Grünes Licht seitens der Feuerwehr!

Altenmarkt. Die Verkehrsfreigabe für den Probebetrieb am Aubergtunnel hängt unmittelbar mit dem „Go“ der Feuerwehren zusammen. Erst wenn die Einsatzkräfte mit der Sicherheitstechnik und den Einsatzkonzepten der Anlage vertraut sind, darf der Verkehr rollen. Aus diesem Grund haben sich die Feuerwehren in den letzten Wochen mit der Tunnelanlage vertraut gemacht. Eine Übung unter einsatznahen Bedingungen bildete dabei den Abschluss der Einweisungsserie. Darüber hinaus wurden Brandversuche durchgeführt um so die Funktion des baulichen Brandschutzes zu überprüfen.

Ab dem morgigen Montag soll der Verkehr nun probeweise durch die Tunnelanlage rollen. „Wir Feuerwehren haben uns mit der Technik umfassend auseinandergesetzt und unsere Einsatzkräfte wurden umfangreich in die Einsatztaktik bei derartigen Bauten eingewiesen“, so der zuständige Kreisbrandinspektor Josef Egginger. Insbesondere für das Vorgehen bei Einsätzen in Tunneln liegen für alle drei Anlagen im Landkreis Traunstein aufeinander abgestimmte Konzepte zugrunde. Die Feuerwehr Altenmarkt ist bei Einsätzen im Aubergtunnel federführend verantwortlich. Unterstützt werden sie dabei in erster Linie durch die umliegenden Wehren aus Rabenden, Seeon, Trostberg und Stein.

„Bei Einsätzen in Tunneln sind die Schweitzer Feuerwehren für den europäischen Raum führend. Die Grundlagen unseres Handelns leiten sich deshalb unter anderem aus den Erfahrungen Kameraden aus dem Nachbarland ab“, so Traunsteins Kommandant Christian Schulz. Er selbst und einige weitere Kameraden beschäftigen sich im Kreisfeuerwehrverband Traunstein intensiv mit der Materie „Einsätze in Tunnelanlagen“ und konnten auch in einer Übungsanlage in der Schweiz wertvolle Einsatzerkenntnisse sammeln, die nun in die Ausbildung im Landkreis unmittelbar einfließen.

„Sowohl in Ruhpolding als auch beim Ettendorfer Tunnel und nun in Altenmarkt erfolgt das Vorgehen unserer Feuerwehren, angepasst auf die örtlichen Gegebenheiten, immer nach dem gleichen Schema“, erklärt Kreisbrandrat Christof Grundner. „So schaffe man einen einheitlichen Ausbildungsstand unter den Einsatzkräften und die professionelle Hilfe im Schadensfall sei jederzeit gewährleistet“. Bereits im Vorfeld wurde beispielsweise für alle erdenklichen Szenarien eine entsprechende Einsatzplanung zu Grunde gelegt.

Gegenüber der normalen Brandbekämpfung, bei der in der Regel zwei Atemschutzgeräteträger eine Einheit bilden, gehen in den sogenannten Gebäuden mit „hoher Eindringtiefe“ stets fünf Einsatzkräfte gemeinsam vor um den Einsatzauftrag zur erledigen. Dies begründet sich unter anderem darin, dass der An- und Abmarsch deutlich länger ist, als es beispielsweise in einem Wohnhaus der Fall wäre. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Technischen Hilfeleistung. Hier muss die Gerätschaften auch über deutlich längere Wegstrecken transportiert werden, was nur mit einem erheblichen Personalaufwand zu bewerkstelligen ist.

Das 440 Meter lange Bauwerk verfügt unter anderem über einen Rettungsstollen, der von den Einsatzkräften genutzt werden kann. „Damit letztlich auch alle Rädchen ineinander greifen haben wir uns ausführlich mit der Löschwasserversorgung, den Anfahrts- und Bereitstellungsplätzen, den Kommunikationsmöglichkeiten der Anlage, dem Vorgehen und den nötigen Hilfsmitteln sowie der Verkehrsführung und den baulichen Besonderheiten der Anlage auseinandergesetzt. Die diversen Übungsszenarien haben gezeigt, dass die umliegenden Feuerwehren für den Fall der Fälle gerüstet sind. Dies führte letztlich dazu, dass die Freigabe pünktlich erfolgen konnte“, zeigt sich Kreisbrandmeister Martin Hochreiter zum Abschluss der Einweisungsserie sichtlich zufrieden. Hob

 

Text und Bilder

Hubert Hobmaier, Simone Ober, Stefan Lohwieser

Kreisfeuerwehrverband Traunstein e.V.

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