"Bahnerdung" - Sonderlehrgang von Feuerwehr erfolgreich absolviert.

Landkreis Traunstein. Insgesamt 72 Feuerwehr-Dienstleistende absolvierten im April Ausbildungs- und Auffrischungslehrgänge (zwei Kurse zur Erstausbildung und fünf Lehrgänge zur Auffrischung bereits erworbener Kenntnisse und Fertigkeiten) zum Thema „Bahnerdung“.

Neben einem eintägigen Lehrgang der Grundausbildung müssen Feuerwehr-Einsatzkräfte die Berechtigung zur Bahnerdung alle zwei Jahre bei einem mehrstündigen Wiederholungslehrgang auffrischen. Die Unterweisung erfolgt durch Fachkräfte der Deutschen Bahn AG.

Ausbildung: Lehrgang „Bahnerdung“ – Grundausbildung / Auffrischung

Bereits seit einigen Jahren werden Einsatzkräfte der Feuerwehren im Landkreis Traunstein in der Tätigkeit des „Bahnerdens“ aus- und fortgebildet. Im Einsatzfall dürfen die Feuerwehrler somit die abgeschaltete Oberleitung erden, um die Einsatzkräfte vor elektrischer Spannung zu schützen und um zeitnah Hilfe leisten zu können. Erst wenn die Sperrung der Gleise erfolgt ist und jegliche Gefahr durch Elektrizität beseitigt ist, dürfen Einsatzkräfte die Gleisanlagen betreten! Bei Unfällen, Störungen und Unregelmäßigkeiten am Gleiskörper gehen von der Oberleitung mit einer Spannung von 15.000 Volt große Gefahren aus. Deshalb sind an den Ereignisstellen die entsprechenden Oberleitungen auszuschalten - gefährliche Kriechströme sind abzuleiten ("Bahnerden"), das heißt, die  Spannungsfreiheit ist zu prüfen und dann das Erden durchzuführen.

Im Bereich des Landkreises Traunstein sind mehrere Feuerwehren entlang der Bahnstrecke München – Salzburg und der Bahnstrecke Traunstein - Ruhpolding zuständig. Sie rücken bei Bedarf mit speziellen Gerätschaften und Fachpersonal aus. Die Wehren sind mit sogenannten "Bahnerdungssätzen“, bestehend aus Spannungsprüfer, zwei Erdungsklemmen und einer Erdungsstange ausgerüstet.

Eigentlich übernimmt der Notfallmanager der Deutschen Bahn das Bahnerden. Weil dieser jedoch für ein sehr großes Gebiet zuständig ist, kann sein Anreiseweg sehr lang sein, wodurch wiederum ein Einsatz der Feuerwehr erheblich verzögert würde.

Nach einem theoretischen Unterrichtsblock im Feuerwehr-Gerätehaus Traunstein ging es anschließend zur praktischen Ausbildung zum Bahnhof Traunstein. Dort konnten die Teilnehmer ihr zuvor Erlerntes in der Praxis vertiefen.

Den Lehrgang in Theorie und Praxis neu und erstmals absolviert haben in zwei Lehrgängen die Aktiven der Feuerwehren Eisenärzt, Holzhausen, Ruhpolding, Surberg, Traunstein, Übersee, Vachendorf. An den fünf Auffrischungslehrgängen nahmen 54 Teilnehmer der Wehren aus Bergen, Eisenärzt, Grabenstätt, Holzhausen, Rottau, Surberg, Traunstein, Übersee und Vachendorf teil. Aufgrund des zweijährigen Rhythmus findet die nächste Bahnerdungs-Schulung im Landkreis Traunstein im Jahr 2021 statt.

Bericht/Fotos: Michael Wimmer

zum Bild 1 (oben):
Kreisbrandinspektor Georg König bedankte sich mit einem GRISU (Feuerwehr-Drache) und Schreibtischutensilien des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein bei Herrn Staate (Ausbilder Deutsche Bahn).

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