Industriebrand: Großübung mit über 150 ehrenamtlichen Feuerwehr-Helfern

Übersee. „Brand in Industriegebäude“ – das war die Ausgangslage für eine Großübung der Feuerwehren am gestrigen Freitag (17.8.2018), an der 162 ehrenamtliche Feuerwehrmänner und –frauen mit 24 Einsatzfahrzeugen teilnahmen. Schauplatz der Übung war das ehemalige Deutz-Betriebsgelände gegenüber dem Bahnhof. Neben den Übenden waren auch viele interessierte Bürger als Zuschauer dabei, wozu die Feuerwehr Übersee  als Ausrichter der Gemeinschaftsübung ausdrücklich eingeladen hatte, ob die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren demonstrieren zu können.  

Das Schlagwort „Industriebrand“ hatte zur Folge, dass eine große Vielfalt verschiedenster Spezialfahrzeuge und Gerätschaften verwendet und genutzt wurden, wie wasserführende Fahrzeuge, Atemschutzgeräte, Drehleitern, Pumpen u. v. m. , dazu verschiedenste Fachkräfte zur Unterstützung der Einsatzleitung. Die Aufgabe von Rupert Kink, 1. Kommandant der Feuerwehr Übersee und Einsatzleiter, bestand darin, alle Einsatzkräfte und den Raum rund um die Brandstelle so zu ordnen, dass schnell und damit auch effektiv gehandelt werden konnte.  Arbeitsaufträge an die zuerst an der Brandstelle eintreffenden Einheiten wurden so verteilt, dass die größte Gefahr, die von dem angenommen Großbrand ausging, mit den anfangs wenigen Einsatzkräften und -mitteln gut beherrscht werden konnte. 

So übernahmen die beiden Löschtrupps der ersteintreffenden Fahrzeuge der Feuerwehr Übersee den Westbereich des Gebäudes, retteten eine Person vom Dach, suchten im Bereich der Heizungsanlage nach vermissten Personen und löschten den angenommen Brandherd. Das Übungsszenario sah jedoch eine extrem rasche Brandausbreitung vor und auch die ehemalige Produktionshalle stand in Flammen. Deshalb wurden zwei weitere Einsatzabschnitte im Norden und Süden gebildet. Mit massivem Löscheinsatz, auch von Drehleitern aus, schützten die nachrückenden Kräfte angrenzende Wohnhäuser und verhinderten so eine Ausbreitung des Feuers. Zeitgleich wurde mit Pumpen Wasser aus dem Überseer Bach gesogen und über lange Schlauchleitungen zum Brandort gepumpt. Auf dem Dach wurde mit einer Riegelbildung (Wasserwand) dafür gesorgt, dass nicht betroffene Teile der Industrieanlage abgeschirmt und vor den Flammen geschützt werden.   

Nach etwa eineinhalb Stunden war die Großübung, an der Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Grabenstätt, Grassau, Rottau, Staudach-Egerndach, Marquartstein, Schleching, Unterwössen, Oberwössen, Reit im Winkl und Übersee sowie Vertreter der Kreisbrandinspektion teilnahmen, beendet.

Wichtige Übungsziele wie die Kommunikation mittels Digitalfunk, das koordinierte Führen der eingesetzten Einheiten und die Zusammenarbeit von mehreren Löschmannschaften wurde nach Auskunft der Übungsbeobachter erreicht. Mindestens genauso wichtig waren die vielen Gespräche im Nachklang der Übung, bei denen das ein oder andere Thema kritisch debattiert und Erfahrungen ausgetauscht wurden. Zusammengefasst hatten alle Beteiligten das gleich gemeinsame Ziel:  Als ehrenamtliche Feuerwehrdienstleistende möglichst schnell und professionell Hilfe zu leisten! Die Feuerwehr Übersee würdigte zum Abschluss der Gemeinschaftsübung alle Mitwirkenden für das engagierte Üben. Für alle Übungsteilnehmer gab es am Feuerwehrgerätehaus als kleine Belohnung eine stärkende Brotzeit.

Text: Tobias Plenk (FF Übersee) / Peter Volk
Bilder: Freiwillige Feuerwehr Übersee

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