Übungsmarathon für Feuerwehren und Rettungsdienste

Tittmoning. Feuer und Rauch im Keller eines Betriebsgebäudes und eine darin vermisste Person, ein Mann, der in einer Maschine eingeklemmt ist, ein Forstunfall mit zwei Schwerverletzten oder die Rettung eines Verunglückten aus einem Schacht -  beim Übungstag der Feuerwehren im Inspektionsbereich Traunstein Land 3-2 (nordöstlicher Landkreis) übten mehr als 180 Einsatzkräfte um für den tatsachlichen Ernstfall gerüstet zu sein. Die Helferinnen und Helfer von Feuerwehren, BRK-Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk (THW) und Bergwacht sowie Beamte der Polizei Laufen wurden an sieben verschiedenen Szenarien mit schwierigen Aufgaben der Menschenrettung, der technischen Hilfeleistung oder dem Löschen von Bränden konfrontiert. Ziel war die Zusammenarbeit der Einheiten verschiedener Rettungs- und Hilfsdienste zu fördern und dabei die Führungskräfte und Mannschaften aus- und fortzubilden.

 

Ausgangspunkt des „Notfallmarathons“ war das Feuerwehrgerätehaus in Tittmoning. Dort wurden die in Bereitschaft vorgehaltenen Einheiten alarmiert und die Übungsleitung erteilte den jeweiligen Einsatzauftrag. Daraufhin rückten die Einheiten mit den angeforderten Fahrzeugen und Rettungsmitteln aus. Die Übungsorte in und um Tittmoning waren dabei ebenso wie die nachgestellten Szenarien individuell vorbereitet und eine echte Herausforderung für die Übungsteilnehmer. Die Firma Brückner stellte ihr ehemaliges Betriebsgelände für die Ausrichtung gleich mehrerer Übungen zur Verfügung. Dort wurden zum Beispiel die Kellerräume einer verwinkelten Halle mittels Nebelmaschine stark verraucht, um einen ausgedehnten Brand zu simulieren. Feuerwehrler mit Atemschutzgeräten machten sich auf die Suche nach einer vermissten Person, während mehrere Löschtrupps die Brandbekämpfung übernahmen. Zwischen Kirchheim und Schmerbach wurde ein Forstunfall in Szene gesetzt. Zwei Personen wurden verletzt, eine davon zwischen Bäumen eingeklemmt. Bei diesem Einsatz war die enge Abstimmung zwischen Rettungsdienst, der sich um die medizinische Versorgung kümmert und der Feuerwehr, die sich mit hydraulischen Rettungsgeräten um die Befreiung des Schwerverletzten mühte, notwendig. In einem Waldstück bei Ponlach wurde ein Fahrradunfall simuliert. Eine Person war einige Meter abgestürzt und lag verletzt am steilen Abhang. Um zum Verunglückten gelangen zu können mussten sich die Helfer selbst gegen Absturz sichern. Nach der Erstversorgung vor Ort brachten ihn die Feuerwehrler vom Abhang weg auf die Forststraße.

 

Insgesamt gab es während des Übungstages rund 30 Mal Alarm, so dass jede der teilnehmenden Einheiten drei bis vier Notfallstationen „abarbeitete“. Im Anschluss jeder Übung wurde der Verlauf besprochen - es gab Kritik und Lob. Für täuschend echte Unfallszenarien sorgte die Gruppe für Realistische Unfalldarstellung der Malteser. Am Übungstag nahmen die Feuerwehren aus Asten, Fridolfing, Kay, Kirchanschöring, Kirchheim, Lampoding, Petting, Pietling, Tittmoning, Törring und aus dem benachbarten Österreich die Feuerwehr Ostermiething teil, ebenso das Technische Hilfswerk (THW) Traunreut, das Bayerische Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst, die Bergwacht, die Polizeiinspektion Laufen und das Kreisverbindungskommando (KVK).

 

Zum Abschluss des Übungstages gab es für die Mitwirkenden ein stärkendes Essen, zubereitet von den Köchen des Roten Kreuzes. Kreisbrandinspektor Günter Wambach, Kreisbrandmeister Hans Heinrich und Tittmonings Bürgermeister Konrad Schupfner würdigten die Feuerwehren Tittmoning und Kirchheim für die Organisation und Ausrichtung des Übungstages und alle teilnehmenden Einsatzkräfte für das motivierte und engagierte Üben, was den erstmals durchgeführten Übungstag zu einem Erfolg machte. Alle Mitwirkenden waren sich darüber einig, dass sie von solch einem Übungstag nur profitieren können, weshalb es in zwei Jahre auch eine Neuauflage geben wird.

Text: Peter Volk / Sabine Heinrich
Bilder: Sabine Heinrich

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