Simulator-Training für mehr Sicherheit bei Einsatzfahrten

Trostberg. Einsatzfahrten mit Blaulicht und Martinshorn sind mit das gefährlichste im aktiven Feuerwehrdienst. Wenn höchste Eile geboten ist um Menschenleben zu retten oder Sachwerte zu schützen, stehen die Maschinisten am Steuer von Einsatzfahrzeugen unter hoher Anspannung. Zum einen sollen sie schnell am Einsatzort sein, zum anderen steht selbstverständlich im Vordergrund das Mannschaft und Gerätschaft sicher ankommen. Um Feuerwehr-Einsatzkräfte auf die besonderen Anforderungen bei Fahrten mit Sondersignal vorzubereiten und mehr Sicherheit zu erreichen steht ein „Sondersignal-Fahrt-Trainer“ zur Verfügung, der von der Versicherungskammer Bayern, dem Bayerischen Innenministerium und dem Landesfeuerwehrverbandes Bayern zur Verfügung gestellt wird. Der speziell entwickelte Simulator stand kürzlich für einige Tage im Gerätehaus in Trostberg. Die Führungskräfte der Kreisbrandinspektion, allen voran Kreisbrandrat Christof Grundner, gingen mit guten Beispiel voran und absolvierten das Schulungsprogramm im Simulator als erste, danach Maschinisten aus verschiedenen Feuerwehren aus dem Landkreis.

Die wesentlichen Inhalte des Lehrganges sind das kontrollierte Verhalten in Stresssituationen, das Wissen um rechtliche Grundlagen zu Sonder- und Wegerechten, die Entwicklung von Fahrstrategien und damit die Verminderung des Unfall- und Schadensrisiko. Der Sondersignal-Trainer simuliert verschiedene Verkehrsräume wie Stadtverkehr, Autobahn sowie Land- oder Bundesstraße, unvorhersehbares Verhalten von Verkehrsteilnehmern, Überholmanöver, Fahren durch Rettungsgassen, Annähern und Überqueren von Kreuzungen mit verschiedenen Vorfahrtsregelungen und vieles mehr.

Das Fazit der Teilnehmer nach Ende der Übungen am Simulator fiel durchwegs positiv aus. Die Behandlung der Sonder- und Wegerechte und aller damit verbundenen rechtlichen Aspekte weckte besonderes Interesse. Auch die nachträgliche Videoanalyse des eigenen Fahrverhaltens werteten die Maschinisten als besonders lehrreich. Alle Kursteilnehmer bekannten, dass die neuen Erfahrungen aus dem Simulator-Training dazu beitragen werden bei Einsatzfahrten noch mehr Achtsamkeit und Vorsicht walten zu lassen.

Bayernweit werden pro Jahr etwa 2300 Feuerwehrdienstleistende am Sondersignal-Fahrt-Trainer fortgebildet. Im Landkreis Traunstein waren es beim jüngsten Lehrgang rund 30 Floriansjünger. Der Simulator für Einsatzfahrten wird jedoch heuer noch einmal bereit stehen. Die Finanzierung  der Ausstattung und des Schulungsprogramms teilen sich der Freistaat Bayern und die Versicherungskammer Bayern mit jeweils rund 180.000 Euro. 

Text und Bilder: Peter Volk

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