Modernisierte Atemschutz-Ausbildungsanlage in Trostberg eingeweiht und offiziell in Betrieb genommen

Trostberg. Mit einer Feierstunde im Feuerwehrgerätehaus und der kirchlichen Segnung durch Kaplan Michael Maurer wurde die komplett modernisierte Atemschutz-Ausbildungs- und Übungsstrecke des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein offiziell in Betrieb genommen. Landrat Siegfried Walch übergab die Schlüssel der rund 170.000 € teuren Anlage an Kreisbrandrat Christof Grundner sowie Stefan Thurner, Fach-Kreisbrandmeister für Atemschutz und Andreas Grabmüller, Leiter der Trostberger Schulungsstrecke.

Schon vor 31 Jahren wurde im Landkreis Traunstein damit begonnen worden, die Aus- und Fortbildung von Atemschutzträgern in speziellen Übungsstrecken zu konzentrieren, mit dem Ziel die Sicherheit der ausnahmslos ehrenamtlichen Einsatzkräfte zu verbessern, wie Kreisbrandrat Christof Grundner berichtete. Fundament sei die Grundausbildung der Atemschutzträger, die im Landkreis Traunstein in zwei Ausbildungsstätten in Traunstein und Trostberg stattfindet. Seit 1987 wurden in den beiden Schulungsstätten mehr als 37.000 Feuerwehrmänner und –frauen aus- und fortgebildet. Die Technik und Ausstattung der beiden Anlagen ist jedoch in die Jahre gekommen und entsprach nicht mehr den deutlich gestiegenen Anforderungen der Brandbekämpfung, bei der Technischen Hilfeleistungen und bei Chemie- und Gefahrguteinsätzen. „Eine komplette Sanierung der Übungsstrecke war unumgänglich“, erklärte der Kreisfeuerwehrchef.

Seit 2014 wurde die Modernisierungsmaßnahme geplant, ebenso die Finanzierung. Der Regierung von Oberbayern als Zuschussgeber musste erläutert werden, warum im Landkreis Traunstein gleich zwei Ausbildungs- und Übungsstrecken notwendig sind. Der Antrag wurde positiv beantwortet und je Übungsanlage ein Zuschuss von 43.000 € gewährt. Die mit Abstand größte Zuwendung gab es vom Landkreis Traunstein, der mehr als 100.000 Euro allein für die Trostberger Anlage zuschoß. 1600 Atemschutzträger im Landkreis können somit weiterhin ortsnah geschult und fortgebildet werden. Die modernisierte Übungsstrecke im Feuerwehrgerätehaus in Traunstein wurde bereits im Oktober wieder in Betrieb genommen – knapp vier Monate danach nun die Trostberger „Atemschutzträger-Kriechstrecke“. Kreisbrandrat Grundner hob die großartige Unterstützung der Stadt Trostberg hervor und dankte Bürgermeister Karl Schleid, dass die Übungsstrecke weiterhin im Ober- und Dachgeschoss des Gerätehauses betrieben werden kann.

Schleid sagte, er sei froh, dass die Anlage in den Räumen der Trostberger Wehr bleibt, was vor allem für die Männer und Frauen der Wehren in der Stadt Trostberg wertvoll sei. Er wünschte für den Betrieb und allen Lehrgangsteilnehmern viel Erfolg bei den Schulungen, um dabei die notwendigen Erfahrungen sammeln zu können, die für den Ernstfall notwendig sind. Christof Grundner hob die stets großartige Unterstützung der beiden Trostberger Kommandanten Hans-Peter Heimbach und Florian Zimmermann, ebenso der Gerätewarte hervor und lobte das Engagement von Andreas Grabmüller, des Leiters der Übungsstrecke. Zusammen mit den Atemschutz-Ausbildern wurden mehr als 150 Stunden ehrenamtlicher Eigenleistung erbracht, um die alte Anlage ab- und auszubauen.

Landrat Siegfried Walch betonte, dass es dem Landkreis Traunstein besonders wichtig sei, dass die Aus- und Fortbildung der ehrenamtlichen Florianijünger passt. „Der aktive Feuerwehrdienst kann nicht professionell erfolgen, wenn die Ausbildung als Grundlage dafür nicht gegeben ist.“ Es sei eine wichtige und richtige Entscheidung gewesen, die Übungsstrecken zu modernisieren und die Finanzen dafür bereitzustellen. Damit werde der hohe Ausbildungsstandard, der bei den Feuerwehren im Landkreis gegeben ist, nachhaltig gefördert. Walch nutzte die Gelegenheit und sagte allen aktiven Feuerwehrdienstleistenden ein „Vergelt`s Gott“. „Wir wissen um das Engagement eines jeden einzelnen Feuerwehrlers“. Es sei ein Wahnsinn, was ehrenamtlich geleistet wird - in Einsatz, Übung und Ausbildung. „Menschen die mehr tun, als sie tun müssen  – davon lebt unser Gemeinwesen und unsere bürgerschaftliche Gesellschaft“, betonte Walch.

Mit der Übergabe der Schlüssel der Atemschutz-Übungsanlage an Kreisbrandrat Christof Grundner und Stefan Thurner, Fach-Kreisbrandmeister für Atemschutz, wurde die neue, modernisierte Schulungsstätte durch Landrat Walch eröffnet. Kaplan Michael Maurer von der Stadtpfarrei Trostberg stellte in einer kurzen Andacht die Parallelen zwischen Feuerwehrdienst und einem Wort aus dem Johannes-Evangelium dar: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben hingibt für seine Freunde.“ Feuerwehrler und insbesondere Atemschutzträger begeben sich häufig in gefährliche Situationen, um das Leben anderer zu retten. Der Segen gelte deshalb nicht nur der Anlage, in der die Floriansjünger auf ihre Einsätze vorbereitet werden, sondern allen Feuerwehrdienstleistenden im aktiven Dienst. Der Seelsorger ging durch die Räumlichkeiten der Übungsstrecke, besprengte die Räume mit Weihwasser und bat um Gottes Schutz und Segen.

Danach schlüpfte Kaplan Maurer, selbst Feuerwehrler, in einen Schutzanzug und schnallte ein Atemschutzgerät auf den Rücken. Zusammen mit Fach-Kreisbrandmeister Thurner testete er die neue Übungsanlage und durchkroch sie auf voller Länge, was ihm den anerkennenden Applaus und Respekt der Besucher der Einweihungsfeier einbrachte. Hans-Peter Heimbach, 1. Kommandant der Trostberger Wehr meinte mit einem Augenzwinkern, der Schutzanzug für Maurers Proberunde sei extra in seiner Größe beschafft worden. Er könne somit jederzeit als Aktiver bei der Trostberger Wehr einsteigen. Die Eignung dafür habe der Seelsorger eindrucksvoll unter Beweis gestellt. pv.

Bericht und Bilder: Peter Volk 

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