52 Feuerwehr-Dienstleistende unter Corona-Bedingungen zu Atemschutzgeräteträgern ausgebildet.

Traunstein/Trostberg. Die Aus- und Fortbildung bei den Feuerwehren im Landkreis Traunstein gestaltete sich in diesem, von der Corona-Pandemie geprägten Jahr äußerst schwierig. Lange Zeit waren Lehrgänge fast jeglicher Art gänzlich untersagt. Der Grund dafür war, dass die Feuerwehr zur sogenannten „kritischen Infrastruktur“ zählen und deshalb war es Vorgabe die Feuerwehrmänner und -frauen vor einer Virusinfektion zu schützen. Der Ausfall einer oder mehrerer Wehren und einer größeren Anzahl von aktiven Dienstleistenden wäre fatal gewesen. Doch dazu ist es gottlob nicht gekommen. Und sehr erfreut kann Stefan Thurner, Fach-Kreisbrandmeister für Atemschutz, kurz vor Jahresende feststellen, dass es im zweiten Halbjahr noch gelang, 52 Feuerwehr-Dienstleistende zu Atemschutzgeräteträgern (AGT) auszubilden. „Das ist eine sehr wichtige Stärkung der Einsatzbereitschaft. Atemschutzträger sind bei fast jedem Löscheinsatz unverzichtbar,“ betonte Thurner.

 

Die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr sind das Rückgrat der Löschmannschaften. Die Spezialkräfte mit Gesichtsmaske und Pressluftflaschen auf dem Rücken sind unerlässlich, wenn es darum geht in verrauchte Gebäude und Räume zu gelangen, um Menschen aus Lebensgefahr zu retten und Feuer an der Brandquelle zu löschen. Rund 1700 ausgebildete Atemschutzträger stehen in den 80 Feuerwehren im Landkreis Traunstein zur Verfügung. Trotz dieser großen Zahl sei es notwendig kontinuierlich weitere Feuerwehr-Dienstleistende zu Atemschutzgeräteträgern auszubilden, betont Thurner. Nur so könne sichergestellt werden, dass es bei keinem Einsatz an Floriansjüngern mit der Zusatzqualifikation „Atemschutz“ mangelt. Ob Kellerbrand, ein in Flammen stehendes Auto oder eine unklare Rauchentwicklung in einem Wohnhaus - ohne die Spezialisten, die sich unter dem Schutz der Pressluftatmer in völlig verqualmte Räume wagen, ist ein schneller und effektiver Löscherfolg kaum möglich.

 

Die 52 neuen „AGT`“ wurden unter strengen Corona-Hygieneregeln an den beiden Ausbildungsstätten für Atemschutz in den Feuerwehrgerätehäusern in Traunstein und Trostberg in mehrwöchigen Lehrgängen geschult. Die jungen Floriansjünger mussten sowohl theoretischen Unterricht mit Grundlagen der Brandbekämpfung und Einsatztaktik absolvieren, als auch unter realitätsnahen Bedingungen eine verrauchte Übungsstrecke durchkriechen. Das erfordert nicht nur, die erlernten Kenntnisse und Fertigkeiten richtig anzuwenden, sondern ebenso absolute körperliche Fitness. „Insgesamt ist die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger für die Feuerwehrmänner und –frauen kein Honigschlecken“, betont Thurner. Deshalb würdigten er und die Ausbilderteams in den beiden Schulungsstätten am Ende der Kurse die hohe Motivation und ausgezeichneten Leistungen der Lehrgangsteilnehmer. „Die Ausbildung befähigt die neuen Atemschutzgeräteträger im Ernstfall professionelle Hilfe zu leisten und Menschen vor giftigen und lebensgefährlichem Brandrauch zu retten,“ so Thurner.

 

Feuerwehrler, die als Atemschutzgeräteträger ausgebildet und in ihrer Wehr zur Verfügung stehen, verzichten im Interesse des Gemeinwohls übrigens auf ganz persönliche Belange: Denn für Atemschutzträger gilt ein „Barterlass“. Um die absolute Dichtheit der Gesichtsmaske und die persönliche Sicherheit zu gewährleisten, dürfen Atemschutzgeräteträger keinen Bart tragen, um für die Allgemeinheit und den Schutz der Bürger uneingeschränkt vorbereitet und fit zu sein. pv.

 

Zu den Bildern:

Sie sind Spezialkräfte der Feuerwehren – die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr. Trotz Corona-Pandemie und umfangreichen Hygienevorgaben, konnten im zweiten Halbjahr 52 neue Atemschutzgeräteträger ausgebildet werden. Alle 52 absolvierten die Fachausbildung an den Schulungsstätten in Traunstein und Trostberg mit Erfolg. (Fotos: Kreisfeuerwehrverband Traunstein)

 

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