Feuerwehren und Rettungsdienst verwandeln Landidylle in großes Übungsgelände

Wonneberg. Die Rettung eines Verunglückten aus steilem Gelände, Feuer und Rauch in einem Wohngebäude und eine darin vermisste Person, ein Mann, der in einem Baustellenfahrzeug eingeklemmt ist oder ein Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten verletzten Person – ein Großübung von Feuerwehren und Rettungsdienst bot viele herausfordernde Aufgaben für die rund 100 Teilnehmer.

 

Die Zusammenarbeit der Einheiten verschiedener Rettungs- und Hilfsorganisationen zu fördern, junge Führungskräfte auszubilden und unter realistischen Bedingungen zu üben, um für tatsächliche Notfälle bestens vorbereitet zu sein, war das Ziel des Übungstages – des zweiten seiner Art innerhalb nur einer Woche. Schauplätze waren die Gemeinde Wonneberg der Waginger Ortsteil Nirnharting und damit der Inspektionsbereich Traunstein Land 3-1.  Die Helferinnen und Helfer von Feuerwehren und BRK-Rettungsdienst wurden an sieben verschiedenen Notfallszenen mit schwierigen Aufgaben der Menschenrettung, der technischen Hilfeleistung oder dem Löschen von Bränden konfrontiert.

A
usgangspunkt des „Übungsmarathons“ war der Parkplatz der Schule in Wonneberg. Dort richtete sich die Einsatz- bzw. Übungsleitung der Feuerwehr Waging ein und von dort wurden die, in Bereitschaft vorgehaltenen Einheiten alarmiert und mit ihren Einsatzaufträgen versorgt. Vom Schulparkplatz aus rückten die Teams von Rettungsdienst und Feuerwehren mit den alarmierten Fahrzeugen und Rettungsmitteln aus. Die Übungsorte in und um Wonneberg und Nirnharting waren dabei ebenso wie die nachgestellten Szenarien individuell vorbereitet und eine große Herausforderung für die Übungsteilnehmer. Mehrere Landwirte stellten ihre Betriebsgebäude und Flächen zur Verfügung. Am Friedhofsparkplatz in Wonneberg wurde ein Verkehrsunfall in Szene gesetzt. Eine Person war verletzt und eingeklemmt, der Fahrer wurde vermisst. Während sich der Rettungsdienst um die medizinische Versorgung des eingeklemmten Schwerverletzten kümmerte, leiteten die Floriansjünger die schnelle, aber auch schonende Befreiung des Verletzten ein. Dazu setzten sie hydraulische Rettungsgeräte, wie Spreizgeräte und Rettungszylinder ein. Auch machten sich Fußtrupps auf die Suche nach dem vermissten Fahrers. Am Feuerwehrgerätehaus in Nirnharting wurde ein Gefahrgutunfall simuliert. Ein Tankbehälter, auf einem PKW-Anhänger gezurrt und gefüllt mit einem unbekannten Gefahrstoff, war undicht. Der Gefahrstoff trat ungehindert aus dem Tank. Zwei  Personen, die mit dem Stoff in Berührung gekommen waren, mussten von den Feuerwehrhelfern mit Atemschutzgeräten aus dem Gefahrenbereich in Sicherheit gebracht und medizinisch versorgt werden. Der auslaufende Gefahrstoff konnte anhand eines Katasters zugeordnet und identifiziert werden. Um weitere Verschmutzungen zu verhindern, wurden der lecke Tank und ein Gully so schnell als möglich abgedichtet.  


Mit Hilfe einer Übungspuppe, die mit den Beinen in einem Baustellenfahrzeug eingeklemmt war, wurde ein Baustellenunfall nachgestellt. Bei diesem Einsatz war die enge Abstimmung zwischen Rettungsdienst und Feuerwehr erforderlich, um die medizinische Versorgung des Verletzten und die technische Rettung der Feuerwehr aufeinander abzustimmen.


Die motivierten Übungsteilnehmer der Feuerwehren aus Freutsmoos, Gaden, Nirnharting, Otting, Palling, Taching am See, Tengling und Wonneberg sowie die Ehrenamtlichen des Bayerischen Roten Kreuzes arbeiteten rund 20 Alarmübungen zeitnah und gründlich ab - jeder der teilnehmenden Einheiten „erledigten“ drei bis vier Notfallstationen.  

Von erfahrenen Feuerwehrler wurden im Anschluss Fehler angesprochen und Kritik geübt, aber auch Vieles gelobt. Am Ende des Übungstages gab es für die Mitwirkenden eine stärkende Brotzeit, die von den Gemeinden Wonneberg und Waging am See spendiert wurde. Kreisbrandinspektor Günter Wambach und Kreisbrandmeister Georg Fleischer würdigten die Feuerwehren Wonneberg und Nirnharting für die Ausrichtung und hervorragende Organisation des Übungstages und alle teilnehmenden Einsatzkräfte für die Zeit und das engagierte Üben.  Alle Mitwirkenden waren sich darüber einig, dass Übungstage, wie der in Wonneberg eine ausgezeichnete Fortbildung darstellen und Routine geben. Deshalb wird der Übungstag auch in zwei Jahre wiederholt, kündigte Kreisbrandmeister Fleischer an.

Text: Sabine Heinrich / Peter Volk
Bilder: Sabine Heinrich

zurück