"Helfen ist Trumpf" - Feuerwehr-Aktionswoche 2020

Traunstein. Unter dem Motto „Helfen ist Trumpf“ startet am Freitag (11.09.2020) die bayernweite Feuerwehr-Aktionswoche. Im Mittelpunkt der diesjährigen Kampagne steht die Würdigung des Ehrenamtes, ebenso die Nachwuchsgewinnung. Zum anderen wollen die Feuerwehren deutlich machen, dass sie die tragende Säule des bayerischen Hilfeleistungssystems sind. „Im Notfall sind wir immer Trumpf“ – so die selbstbewusste Aussage der 315.000 ehrenamtlichen Floriansjünger, davon 4500 bei den 80 Feuerwehren im Landkreis Traunstein.

 

Eröffnet werden die Aktionstage, die bis 20. September dauern, bei der Landesversammlung des Landesfeuerwehrverbandes in München am Freitag, 11. September. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann eröffnet die Aktionswoche gemeinsam mit Johann Eitzenberger, dem Vorsitzenden des Landesfeuerwehrverbandes (LFV).

 

Die Wehren wollen in den Aktionstagen mit Informationsveranstaltungen, Einsatzübungen, Ausbildungstreffen oder Tagen der offenen Tür auf sich aufmerksam machen und versuchen neue Helferinnen und Helfer – insbesondere Jugendliche – für die starke Gemeinschaft Feuerwehr zu gewinnen. Die Corona-Pandemie macht es für die Feuerwehren gleichzeitig schwierig ein umfangreiches Aktionsprogramm anzubieten, denn die Vorgaben der Bayerischen Infektionsschutzverordnung sind zu beachten. Hatte die Feuerwehr-Verantwortlichen im Landkreis Traunstein, allen voraus Kreisbrandrat Christof Grundner im Juli, bei sehr niedrigen Infektionszahlen noch die Hoffnung, dass die Spielräume für Veranstaltungen im September wieder größer sein werden, steigen die Infektionszahlen inzwischen wieder an. Die Wehren werden deshalb alle Maßnahmen ergreifen, mit denen das Hineintragen der Corona-Infektion in eine Feuerwehr verhindert werden können. Kreisfeuerwehrchef Grundner appelliert an die Kommandanten, Jugendwarte und Führungskräfte sich im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten nach Kräften an der Feuerwehraktionswoche zu beteiligen. „Die Nachwuchsgewinnung ist für die Feuerwehren eine außerordentlich wichtige Zukunftsaufgabe,“ betont Grundner. Dauerhaft Menschen für das wichtige Ehrenamt in den Feuerwehren zu gewinnen, sei existenziell wichtig. Deshalb hofft Grundner, dass der Spagat zwischen achtsamer Zurückhaltung mit sorgfältigem Eigenschutz und Öffnung sowie Information gelingt und die diesjährige Feuerwehraktionswoche genutzt wird, um auf die Feuerwehren und ihre wichtige Rolle für die Sicherheit in Bayern, aber auch auf ihren unverzichtbaren Beitrag in der örtlichen Gemeinschaft hinzuweisen und für ein Mitmachen zu werben.

 

„Das Ehrenamt Freiwillige Feuerwehr ist unbezahlbar,“ betont auch Georg König, Kreisbrandinspektor und Stellvertreter des Kreisbrandrates. Das Ehrenamt leiste auch abseits eines Notfalls eine Vielzahl von freiwilligen Aktivitäten, die dem Gemeinwohl nachhaltig und effektiv zugutekommen. Möglich wird dies durch eine fundierte, vielfältige Ausbildung, die neben der Vermittlung von fachlichen Fähigkeiten auch für die persönliche Lebensgestaltung gewinnbringend sein kann. Der Kreisfeuerwehrverband ist Träger eines umfassenden Angebotes an Kursen, Lehrgängen, Aus- und Fortbildungsmaßnahmen. Jahr für Jahr werden dabei mehrere Tausend Dienstleistende von den Wehren im Landkreis Traunstein geschult. Die rund 4500 ehrenamtliche Feuerwehrfrauen und -männer im Landkreis „haben nicht nur für sich selbst einen Trumpf in der Hand, sondern sind ein Trumpf für alle“, so König.

 

Martina Steinmaßl, Fachkreisbrandmeisterin für die Jugendarbeit weiß, dass die Feuerwehr auf beinahe jedes Kind eine besondere Faszination ausübt. Deshalb ist es naheliegend, dass die Feuerwehren Kindern und Jugendlichen schon sehr frühzeitig den Zugang zu diesem besonderen Ehrenamt öffnen. Kinderfeuerwehr stehen schon für Kinder ab 6 Jahren offen und der Jugendfeuerwehr kann man mit 12 Jahren beitreten. „Mädchen und Jungen wird eine Freizeitbeschäftigung geboten, die Spaß macht, sinnvoll ist und die Persönlichkeitsentwicklung fördert,“ ist Steinmaßl überzeugt. Die erste Kinderfeuerwehr im Landkreis Traunstein wurde im letzten Jahr in Seeon-Seebruck gegründet. Bei den Jugendfeuerwehren engagieren sich fast 1000 Jugendliche.

 

Kreisbrandrat Grundner ist überzeugt, dass „seine“ Wehren in der Aktionswoche kreative und attraktive Ideen entwickeln, die sich umsetzen lassen und Lust darauf machen, Teil des „Team Feuerwehr“ zu werden, ohne die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr durch Corona-Infektionen zu gefährden.

 

Auf dem Truppenübungsplatz bei Kammer findet am Samstag (12.9.) eine große Waldbrandübung statt, bei der die Wasserführung über lange Schlauchstrecken und der Pendelverkehr zum Wassertransport geübt wird. Auch ein Hubschrauber wird im Einsatz sein, um die Befüllung von Außenlastbehältern und das Löschen aus der Luft zu trainieren.

 

Für alle Interessenten an einer ehrenamtlichen aktiven Mitarbeit bei der Feuerwehr und für Jugendliche, die für das Ehrenamt in der Jugendfeuerwehr „brennen“, stehen die örtlichen Kommandanten und Jugendwarte für Auskunft und Information, aber auch der Kreisfeuerwehrverband Traunstein gerne zur Verfügung.

 

Text: Peter Volk

 

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