Wenn Führungskräfte die Schulbank drücken...

Trostberg. „Ohne ausreichend Wasser am Strahlrohr wäre die Feuerwehr bei vielen Einsätzen schlichtweg aufgeschmissen“, erklärt Josef Linner vom Kreisfeuerwehrverband Traunstein und untermauert damit die Notwendigkeit des neuen Führungskräftelehrgangs für die Wasserförderung über lange Wegstrecken und den Tankwagenpendelverkehr. „Gerade in unserer ländlichen Region kommt es immer wieder vor, dass unser Löschwasser über längere Strecken zum Brandort transportiert werden muss“, so der Ausbildungsverantwortliche im Kreis und ergänzt, „auf diese Situation wollen wir unsere Feuerwehren bestmöglich vorbereiten“.

 

Mehrere Mitglieder der Kreisbrandinspektion haben am Pilotlehrgang „Wasserförderung“ teilgenommen und diesem für die Premiere bei den Führungskräften der Feuerwehren im Landkreis Traunstein den letzten Feinschliff verpasst. „Gerade das Thema Wasserförderung ist nach wie vor ein zentrales Thema für die Feuerwehren und deshalb haben wir sowohl den Pendelverkehr mit Tankfahrzeugen aber auch lange Schlauchstrecken zum Inhalt gemacht“, sagt der lehrgangsverantwortliche Kreisbrandmeister Alexander Heide im Gespräch mit dem Kreisfeuerwehrverband Traunstein.

Gerade Führungskräfte müssen schnell abschätzen können, wie viel Material für eine Förderstrecke benötigt wird und wo man überall Pumpen platzieren muss, damit am Ende der Leitung aus den Rohren Wasser spritzt. Der neue Lehrgang ist insbesondere für Führungskräfte gedacht, die als Abschnitts- oder Einsatzleiter herangezogen werden und den Auftrag „Wasserförderung“ erhalten. In dieser Position ist man dafür verantwortlich, die Einsatzstelle mit dem nötigen Löschwasser zu versorgen und trägt somit eine Hauptverantwortung für eine erfolgreiche Brandbekämpfung.

 

Inhaltlich beschäftigen sich die Teilnehmer mit dem Einsatzkonzept zur Löschwasserförderung des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein, der Ermittlung des Löschmittelbedarfes sowie der notwendigen Schläuche und Pumpen, den Grundlagen für den Betrieb einer langen Schlauchstrecke sowie der Herstellung eines Tankfahrzeugpendelverkehrs. Neben Planspielen werden die Teilnehmer praktische Einheiten absolvieren, um das theoretische Wissen planerisch in die Praxis umzusetzen. Besonders stolz zeigt sich Alexander Heide auf die neu entwickelten Checklisten zur Einsatzabwicklung, „die den Verantwortlichen helfen schnell an alles zu denken“

 

Im Feuerwehrgerätehaus der Feuerwehr Heiligkreuz wurden sämtliche Unterlagen und das gesamte Konzept nun auf Herz und Nieren getestet. Die teilnehmenden Mitglieder der Kreisbrandinspektion haben quasi den gesamten Lehrgang simuliert, um möglichst viele Verbesserungen vor dem geplanten offiziellen Start herbeizuführen. Dabei nahmen sie nicht nur inhaltliche Themen unter die Lupe, vielmehr wurde auch auf die Rahmenbedingungen wie beispielsweise das Zeitmanagement geachtet.

 

Zwei Abende und ein Samstag werden zukünftig für den Lehrgang anberaumt. Als Lehrgangsorte wird der neue Lehrgang in Heiligkreuz bei Trostberg sowie in Bergen angeboten werden. „Ich bin froh darüber, dass wir mit dem Pilotlehrgang nun den letzten Feinschliff an unserem Angebot machen konnten und den Feuerwehren im Landkreis Traunstein zukünftig ein weiteres hochwertiges Lehrgangsangebot unterbreiten können“, freut sich der Hauptverantwortliche Alexander Heide. Hob

 

Text und Bilder:

Daniela Rottner, Hubert Hobmaier, Simone Ober

 

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