„Nichts ist so beständig wie der Wandel“

Grabenstätt/Erlstätt. Die schrittweise Anpassung auf die sich ändernden Bedingungen nehmen mehr und mehr Form an. Nun ist die Feuerwehr-Führungsstelle Chiemsee als dritte nach den Führungsstellen Salzach (Fridolfing und Pietling) sowie Achen (Rottau) an den Start gegangen. In einer Kommunikationsübung zusammen mit den Feuerwehren der Landkreismitte wurden die Strukturen und Abläufe getestet. Das vom Landkreis Traunstein und dem Kreisfeuerwehrverband mitgetragene Projekt ist in den kommenden Monaten vollständig ausgerollt und kommt zukünftig bei Großschadenslagen oder gehäuften Unwettereinsätzen zum Tragen.

Angesiedelt wurde die Führungsstelle Chiemsee bei der Feuerwehr Erlstätt und die Leitung hat Stefan Nitzinger übernommen. „Mit unserer Premiere bin ich durchaus zufrieden und die Abläufe haben insgesamt bereits gut funktioniert“, so seine Worte im Gespräch mit dem Kreisfeuerwehrverband. Unterstützt wurde die Auftaktveranstaltung von Kreisbrandinspektor Martin Schupfner sowie den beiden Kreisbrandmeistern Albert Rieder und Stefan Helmel. Darüber hinaus war der Fach-Kreisbrandmeister für Funk und Führung Ingo Klepke vor Ort. Er und sein Fachbereich hatten das neue Konzept der „Online“ Kommunikationsübungen samt dazugehöriges Hygienekonzept entwickelt.

„Für mich ist die Einführung der Führungsstellen die richtige Antwort auf die sich wandelnden Herausforderungen insbesondere im Zusammenhang mit Unwettereinsätzen“, so Martin Schupfner und führt fort, „dass die Kombination mit einer Übung einschließlich der Nutzung aller zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel eine super Sache für alle Beteiligten ist.“ Das Fazit der teilnehmenden Feuerwehren aus Chieming, Hart, Haslach, Hochberg, Pierling, Kammer, Matzing, Nußdorf, Stein, Surberg, Traunreut, Traunstein, Traunwalchen und der Werkfeuerwehr B/S/H Traunreut fiel ebenfalls durchwegs positiv aus. Die konstruktiven Anregungen der Teilnehmer wurden aufgenommen und fließen kontinuierlich in die Verbesserung des Angebotes ein.

Die teilnehmenden Feuerwehren, die ihre eigenen Gerätehäuser mit zwei bis drei Einsatzkräften besetzt hatten, erhielten während der Übung verschiedene Arbeitsaufträge beispielsweise per E-Mail übermittelt und mussten ihre Lösungen per Funk an die Feuerwehr-Führungsstelle Chiemsee übermitteln. Darunter befanden sich Aufgaben wie beispielsweise Gefahren an der Einsatzstelle zu beurteilen, das Erkennen eines Einsatzmittels anhand der Funkrufnamen, Aufruf von Gruppen über Kurzwahl im Digitalfunk aber auch die Beschreibung von Einsatzsituationen anhand von Bildern.

Mit dem Start der Führungsstelle Chiemsee und den gesamten Verlauf zeigten sich die Verantwortlichen zufrieden. Ingo Klepke freut sich insbesondere, „dass diese neue Form der bisherigen Funkübungen auch in Coronazeiten gut durchführbar ist und unter Einhaltung der geltenden Hygieneregeln stattfinden konnte“. Darüber hinaus nimmt seinen Worten nach, die Verwendung digitaler Kommunikationsmedien kontinuierlich zu und auch die Feuerwehren gehen mit der Zeit, indem sie sich mit dieser Form der Kommunikation auseinandersetzen. Aus den altbekannten Funkübungen sind nun Kommunikationsübungen geworden und somit bleiben die Feuerwehren am Zahn der Zeit. Hob

 

Text und Bilder

Michael Wimmer, Daniela Rottner, Hubert Hobmaier

Kreisfeuerwehrverband Traunstein e.V.

Feuerwehren Kammer und Traunreut

zurück