Kreisstadtfeuerwehren probten am Hochberg den Ernstfall

Traunstein. Eine Verpuffung in einem landwirtschaftlichen Betrieb samt Ferienwohnungen in Weilerlage mit mehreren vermissten Personen, dies waren Kernpunkte aus dem Übungsdrehbuch des Hochberger Kommandanten, Thomas Hasenöhrl. Er betonte, dass man sich bewusst für diese Übungslage entschieden habe, da es am Hochberg zahlreiche vergleichbare Objekte gebe. Die Übung habe gezeigt, dass eine ausreichende Wasserversorgung nicht vorhanden ist und eine mehr als 2,5 Kilometer lange Schlauchleitung vom Röthelbach Weiher am Schwimmbad aufgebaut werden musste.

Die ersten Löschmannschaften aus Hochberg begannen zunächst eine erste Wasserversorgung aus dem Hydranten aufzubauen, um eine Personenrettung vorzubereiten und die Ausbreitung des Brandes auf weitere Gebäudeteile zu verhindern. Unterstützt wurden sie dabei von Einsatzkräften aus Haslach und Traunstein. Diese gingen mit Atemschutzgeräten zur Brandbekämpfung und Menschenrettung vor. Die in Stellung gebrachte Drehleiter musste indes mangels Wasser auf ihren Einsatz zur Brandbekämpfung noch warten.

Die Wehren aus Kammer und Wolkersdorf waren, unterstützt vom Schlauchwagen, zur Errichtung einer langen Schlauchstrecke eingesetzt. Zunächst hat man einen weiteren Hydranten angezapft, der etwa einen halben Kilometer vom Schadensort entfernt war, dieser brachte jedoch nicht die gewünschte Leistung für ausreichend Löschwasser. Somit blieb nichts anderes übrig, als eine mehr als 2500 Meter lange Leitung den Hochberg hinauf aufzubauen. Es waren fünf Feuerwehrpumpen nötig, um das Wasser bis zur bereitstehenden Drehleiter zu fördern.

Hochbergs zweiter Kommandant und Einsatzleiter, Franz Geisreiter, betonte in seiner Manöverkritik, dass in dieser Übung zahlreiche Schwierigkeiten ans Tageslicht kamen. Neben den großen Problemen mit der Wasserversorgung, sind die schmalen Zufahrtsstraßen am Hochberg eine Herausforderung für die Fahrzeuglogistik. Ein Wassertransport mit Tankfahrzeugen sei deshalb nicht möglich gewesen. Ein erster Zugriff zur Menschenrettung durch die Ortsfeuerwehr war mangels Atemschutzausrüstung und Wassertank im Fahrzeug nicht möglich und die Unterstützung braucht natürlich eine Zeit bis sie am Hochberg oben ist, so Geisreiter. Traunsteins Kommandant, Christian Schulz, hob die Notwenigkeit der Hochberger Feuerwehr hervor, ohne deren Ortskenntnisse sei man „ziemlich aufgeschmissen“. Er hoffe, dass nun endlich das neue Feuerwehrhaus in Angriff genommen wird, damit auch die Fahrzeugausstattung endlich auf den aktuellen Stand gebracht werden kann.

Kreisbrandinspektor Martin Schupfner zollte Traunsteins Feuerwehren großen Respekt. Man habe sich mit den Gegebenheiten arrangiert und das Beste aus dieser schwierigen Lage gemacht. Besonders die eingesetzten Kräfte in der langen Schlauchleitung hatten ein hartes Stück Arbeit, so Schupfner. Seinen Worten zur Folge, sei eine Menschenrettung mit dem vorhandenen Wasser wohl möglich gewesen. Wäre es tatsächlich zu einem größeren Brandereignis gekommen, so hätte man derzeit wohl kaum Möglichkeiten, in der gebotenen Geschwindigkeit ausreichend Wasser zum Löschen zur Verfügung zu haben.

Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel war ebenfalls vor Ort und machte sich ein Bild von der Übung. Im Rahmen einer kleinen Brotzeit dankte er allen Einsatzkräften der Großen Kreisstadt. Er betonte ausdrücklich, dass die Arbeit aller Feuerwehren über das gesamte Jahr hinweg großartig sei. Die Sicherheit der Bürger liege ihm sehr am Herzen und die Feuerwehren leisten einen unschätzbaren Beitrag zur raschen Hilfeleistung im Schadensfall. Zudem kündigte er an, sich um die aufgezeigten Mängel in der Löschwasserversorgung zeitnah kümmern zu wollen. Die Stadt müsse die Probleme Stück für Stück angehen und zur Verbesserung der Situation ihren Beitrag leisten, so Kegel. Hob

 

Text und Bilder:

 

Hubert Hobmaier

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