Fitnessprogramm für 80 Feuerwehren!

Landkreis Traunstein. Die jährliche Belastungsüberprüfung ist ein Kernelement für die Einsatzfähigkeit als Atemschutzgeräteträger bei der Feuerwehr. Jede Einsatzkraft muss sich dieser an einem der 38 möglichen Übungsabenden unterziehen. Diese haben bereits in den ersten Januartagen begonnen und erstrecken sich bis Mitte März. „Unsere Frauen und Männer aus der Atemschutzriege müssen schon eine gewisse körperliche Belastbarkeit mitbringen“, erklärt Stefan Thurner der Fachkreisbrandmeister für den Bereich Atemschutz im Landkreis Traunstein. Knapp 1700 Einsatzkräfte der 80 Feuerwehren stehen tagtäglich mit der Zusatzqualifikation „Atemschutz“ bereit und kommen insbesondere bei Bränden oder Gefahrgutunfällen zum Einsatz.

Für die ehrenamtlichen Ausbilder bedeutet dies jede Menge Arbeit. Bis zu 50 Personen werden pro Übungsabend und Ausbildungsstätte durch den Fitnesstest gebracht – „Beanstandungen gibt es nur selten, was auf die durchwegs gute körperliche Verfassung unserer Einsatzkräfte zurück zu führen ist“, so Thurner. In dem etwa 30 minütigen „Sportprogramm“ marschieren sie dabei unter andrem auf dem Laufband oder erklettern auf der Endlosleiter ungefähr die Höhe einer ausgefahrenen Drehleiter. Zudem müssen sie in Dunkelheit einen Orientierungsparkour mit zahlreichen Hindernissen bewerkstelligen. Das alles geschieht in voller Montur und angeschlossenem Atemschutzgerät. Der Test gilt als bestanden, wenn am Ende der Übung der Luftvorrat nicht vollständig verbraucht und kein grober einsatztaktischer Mangel erkannt wurde. Dabei ist besonders Teamwork gefragt, da die Teilnehmer immer in Zweier- oder Dreiergruppen vorgehen und „alle sicher ans Ziel kommen müssen“.

Der Landkreis Traunstein betreibt für diese vorgeschriebene Pflichtübung zwei sogenannte Übungsstrecken. Für die Feuerwehren im südlichen Landkreis ist diese Anlage im Feuerwehrhaus Traunstein untergebracht, im Norden ist das Gerätehaus in Trostberg die Anlaufstelle der Feuerwehren. An insgesamt 38 Abenden werden Termine angeboten. Pro Übungstag kommen bis zu 50 Einsatzkräfte zum Zug. „Dahinter steckt eine unheimliche Logistik- und Planungsleistung“, erklärt der Fachberater Atemschutz, Alexander Erber. Es müssen die Termine geplant und organisiert, die Feuerwehren informiert sowie die Ausbilder eingeteilt werden. „Da dies alles rein auf ehrenamtlicher Basis passiert und unsere Feuerwehren auch allesamt ehrenamtlich tätig sind, ist dies schon eine beachtliche Leistung, dass dieser Übungsmarathon Jahr für Jahr so gut gelingt“, freut sich Erber abschließend.

Einhellig berichten die Ausbilder, dass die Feuerwehren allesamt gut vorbereit zur Leistungsüberprüfung antreten. Als einziger Wermutstropfen wird berichtet, dass immer wieder Einsatzkräfte mit zu langen Barthaaren erscheinen. „Der derzeitige Barttrend ist für uns natürlich nachvollziehbar. Im Einsatz kann dies allerdings lebensgefährlich werden, wenn die Barthaare dazu führen, dass die Atemschutzmasken nicht dicht abschließen und dadurch beispielsweise giftiger Brandrauch eingeatmet wird“, gibt der Fachkreisbrandmeister zu bedenken. Aus diesem Grund erfolgt das Vorgehen gerade auch im Ausbildungsbetrieb sehr restriktiv. Die Bartträger können direkt vor Ort eine Rasur durchführen oder werden zu einem neuen Termin geladen um ihre Pflichtübung abzulegen. Hob

 

Text und Bilder

Hubert Hobmaier, Stefan Thurner (Kreisfeuerwehrverband Traunstein e. V.)

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