Ein abwechslungsreiches Ehrenamt!

Traunstein. In der Regel kommen die Einsatzkräfte der Feuerwehr bei Bränden oder Verkehrsunfällen zur Hilfe geeilt. Darüber hinaus sind sie jedoch auch mit zahlreichen weiteren Aufgaben betraut, an die man im ersten Moment nicht denkt. Bei Einsätzen auf Bahnanlagen oder an Zügen werden die Feuerwehren insbesondere bei Unfällen oder auch Bränden tätig. Damit sie sicher arbeiten können ist eine Erdung der Hochspannungsleitungen bei elektrischen Bahnanlagen unumgänglich und dazu braucht es geschultes Fachpersonal.

67 Feuerwehrdienstleistende haben nun einen Grundlehrgang bzw. den Auffrischungslehrgang der Deutschen Bahn besucht und somit umfangreiches Wissen zur Sicherheit an Bahnanlagen erworben. Aufgeteilt in zwei Grundlehrgänge und sechs Wiederholungslehrgänge konnte der Lehrgang entsprechend den Hygienerichtlinien gefahrlos durchgeführt werden. Alle zwei Jahre müssen die erlernten Fähigkeiten der Grundausbildung in einem Wiederholungslehrgang aufgefrischt werden. Die Unterweisung erfolgt durch Fachkräfte der Deutschen Bahn AG. Seit einigen Jahren werden Einsatzkräfte der Feuerwehren im Landkreis Traunstein in der Tätigkeit des „Bahnerdens“ aus- und fortgebildet.

Eigentlich übernimmt der Notfallmanager der Deutschen Bahn das Bahnerden. Weil dieser jedoch für ein sehr großes Gebiet zuständig ist, kann sein Anreiseweg sehr lang sein, wodurch sich wiederum ein Einsatz der Feuerwehr erheblich verzögern würde. Im Bereich des Landkreises Traunstein sind daher mehrere Feuerwehren entlang der Bahnstrecke München – Salzburg und der Bahnstrecke Traunstein – Ruhpolding für die Erdung zuständig. Die Wehren sind mit sogenannten "Bahnerdungssätzen“, bestehend aus Spannungsprüfer, zwei Erdungsklemmen und einer Erdungsstange ausgerüstet.

Bei Unfällen, Störungen und Unregelmäßigkeiten am Gleiskörper gehen von der Oberleitung mit einer Spannung von 15.000 Volt große Gefahren aus. Deshalb sind an den sogenannten Ereignisstellen die entsprechenden Oberleitungen auszuschalten und gefährliche Kriechströme sind abzuleiten ("Bahnerden"), das heißt, die Spannungsfreiheit ist zu prüfen und dann das Erden durchzuführen. Im Einsatzfall dürfen die ausgebildeten Feuerwehrkräfte die abgeschaltete Oberleitung erden, um die Einsatzkräfte vor elektrische Spannung zu schützen und um zeitnah Hilfe leisten zu können. Erst wenn die Sperrung der Gleise erfolgt ist und jegliche Gefahr durch Elektrizität beseitigt wurde, dürfen sämtliche Einsatzkräfte die Gleisanlagen betreten.

Die Theoriestunden wurden in den Räumlichkeiten der Feuerwehr Traunstein abgehalten. Die praktische Ausbildung fand auf dem Bahngelände des Traunsteiner Bahnhofes statt. Trotz widriger Witterungsverhältnisse und zeigten die Teilnehmer große Motivation bei, Wind, Schneefall, Regen und wurden dafür ab und an mit ein paar Sonnenstrahlen belohnt.

Somit stehen im Landkreis Traunstein 67 Feuerwehrdienstleistende zur Verfügung, die die Berechtigung für die Bahnerdung in den nächsten zwei Jahren erworben haben. Davon haben 19 Kameradinnen und Kameraden den sogenannten Grundlehrgang durchlaufen. 54 Kräfte sind für die Bahnstrecke München - Salzburg zuständig und kommen aus den Feuerwehren Rottau, Übersee, Grabenstätt, Bergen, Holzhausen, Vachendorf, Traunstein und Surberg. 13 weitere Kräfte stehen für die Bahnstrecke Traunstein - Ruhpolding von den Feuerwehren Eisenärzt und Ruhpolding zur Verfügung.

Anhand eines behördlich genehmigten Hygienekonzeptes des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein konnte die Ausbildungseinheit durchlaufen werden. Der Bahnmanager und Ausbilder Maik Staate zeigte sich mit der zuverlässigen Einhaltung der Hygieneregeln sehr zufrieden. Lehrgangleiter Georg König bedankte sich am letzten Lehrgangstag bei Maik Staate mit einem kleinen Geschenk. Hob

 

Text und Bilder

Daniela Rottner, Michael Wimmer, Peter Volk, Georg König, Hubert Hobmaier

Kreisfeuerwehrverband Traunstein

Feuerwehr Ruhpolding

 

Bildtext

67 Feuerwehrler aus dem Landkreis Traunstein besitzen für die kommenden zwei Jahre die Berechtigung zum Erden elektrischer Gleisanlagen. In acht Lehrgängen jeweils in Kleingruppen erwarben die Einsatzkräfte die nötigen theoretischen und praktischen Kenntnisse und Fertigkeiten. Bahnmanager Maik Staate von der Deutschen Bahn AG zeigte sich für die Ausbildung verantwortlich.

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