„Der Katastrophenfall war eine enorme Teamleistung!“

Grabenstätt. In der Kommandantenbesprechung der Feuerwehren im südlichen Landkreis Traunstein war der Großeinsatz mit mehr als 10.000 meist ehrenamtlichen Helfern gleich zu Jahresbeginn eines der beherrschenden Themen. Seitens der Kreisbrandinspektion gab es einen Ausblick auf das neue Jahr indem es zu einigen personellen Veränderungen und Verbesserungen kommen wird. Georg König, der zuständige Kreisbrandinspektor und stellvertretende Kreisbrandrat informierte über Übungen, Leistungsabzeichen und Einsätze des abgelaufenen Jahres. Zudem erhielt Josef Gutsjahr aus den Händen des Kreisbrandrates Christof Grundner eine besondere Ehrung für sein langjähriges Wirken in verantwortlicher Position bei der Feuerwehr Bergen.

Die Schneemengen vor ziemlich genau einem Jahr, dürften sicherlich für viele von uns noch gut in Erinnerung sein. Besonders die schwierigen Situationen in Raiten bei Schleching oder die Räumung des Feriendorfes in Vorauf bei Siegsdorf haben dabei noch viele vor Augen. Manche Ortschaften waren über Tage hinweg von der Außenwelt abgeschnitten, Straßen auf Grund von Lawinenabgängen unpassierbar. Als Einsatzschwerpunkte ergaben sich schnell die Gemeinden Inzell, Ruhpolding, Siegsdorf, Reit im Winkl und Schleching sowie die Stadt Traunstein und die Gemeinde Surberg. Nachdem die meisten Feuerwehren bereits in den ersten Januartagen unzählige Einsätze bewältigen mussten, wurde am 10. Januar durch den Landrat Siegfried Walch der Katastrophenfall ausgerufen und Kreisbrandrat Christof Grundner zum Örtlichen Einsatzleiter bestellt.

Bis zu zweitausend Helfer pro Tag schufteten teils bis zur Erschöpfung um Hab und Gut der Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Als eine „enorme Teamleistung“ bezeichnete König diesen Einsatz, der bis zum 18. Januar als Katastrophenalarm gelaufen ist und dessen Folgen heute noch an vielen Stellen sichtbar sind. „Nur durch eure professionelle Arbeit ist es gelungen, dass keine Personen ernsthaft zu Schaden gekommen sind“, so König weiter. Alle Helfer haben an einem Strang gezogen um den Schneemaßen Herr zu werden. Die Bevölkerung sowie zahlreiche Firmen und Betriebe haben den Einsatz dabei großartig unterstützt und die Helfer vielerorts mit warmen Getränken oder einer kleinen Stärkung unterstützt.

Die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten lobte König dabei ausdrücklich. Im neuntägigen Katastropheneinsatz waren der größte Teil der 80 Feuerwehren im Landkreis Traunstein sowie Feuerwehren aus den Landkreisen Freising, Neuburg-Schrobenhausen und Eichstätt, das Technische Hilfswerk (THW), Bayerische Rote Kreuz , Wasserwacht, Bergwacht, Malteser Hilfsdienst, Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), Polizei im Bereich des Präsidiums Oberbayern Süd, Bereitschaftspolizei, Bundeswehr, Lawinenwarndienst Bayern, die Autobahnmeisterei Siegsdorf (A8) und die Straßenmeisterei sowie weitere Hilfsdienste aus benachbarten Landkreisen und dem gesamten Oberbayern.

Von einem „normalen Einsatzjahr“ sprach König in seiner Jahreszusammenfassung und auch in Sachen Ausbildung waren die Feuerwehren wieder sehr aktiv. Insgesamt haben 246 Ehrenamtliche ein Leistungsabzeichen erworben und fast 70 Jugendliche haben sich dieser Prüfung unterzogen. 153 Nachwuchskräfte stellten sich zudem den Wissenstest der Jugendfeuerwehren. Neben den Grundlehrgängen seinen auch im abgelaufenem Jahr Lehrgänge zur Technischen Hilfeleistung, einem Lehrgang zum Thema Bahnerdung sowie zwei Übungssamstage durchgeführt worden. In Holzhausen bei Bergen sowie in Reit im Winkl lag der Schwerpunkt dieser organisationsübergreifenden Ausbildungsveranstaltungen im Bereich „Umgang mit Amoklagen“. Der gute Ausbildungsstand spiegle sich auch bei Einsätzen wider. „Ich sehe vor Ort stets einen sehr hohen Standard bei den unterschiedlichsten Einsatzlagen“, so König abschließend.

Den Blick nach Vorne richtete Kreisbrandrat Christof Grundner. Dabei informierte er die Anwesenden darüber, dass die beiden Kreisfeuerwehrärzte Holger Hübner sowie Hubert Pilgram nun als Fachberater bestellt sind und für die Feuerwehren rund um die Uhr bei Einsätzen beratend hinzugezogen werden können. Zudem wird es bei der Jugend zu einem Wechsel kommen. Martina Steinmaßl tritt die Nachfolge von Thomas Göls aus Grassau an, der sein Amt als Kreisjugendwart zum Jahresende niedergelegt hat. Ebenfalls im neuen Jahr wird die neu geschaffene Position eines Fach-Kreisbrandmeisters für Presse- und Medienarbeit besetzt. Hubert Hobmaier wird diese Position übernehmen. Außerdem wird der Fach-Kreisbrandmeister „Gefahrgut“ wieder besetzt werden, so Grundner.

„Es ist schon ganz etwas Besonderes, wenn sich jemand über so viele Jahre hinweg in führender Position ehrenamtlich engagiert und dafür danken wir dir von ganzem Herzen“, so die Laudatio des obersten Feuerwehrmannes im Landkreis für Josef Gutsjahr von der Feuerwehr Bergen. Aus den Händen des Kreisbrandrates erhielt dieser deshalb den Ehrenkrug sowie das Feuerwehrehrenzeichen des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein in Silber samt Urkunde. 18 Jahre lang bekleidete Josef Gutsjahr das Amt des 2. Kommandanten. Er ist bei der turnusmäßigen Kommandantenwahl der Hochfellngemeinde im Juli des letzten Jahres nicht mehr angetreten. Seine Nachfolge hat Michael Freitsmiedl bereits angetreten. Hob

Text und Bilder: Hubert Hobmaier

Kreisfeuerwehrverband Traunstein e.V.

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