Die Bayerischen Feuerwehren haben einen neuen „Chef“!

Dingolfing/Landkreis Traunstein. Johann Eitzenberger aus Garmisch-Partenkirchen übernimmt das Amt des Landesfeuerwehrverbandsvorsitzenden von Alfons Weinzierl, der sich nach 16 jähriger Amtszeit nicht mehr zu Wahl stellte. Rund 500 Vertreter sämtlicher bayerischen Stadt- und Kreisverbände waren zur Verbandsversammlung in die Stadthalle nach Dingolfing gekommen. Vier Delegierte stammten dabei von den Feuerwehren des Landkreises Traunstein. „Wir sind Ehrenamt – Wir sind die Freiwillige Feuerwehr“, unter diesem Namen fiel der Startschuss für die neue Imagekampagne der rund 320.000 bayerischen Feuerwehrfrauen und –männer. Zeitgleich eröffnete der bayerische Innenminister Joachim Herrmann die Feuerwehraktionswoche 2019 auf dem Stadtplatz in Dingolfing.

„Bayern ist auf seine Freiwilligen Feuerwehren angewiesen“, betonte der scheidende Alfons Weinzierl bei seinen Abschiedsworten. „Gäbe es die 320.000 ehrenamtlichen Feuerwehrleute nicht, dann müsste eine Berufsfeuerwehr für sämtliche Landkreise aufgebaut werden. Im Schichtbetrieb, rund um die Uhr besetzt, 365 Tage im Jahr. Allein in Bayern ergäbe dies jährliche Personalkosten in Höhe von rund 5 Milliarden Euro!“. In das gleiche Horn hat dann auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann geblasen, „Wir müssen darüber reden, wenn etwas gut läuft. Es ist großartig was wir an den Freiwilligen Feuerwehren in unserem Land haben“, so seine Worte an die Teilnehmer.

Johann Eitzenberger wurde im verbandlichen Teil der zweitägigen Veranstaltung zum neuen Vorsitzenden des Landesfeuerwehrverbandes gewählt. Somit kommt der neue bayerische „Feuerwehrchef“ aus Oberbayern. Als gleichberechtigte Stellvertreter wurden Norbert Thiel aus Hersbruck sowie Herrmann Schreck aus Weidenberg gewählt. Zudem gab es einen Amtswechsel bei der Position des Schriftführers. Matthias Moyano wurde nach 10 Jahren aus seinem Amt verabschiedet. Zum neuen Schriftführer wurde einstimmig Alfred Zinsmeister gewählt.

In seiner Antrittsrede betonte Eitzenberger, dass „vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels, insbesondere der Digitalisierung, Technologisierung sowie der wachsenden Mobilität, die Einsatzzahlen für die Feuerwehren weiter zunehmen werden. Deshalb muss ein Hauptaugenmerk sowohl in der Sicherstellung der Tagesalarmierbarkeit sowie bei der Gewinnung neuer Mitglieder, aber auch das Halten derer, die schon Teil unserer starken Gemeinschaft sind, gelegt werden“, so der frischgebackene Verbandsvorsitzende.

Die Verbandsarbeit ist den Worten Alfons Weinzierls zur Folge in der jüngeren Vergangenheit recht erfolgreich verlaufen. Die Neuausrichtung des „Sonderinvestitionsprogrammes Katastrophenschutz 2030“ wurde erweitert. Auf das Modul „Hochwasser“ sollen nun insbesondere die Komponenten „Stromausfall – Stromeinspeisung“ gefördert werden. Hier stellt die Bayerische Staatsregierung jährlich rund 14 Millionen Euro zur Verfügung. Die Feuerschutzsteuer ist nun zweckgebunden für die Feuerwehr zu verwenden. Dadurch erreicht man eine höhere Planungssicherheit bei Beschaffungen und baulichen Maßnahmen für die Feuerwehren. Zudem werden die Planstellen an den drei Feuerwehrschulen in Geretsried, Regensburg und Würzburg um 65 Stellen aufgestockt, um den Ausbildungsbedarf auch zukünftig zu decken.

In der kommenden Zeit stehen noch zahlreiche weitere Projekte an, die vorangetrieben werden müssen. Diese sind insbesondere die Ausweitung der Hinterbliebenenversorgung. Dies soll für nicht eheliche Angehörige ausgedehnt werden. Zudem sollen die langjährigen Aktiven Feuerwehrdienstleistenden, die 40 oder 50 Jahre ehrenamtlichen Dienst geleistet haben, ein zusätzliches „Dankeschön für ihr Lebenswerk Feuerwehr“ erhalten. Als eine der Kernaufgaben des Verbandes stehen die Mitgliedergewinnung sowie die Werbung für das Ehrenamt Feuerwehr im Vordergrund. Deshalb wurde zeitgleich die neue Imagekampagne „Wir sind Ehrenamt – Wir sind Freiwillige Feuerwehr“ gestartet.

Die vier Vertreter der Feuerwehren im Landkreises Traunstein, Josef Egginger, Christof Grundner, Hubert Hobmaier und Martin Schupfner, die stellvertretend für 4500 aktive Frauen und Männer sowie rund 1000 Jugendliche am Verbandstag teilnahmen, konnten zahlreiche Informationen und Neuerungen mit nach Hause nehmen, die nun Stück für Stück in die ehrenamtliche Arbeit auf Landkreisebene aber auch direkt bei den 80 Feuerwehren vor Ort vorgestellt werden sollen. Für Kreisbrandrat Christof Grundner ist „die Basisarbeit direkt bei den Feuerwehren genauso bedeutsam, wie das Engagement in der Verbandsarbeit. Nur wenn wir alle an einem Strang ziehen, werden wir auch in Zukunft erfolgreich wirken können!“, so der Kreisbrandrat. Hob

Text und Bilder: Hubert Hobmaier, Kreisfeuerwehrverband Traunstein e.V.

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