Ein Spagat zwischen Vorsicht und Notwendigkeit

Grassau. Während der Coronapandemie das Niveau der professionellen Hilfe zu wahren und gleichzeitig die Kontakte zu minimieren ist die aktuelle Herausforderung der Feuerwehren. Insbesondere die regelmäßige Fortbildung von Einsatzkräften ist notwendig, damit Wissen kontinuierlich erhalten und ausgebaut wird. Zahlreiche Ausbilder des Kreisfeuerwehrverbandes haben es möglich gemacht, dass der Lehrgangsbetrieb in dieser schwierigen Zeit in weiten Teilen wieder starten konnte.

Einerseits ist es wichtig, dass die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren erhalten bleiben um bei Ernstfällen schnell und professionell zu helfen – damit verbunden ist die Reduzierung von Zusammenkünften und Übungen. Andererseits brauchen die ehrenamtlichen Helfer regelmäßiges Training um für alle denkbaren Situationen fit zu bleiben. Der Themenbereich Technische Hilfeleistung bildet von den jährlich rund 5500 Einsätzen im Landkreis Traunstein einen Schwerpunkt, diesem kommt deshalb auch auf Grund der Vielfältigkeit der Anforderungen eine besondere Bedeutung zu.

Alfred Mayer von der Feuerwehr Grassau zeigt sich für die Technische Ausbildung als Lehrgangsleiter für die Feuerwehren im südlichen Bereich verantwortlich. „Innerhalb kurzer Zeit ist es ihm und allen beteiligten Ausbildern gelungen, den Lehrgang neu zu konzeptionieren, so dass alle erforderlichen Schutzmaßnahmen eingehalten wurden und die Behörden grünes Licht für die Durchführung gegeben haben“, zeigt sich der zuständige Kreisbrandinspektor Georg König zufrieden.

Josef Linner, der gesamtverantwortliche Fach-Kreisbrandmeister für den Ausbildungsbetrieb, zeigt sich ebenfalls schwer beeindruckt mit welchem Engagement in allen Sparten gearbeitet wurde um die dringend benötigten Ausbildungen anbieten zu können. „Es brauchte oft nur einen Anruf und die Bitte um Unterstützung bei den ehrenamtlichen Ausbildern und sie haben langjährige Lehrgangskonzepte binnen kurzer Zeit überarbeitet und neu aufgelegt“, erklärt er im Gespräch mit dem Kreisfeuerwehrverband Traunstein.

Für einen bestmöglichen Schutz der Teilnehmer und Ausbilder wurden Abläufe in den Lehrgängen neu strukturiert, das Tragen von Schutzmasken sowie die Möglichkeiten von Händehygienemaßnahmen eingeführt. Zudem wurde insbesondere das Platzangebot in den Lehrsälen erweitert und ganze Übungseinheiten umgebaut, damit das Ansteckungsrisiko minimiert wird. Alle Maßnahmen verfolgen letztlich das Ziel, die Feuerwehrleute von einer Ansteckung in den eigenen Reihen zu schützen um letztlich die flächendeckende Hilfe weiterhin anbieten zu können.

Der in Grassau durchgeführte Lehrgang „Technische Hilfeleistung“ war einer der Ersten, der mit einem neuen Konzept an den Start ging und den behördlichen Segen erhalten hatte. „Die Teilnehmer gingen allesamt mit höchster Disziplin an den Start, was dazu führte, dass einerseits der Lehrgangserfolg hergestellt werden konnte, andererseits haben die Schutzmaßnahmen gegriffen, so dass wir die Infektionsgefahren erfolgreich umgangen haben“, freut sich Georg König. Die Teilnehmer hatten zudem erkannt, mit welch hohem Engagement die Vorbereitungen verbunden waren und überreichten den Ausbildern am Ende des Lehrganges ein Geschenk als Zeichen des Dankes und der Anerkennung für diesen nicht selbstverständlichen Einsatz.

Letztlich konnten 24 Aktive der Feuerwehren Erlstätt, Grassau, Hammer, Holzhausen, Inzell, Oberwössen, Reit im Winkl, Rottau, Ruhpolding, Siegsdorf, Staudach-Egerndach und Unterwössen durch den Lehrgangsleiter Alfred Mayer die Zeugnisse zum bestandenen Lehrgang in Empfang nehmen und stehen mit ihren erworbenen Kenntnissen und Fertigkeiten den Feuerwehren zur Verfügung. Für Josef Linner ist der „Spagat zwischen Vorsicht und Notwendigkeit für die Feuerwehren im Landkreis Traunstein bisher sehr gut gelungen, wenngleich ich mir die Rückkehr in den regulären Betrieb und normalen Bedingungen sehr wünsche“. Hob

 

Text

Hubert Hobmaier

Kreisfeuerwehrverband Traunstein

 

Bilder

Feuerwehr Grassau

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