häufig zentimetergenau manövriert werden, wenn beispielsweise eine erkrankte Person aus einer Wohnung gerettet werden muss. Speziell für die Maschinisten gibt es an den Landesfeuerwehrschulen dazu einen eigenen Lehrgang, der jedoch auf Grund der Coronapandemie derzeit nicht in ausreichendem Maße angeboten wird. Nun hat der Kreisfeuerwehrverband Traunstein das Heft selbst in die Hand genommen und einen Lehrgang auf Landkreisebene organisiert und durchgeführt.

„Den ausschlaggebenden Punkt brachte die Neubeschaffung der Drehleiter in der Gemeinde Siegsdorf, hier hätten wir in absehbarer Zeit keinesfalls eine ausreichende Anzahl an Lehrgangsplätzen für die Bediener der Fahrzeuge bekommen und somit sahen wir uns zum Handeln gezwungen“, erklärt Kreisbrandrat Christof Grundner. Mit den beiden externen Ausbildern Albert Schiegl und Max Landsmann konnten die Verantwortlichen im Verband zwei anerkannte Experten in der Drehleitermaschinistenausbildung gewinnen, die die Inhalte vermittelt haben.

Mit diesem Lehrgang konnten die Feuerwehren Fridolfing, Ruhpolding, Siegsdorf, Traunstein, Trostberg und Waging insgesamt zwölf Feuerwehrkräfte ausbilden lassen, die nun als Fachkräfte für den Einsatz von Drehleitern in den jeweiligen Gemeinden zur Verfügung stehen. „Das war mitunter der beste Lehrgang, den ich in meiner Laufbahn bisher besuchen durfte“, zeigte sich Herbert Mauerkirchner als einer der Teilnehmer im Gespräch mit dem KREISFEUERWEHRVERBAND TRAUNSTEIN begeistert und ergänzt, „ich bin wirklich stolz darauf, dass ich die Chance bekommen habe, den Lehrgang zu machen und habe extrem viel gelernt“.

Die Ausbildung beinhaltete sowohl theoretische Inhalte wie Fahrzeugkunde, Technik, Grundlagen der Einsatztaktik aber auch praktische Elemente wie Anleiterübungen und den Umgang mit den Zusatzeinrichtungen für Menschenrettung, Brandbekämpfung und Technische Hilfeleistung. „Das Feedback der Teilnehmer ist durchaus positiv zu bewerten und zeigt, dass wir den Bedarf richtig eingeschätzt haben“, so Lehrgangsleiter Josef Linner und ergänzt, „dass wir natürlich riesiges Glück hatten und zwei derartige Koryphäen der Drehleiterausbildung für uns gewinnen konnten“.

Der Schwerpunkt lag eindeutig auf der Praxis und so nutzten die Verantwortlichen nicht nur das Feuerwehrhaus in Siegsdorf für die notwendigen Übungen. Vielmehr durften die Teilnehmer an den Gebäuden der Adelholzener Alpenquellen zahlreiche Übungseinheiten absolvieren. Neben der Drehleiter aus Siegsdorf, konnten die Teilnehmer auch am Fahrzeug der Gemeinde Ruhpolding ihre Manöver durchführen. Abgeschlossen wurde der Lehrgang mit einer Prüfung, mit deren bestehen nun 12 neue Drehleitermaschinisten in den Feuerwehren zur Verfügung stehen. Hob

 

Text und Bilder

Daniela Rottner, Hubert Hobmaier, Wolfgang Gasser

Kreisfeuerwehrverband Traunstein

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