Ein neues Feuerwehrboot für den Einsatz auf dem Chiemsee!

Landkreis Traunstein. In der jüngsten Sitzung (19.02.2020) hat der Kreistag unter der Leitung von Landrat Siegfried Walch einstimmig beschlossen, dass für den Einsatz am Chiemsee ein neues, modernes Löschbott angeschafft wird. Die Feuerwehren sind auf dem Gewässer insbesondere für den Brand- und Katastrophenschutz sowie der Technischen Hilfeleistung und den Umweltschutz verantwortlich. Das rund eine halbe Million teure Einsatzfahrzeug soll nun durch ein Ingenieurbüro europaweit ausgeschrieben werden. Bei den Verantwortlichen der Feuerwehren im Landkreis Traunstein ist die Freude darüber groß. „Das bisherige Boot ist fachlich nicht mehr geeignet und musste bereits mehrmals umfangreich instandgesetzt werden“, so Kreisbrandrat Christof Grundner.

Der Chiemsee weist eine Wasserfläche von 80 km2 auf. Zudem gibt es an den 83 km Uferlinie rund 17 Zuläufe im Einzugsgebiet. Den größten Zulauf bildet dabei die Tiroler Ache mit ihrem ausgeprägten Naturschutzgebiet und einem Einzugsbereich bis nach Österreich. Entlang des Südufers führt die Autobahn A8 zwischen München und Salzburg sowie die gleichlaufende Bahnlinie. Darüber hinaus verläuft die transalpine Ölleitung TAL von Triest nach Ingolstadt bzw. Karlsruhe entlang des Chiemseedeltas. Die Seefläche stellt ein gemeindefreies Gebiet dar deren Eigentümer ist der Freistaat Bayern mit seiner Schlösser und Seenverwaltung ist. Das bisherige Boot aus dem Jahre 1996/97 entspricht heute in vielerlei Hinsicht nicht mehr den Anforderungen. Zudem musste es in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrmals umfangreich repariert werden.

Eine formlose Markterkundung vergleichbarer Boote ergab je nach Ausstattung einen Anschaffungspreis von etwa 700.000 Euro wobei man derzeit von einer Investition in Höhe von 500.000 Euro ausgehe. Durch den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann wurde bereits der Förderbescheid über 200.000 Euro des Freistaates Bayern ans Landratsamt Traunstein übersandt. Die restlichen Mittel stammen aus dem Kreishaushalt und wurden mit der gestrigen Sitzung freigegeben. Für den laufenden Betrieb zeigt sich dann die Gemeinde Chieming verantwortlich. Das Feuerwehrboot wird auch zukünftig den Standort bei der Feuerwehr Chieming haben.

Ein erstes Anforderungsprofil wurde bereits erstellt. Das Boot muss eine hohe Sturmtauglichkeit sowie Frostsicherheit vorweisen, eine Kabine zum Schutz von Bootsführer und Mannschaft muss vorhanden sein. Eine entsprechend hohe Motorleistung mit Jet-Antrieb, auf Grund der Flachwasserzonen, wird ebenfalls gefordert. Der Tiefgang darf maximal 60 cm betragen um auch seichte Flächen befahren zu können. Der Rumpf soll aus Aluminium anstelle von Kunststoff erfolgen, da dieses Material robuster und pflegeleichter ist. Mit einer absenkbaren Heckklappe sollen die Arbeiten am Wasser erleichtert werden.

Mit den Ausschreibungsarbeiten soll nun schnellstmöglich begonnen werden. Zunächst soll in Zusammenarbeit mit einem Ingenieurbüro die europaweite Ausschreibung vorbereitet werden. „Für die Feuerwehren im Landkreis Traunstein ist diese notwendige Ersatzbeschaffung eine deutliche Verbesserung der Ausrüstung. Insbesondere in Sachen Umweltschutz werden damit die Möglichkeiten der Feuerwehren deutlich verbessert“, so Kreisbrandrat Christof Grundner. Weiter fügt er an, „dass mit dem Feuerwehrboot auch die Arbeitsbedingungen der ehrenamtlichen Helfer deutlich verbessert werden und die Möglichkeiten der Brandbekämpfung auf und am Gewässer enorm erweitert werden“. Hob

Text und Bilder: Hubert Hobmaier, Christof Grundner

Kreisfeuerwehrverband Traunstein e.V.

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