Friedenslicht als Symbol für Einigkeit und Zusammenhalt

Tittmoning. Eigentliche Kernaufgabe der Feuerwehren ist es Brände zu bekämpfen und Feuer zu löschen. Einmal im Jahr, kurz vor Heiligabend, machen die Wehren im Landkreis Traunstein jedoch genau das Gegenteil. Sie verbreiten ein Feuer, eine ganz besondere Flamme, das Friedenslicht aus Bethlehem. Am Mittwochabend (22.12.) überbrachten Vertreter der Jugendfeuerwehren aus dem Bezirk Braunau die in Bethlehem, in der Geburtsstadt Jesu Christi entzündete Flamme und gaben das Friedenslicht an die Feuerwehrjugend im Landkreis Traunstein weiter. Mit einer feierlichen Andacht in der Stiftskirche St. Laurentius wurde die Ankunft des Friedenslicht gefeiert, bevor es Delegationen von elf Feuerwehren aus dem Landkreis entgegennahmen und in ihren Inspektionsbereich brachten. Dort wird die Friedensflamme an weitere Wehren übergeben und in einer Stafette im gesamten Landkreis verteilt.

 

Stiftsdekan Gerhard Gumpinger begrüßte die Feuerwehr-Abordnungen von dies und jenseits der Salzach und freute sich, dass das Friedenslicht von Tittmoning aus in den Landkreis Traunstein hineingetragen wird. Bethlehem heißt übersetzt „Brot des Lebens“, erläuterte der Seelsorger. „Gott hat sich in seinem Sohn Jesus Christus für die Menschen klein gemacht und wurde in unsere Welt hineingeboren. Er will bei jedem Einzelnen von uns ankommen.“ Das Friedenslicht symbolisiere das Leben, das Gott uns in Fülle schenken will.

 

Kreisbrandrat Christof Grundner verdeutlichte, wie sehr die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehren in den letzten zwei Jahren von der Corona-Pandemie geprägt wurde. Niemand habe im August geahnt, dass die Pandemie zum Jahreswechsel nochmal mit großer Wucht zuschlagen werde. Wieder sind sämtliche Kräfte zu bündeln und erneut rücken die verschiedenen Hilfsorganisationen eng zusammen, um sich im bayernweiten Katastrophenfall gegen die Pandemie und ihre Auswirkungen zu stemmen. Nicht vergessen dürfe man, dass bei der Flutkatastrophe im Ahrtal ehrenamtliche Einsatzkräfte ihr Leben lassen mussten und schwere Unwetter und Starkregenereignisse in diesem Jahr auch mehrfach den Landkreis Traunstein sowie den Bezirk Braunau heimgesuchten. „Zuverlässig gilt: Menschen in Not, die die 112 wählen, wird unbürokratisch geholfen“, so der Kreisfeuerwehrchef. „Schnell, kompetent, selbstlos und ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit leisten die Feuerwehren unermüdlich Hilfe, auch wenn wieder ein Corona-Welle durch die Lande rollt.“ Zum Jahresausklang sollte man innehalten und sich bewusst machen, wie wertvoll das Ehrenamt „Freiwillige Feuerwehr“ ist, forderte Grundner auf. Ehrenamt bedeute, dass man sich in Zeiten größter Not aufeinander verlassen könne. Das Friedenslicht als „Flamme der Einigkeit“ symbolisiere einen starken Zusammenhalt, der Kraft zur Entschlossenheit und innere Stärke gibt. „Die kleine Flamme und ihr weiter Weg aus Bethlehem, ist für die Feuerwehren das Symbol für Verlässlichkeit, Mut und Einigkeit im menschlichen Miteinander.“ Der Kreisbrandrat zeigte sich zuversichtlich: „Nach jedem Stillstand geht es wieder bergauf!“

 

Die Feuerwehr-Abordnung aus dem Bezirk Braunau, angeführt von Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Kaiser, entzündete mit der Kerzenflamme aus Bethlehem die Friedenslichtkerze des Kreisfeuerwehrverbands Traunstein. Ein Jugendfeuerwehrler verlas das Friedenslicht-Gedicht 2021, das in diesem Jahr die Überschrift „Licht der Einigkeit“ trägt. Darin heißt es: „Verständnis haben für alle und für jede Art der Angst, die besteht / und dennoch auch Einsehen, das nicht alles einfach vergeht. / Nur durch Einigkeit und Zusammenhalt werden wir das schaffen können, / unser früheres Leben zurückbekommen und uns wieder versöhnen. / Verbreitet mit diesem Licht auch die Hoffnung auf Sicherheit, / und gebt die Botschaft weiter: Das ist das Licht der Einigkeit.“

 

Pfarrer Gumpinger spendete den Segen und bat dabei um den Schutz aller Feuerwehr-Dienstleistenden bei ihren Einsätzen und ihrem Tun für das Gemeinwohl. An der Friedenslicht-Kerze entzündete Kreisbrandrat Christof Grundner, Tittmonings Bürgermeister Andreas Bratzdrum, Mitglieder der Kreisbrandinspektion und die Delegationen der Jugendfeuerwehren aus Tittmoning, Waging, Kirchanschöring, Grassau, Siegsdorf, Seeon, Schnaitsee, Tacherting, Trostberg, Hochberg, Pierling ihre mitgebrachten Kerzen und brachten das Friedenslicht mit Laternen in ihre Heimatgemeinden, von wo es wiederum weiter verteilt wurde.

 

Die Feierstunde in der Stiftskirche fand unter Einhaltung aller vorgeschriebenen Hygienevorschriften statt. Weil die Zahl der Teilnehmer an der Andacht begrenzt war, wurde die Friedenslichtübergabe per Live-Stream übertragen. Musikalisch umrahmt wurde die Andacht von der Martal Musi. Ebenso wie in der Stiftskirche Tittmoning, wo die Friedenslichtkerze noch bis nach Weihnachten brennt und mit nach Hause genommen werden kann, steht die Friedensflamme auch in vielen Kirchen im Landkreis Traunstein zur Mitnahme bereit.

 

Text und Bilder: Peter Volk, Pressesprecher Kreisfeuerwehrverband Traunstein

 

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