Ein (Spezial-) Fahrzeug für den Brand- und Katastrophenschutz

Traunstein. Eigentlich ist der abwehrende Brandschutz eine Pflichtaufgabe der Städte und Gemeinden. Insbesondere für Katastrophenfälle beteiligt sich die Bundesrepublik Deutschland mit speziellen Einsatzfahrzeugen, die sowohl im Feuerwehrdienst als auch im Rahmen der Katastrophenhilfe eingesetzt werden können. Bei der Feuerwehr Traunstein ist beispielsweise ein sogenannter Schlauchwagen stationiert, der insbesondere bei Brandeinsätzen oder für die Wasserversorgung über lange Wegstrecken zum Einsatz kommt und mit seiner Ladefläche als Transporter sehr gut geeignet ist.

Der voll geländegängige LKW aus dem Jahre 1995 bringt knappe zehn Tonnen auf die Waage und ist auf seiner Ladefläche mit 100 bereits zusammengekuppelten Schläuchen beladen. Seit 1997 ist der sogenannte SW 2000 in Traunstein stationiert. Insgesamt kann somit während der Fahrt eine Wasserleitung von insgesamt zwei Kilometern Länge aufgebaut werden. Als Besatzung finden drei Einsatzkräfte Platz in der Kabine. Neben den Schläuchen ist in dem Fahrzeug ein transportabler Wasserbehälter mit einem Volumen von 3000 Litern verlastet.

Darüber hinaus befindet sich neben einigen Gerätschaften zur Brandbekämpfung eine tragbare Pumpe mit einer Förderleistung von 800 Litern pro Minute, die aus einsatztaktischen Gründen als sogenannte Reservepumpe mitgeführt wird. Diese kommt dann zum Einsatz, wenn es in einer langen Schlauchstrecke bei einer der eingebauten Pumpen zu einem technischen Defekt kommt. Die mitgeführte Reserve beugt somit einem Ausfall der kompletten Wasserversorgung vor.

Für die Fortleitung sind jeweils mehrere Einheiten nötig. Beginnend bei der Wasserentnahmestelle bis hin zum Brandort sind in Abhängigkeit von Steigungen und Gefällen bzw. der Gesamtlänge der Leitung mehrere Zwischenpumpen nötig, damit an den Strahlrohren ausreichend Löschwasser mit dem nötigen Druck ankommt. Somit arbeitet der Schlauchwagen häufig mit den Einsatzstaffeln von Tragkraftspritzenfahrzeugen oder Löschgruppenfahrzeugen zusammen, damit am Ende der Leitung „Wasser Marsch“ gelingt.

Mit seiner großzügigen Ladefläche hat der Schlauchwagen schon häufiger als Transportfahrzeug gute Dienste geleistet. Egal ob Zugfahrzeug für schwere Anhänger oder als Transporteur von Sandsäcken oder ähnlichem kommt er immer wieder bei Regeleinsätzen oder auch im Katastrophenschutz zum Einsatz. Während der Akutphase der ersten Covidwelle war das Fahrzeug mehrfach bei Materialtransporten im Einsatz und hat Arztpraxen sowie weitere Bedarfsmittelempfänger mit den dringend benötigten Schutzausrüstungen sowie Desinfektionsmitteln versorgt. Hob

 

Text und Bilder

Hubert Hobmaier

Kreisfeuerwehrverband Traunstein e.V.

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