Schreckensszenario „Karambolage im Ettendorfer Tunnel“

Grabenstätt/Erlstätt. Wenn sich ein schwerer Unfall in den Tunnelanlagen Altenmarkt, Traunstein-Surberg oder Ruhpolding ereignet aber auch bei Massenkarambolagen auf der Autobahn, dann steht der „Einsatzleiter Feuerwehr“ im Zentrum des Geschehens. Von dessen Entscheidungen hängt im Wesentlichen der Einsatzerfolg aller beteiligten Einsatzkräfte ab. Da sich derartige Einsatzszenarien nicht so einfach realitätsnah als Übung nachstellen lassen, greifen die Feuerwehren im Landkreis Traunstein nun im neuen Lehrgangsmodul „Einsatzleiter“ auf eine Miniaturvariante zurück und bringen die Teilnehmer damit ebenfalls mächtig ins Schwitzen – wie der erste Lehrgang dieser Art zeigte.

„Das dritte Modul der Führungskräfteausbildung im Landkreis Traunstein ist speziell für Feuerwehrdienstleistende gedacht, die als Einsatzleiter oder in einer Führungsstelle eine Führungsposition wie beispielsweise als Abschnitts- oder Einsatzleiter vorgesehen sind“, erklärt Florian Scholz, der sich im Kreisfeuerwehrverband für die Führungskräfteausbildung verantwortlich zeigt. Das Ausbilderteam samt Kreisbrandrat Christof Grundner, dem Fach-Kreisbrandmeister Taktik und Führung Florian Scholz und Fach-Kreisbrandmeister Funk und Führung Ingo Klepke brachten bei der Premiere den ersten 15 Teilnehmern der Feuerwehren aus Siegsdorf, Kirchanschöring, Törring, Erlstätt, Nirnharting, Oberwössen, Obing, Inzell und Holzhausen in elf Unterrichtseinheiten die Ausbildungsinhalte näher.

In den zahlreichen praxisnahen Planspielen konnten Inhalte wie die Ausstattung der Fahrzeuge, die Zusammenarbeit der Positionen und Organisationen, die Leitung von Einsätzen sowie allgemeine Einsatztaktik ausgiebig trainiert werden. So mussten unter anderen Einsatzszenarien am Ettendorfer Tunnel, dem Lagerhaus in Surberg, einem Gefahrgutunfall auf der Autobahn sowie einem Bauernhofbrand „auf dem Reißbrett“ abgearbeitet werden. Dabei können die Teilnehmer auf ihre Technik vor Ort zurückgreifen und die Aufgaben direkt aus ihren eigenen Einsatzleit- oder Mehrzweckfahrzeugen heraus abarbeiten.

„Uns war es bei der Planung besonders wichtig, dass die Kommunikationsmittel wie beispielsweise der Digitalfunk aber auch EDV-Unterstützung, wie beispielsweise unsere Einsatzleitsoftware EDP 4 mit in die Übungen einfließen. Der sichere Umgang mit den Möglichkeiten erleichtert die Arbeit der Feuerwehren und hilft letztlich dem Einsatzleiter, die Einsatzlage schneller zu erfassen und die erforderlichen Maßnahmen zügig anzupassen“, erklärt Fach-Kreisbrandmeister Ingo Klepke. Das Training anhand der landkreisweit einheitlichen Einsatzunterlagen hilft zudem, im Ernstfall schnell und professionell auf die jeweiligen Anforderungen zu reagieren.

„In den Planspielen haben wir bewusst darauf geachtet, dass wir den Schwierigkeitsgrad von Übung zu Übung steigern und helfenden Vorgaben Schritt für Schritt zu minimieren“, so Christof Grundner. Darüber hinaus besteht das gesamte Ausbilderteam aus sehr erfahrenen Führungskräften, die ihre Expertise an die Feuerwehren weitergeben. „Besonders beeindruckt hat mich die Tatsache, dass sich auch langjährige Führungskräfte angemeldet hatten, die ihr Wissen nochmals ausbauen wollten. Dies zeigt einerseits die Notwendigkeit unseres Angebotes, andererseits dass auch alte Hasen immer noch Feuer und Flamme für das Ehrenamt sind“, so der Kreisbrandrat in einem ersten Fazit. Hob

 

Text und Bilder

Daniela Rottner, Michael Wimmer, Hubert Hobmaier

Kreisfeuerwehrverband Traunstein e.V.

Feuerwehr Törring

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