Das „Arbeitstier“ unter den Bundfahrzeugen

Trostberg. Über Jahrzehnte hinweg war das Löschgruppenfahrzeug 16 mit Tragkraftspritze (LF 16-TS) bei den meisten Brandalarmen im Einsatz. Darüber hinaus hatte es eine umfangreiche Aufgabenpalette die neben Unwettereinsätzen über den Kräftenachschub bis hin zur Ergänzung der Technischen Hilfeleistung führte. Allein in den vergangenen fünf Jahren wurde es zu weit mehr als 250 Einsätzen im gesamten nördlichen Landkreis alarmiert, ehe es Ende 2019 eine neue „Karriere“ für alle Feuerwehren im Landkreis Traunstein angetreten hat. Der Nachfolger, ein LF 20 KatS, steht bereits in den Startlöchern und wird demnächst in Dienst gestellt.

Dieses Einsatzfahrzeug wurde durch die Bundesrepublik Deutschland für den erweiterten Katastrophenschutz beschafft und ist flächendeckend auf die Feuerwehrstandorte verteilt worden. An die 3.000 Fahrzeuge dieser Generation waren bei den Feuerwehren im Einsatz. Viele dieser „unverwüstlichen“ Fahrzeuge leisten heute immer noch Dienst bei den Feuerwehren und stellen meist notwendige Ergänzungsfahrzeuge bei größeren Schadenslagen dar. Ursprünglich geplant waren die Löschgruppenfahrzeuge für den gemeinsamen Einsatz mit einem Schlauchwagen 2000 zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung über lange Wegstrecken.

Dabei blickt das im Landkreis Traunstein stationierte Fahrzeug bereits auf ein stolzes Alter zurück. 1988 wurde es bei der Feuerwehr Großholzhausen, Gemeinde Raubling, im Landkreis Rosenheim in Betrieb genommen ehe es 1997 seinen Dienst in Trostberg antrat. Im vergangenen Jahr wurde es samt der Ausrüstung von der Stadt Trostberg an den Kreisfeuerwehrverband Traunstein e.V. übergeben, der das Fahrzeug für den Lehr- und Ausbildungsbetrieb einsetzt und insbesondere für die Atemschutzausbildung verwendet. Diese durch den Bürgermeister Karl Schleid unterstützte Schenkung stellt somit einen Glücksfall für den Ausbildungsbetrieb im Landkreis dar. Sie sichert den Ausbildungsbetrieb auf Landkreisebene in den kommenden Jahren.

Die Ausrüstung zur Brandbekämpfung ist für eine gesamte Löschgruppe (neun Einsatzkräfte) ausgelegt. Als markantestes Zeichen ist das Fahrzeug mit einer Feuerlöschkreiselpumpe – in der Ausführung einer Vorbaupumpe – mit einer Förderleistung von 1.600 Liter pro Minute ausgestattet. Zusätzlich führt es eine Tragkraftspritze mit einer Förderleistung von 1.600 Liter pro Minute mit. Zusammen mit dem 600 Meter B-Schläuchen ist dieses geländegängige Löschfahrzeug der ideale Partner für einen Schlauchwagen bzw. den Einsatz für eine lange Förderstrecke zusammen mit mehreren anderen Feuerwehreinheiten.

Über einen eigenen Wassertank verfügt dieses zwar Fahrzeug nicht. Trotzdem führt es 120 Liter Schaummittel als Sonderlöschmittel mit. Darüber hinaus ist es mit Atemschutzgeräten ausgestattet und ist somit auch taktisch eigenständig für verschiedene Aufgaben einsetzbar. Das Fahrgestell stammt aus dem Hause Iveco/Magirus. Mit seinen 160 PS und dem geringen Gewicht von lediglich neun Tonnen ist es kombiniert mit dem Allradfahrgestell auch für Geländefahrten geeignet, wenngleich diese durch die Zwillingsbereifung eingeschränkt werden. Den Aufbau dieser Serie fertigte die Firma Lentner in Hohenlinden, die Pumpentechnik stammt von der Firma Ziegler aus Giengen.

Da sich die Bundesrepublik Deutschland dazu entschlossen hat, diesen Fahrzeugtypen weiter für den erweiterten Katastrophenschutz vorzuhalten, gibt es mittlerweile eine Neuauflage dieser für die Feuerwehren unverzichtbaren Löschgruppenfahrzeuge. Mit dem Löschgruppenfahrzeug 20 – Katastrophenschutz (LF 20 KatS) wurde ein modernes und vielseitig nutzbares Einsatzfahrzeug konzipiert, das sowohl im Regelbetrieb als auch im Katastrophenfall Verwendung finden wird. Dieses Fahrzeug wird bei den Feuerwehren im Landkreis Traunstein in der nächsten Zeit seinen Einsatzdienst aufnehmen. Hob

 

Text

Hubert Hobmaier, Kreisfeuerwehrverband Traunstein e.V.

Mario Bernauer und Hans Strecker, Feuerwehr Trostberg

 

Bilder

Feuerwehr Trostberg

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