Feuerwehr verhindert Flammeninferno auf dem Campingplatz

Übersee. Auf einem Campingplatz im Überseer Ortsteil Feldwies standen am Samstagmittag gegen 12:10 Uhr vier Wohnwägen in Vollbrand. Rund 150 Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Rettungsdienste und der Polizei waren vor Ort. Bei Eintreffen der ersten Feuerwehrkräfte aus Übersee schlugen die Flammen meterhoch aus den Campern. Eine weit sichtbare Rauchsäule stieg in den Himmel. Zwei Ersthelfer mussten ins Krankenhaus. Eine erste vorsichtige Schätzung der Polizei geht von einer Schadenshöhe von rund 150.000 Euro aus. Die Ursache ist derzeit noch unklar.

„Als wir vor Ort eintrafen, hat es mehrere laute Knallgeräusche durch abströmende Gasflaschen gegeben“, so Zugführer Tobias Plenk der die Einsatzleitung für die Feuerwehr Übersee übernommen hatte. Zunächst war nur die Feuerwehr Übersee zu dem Brand alarmiert worden. Bereits auf Anfahrt wurde das Einsatzstichwort auf einen „Mittelbrand“ auf Grund der massiven Rauchsäule und bei Eintreffen auf einen Großbrandalarm erhöht.

Die Feuerwehren der Umgebung sind mit etwa 125 Einsatzkräften angerückt. Neben der eigentlichen Brandbekämpfung bauten sie eine Wasserversorgung zum nahegelegenen Chiemsee auf und sperrten den Einsatzbereich großräumig ab. 16 Atemschutzgeräteträger wurden zur unmittelbaren Brandbekämpfung eingesetzt. Zahlreiche weitere Kräfte standen am Gerätewagen Atemschutz, der aus Traunstein entstand wurde, zum Einsatz bereit.

Zu Beginn des Einsatzes standen die unmittelbare Brandbekämpfung sowie das Absichern eines unmittelbar angrenzenden Gasflaschenlagers im Mittelpunkt. Hierzu wurde eine sogenannte Riegelstellung aufgebaut, um die benachbarten Bebauungen zu schützen. „Wäre es uns nicht gelungen, dass angrenzende Flaschenlager zu schützen, hätte der Brand eine noch größere Dimension erreicht“, so der Einsatzleiter im Gespräch mit dem Kreisfeuerwehrverband. Der massive erste Löschangriff zeigte nach rund zehn Minuten einen ersten Erfolg und somit konnte seitens der Feuerwehreinsatzleitung „Feuer unter Kontrolle“ an die Leitstelle in Traunstein gemeldet werden.

Die Nachlöscharbeiten dauerten rund eineinhalb Stunden. Mehrere angrenzende Wohnanhänger wurden sicherheitshalber kontrolliert. „Die Gäste und der Betreiber haben insgesamt großartig reagiert und alle Menschen bereits vor Eintreffen der Feuerwehr in Sicherheit gebracht“, so Tobias Plenk. Eine Sammelstelle wurde durch 25 Kräfte des Bayerischen Roten Kreuzes aufgebaut. Diese zeigten sich zusammen mit den Helfern des Kriseninterventionsdienstes der Malteser aus Traunstein für eine erste Anlaufstelle von Verletzten und zur kurzfristigen Betreuung der Betroffenen verantwortlich.

Zur rettungsdienstlichen Absicherung waren zwei Rettungswägen und ein Notarzteinsatzfahrzeug sowie der Einsatzleiter Rettungsdienst vor Ort. Darüber hinaus wurde die SEG Transport alarmiert. Zwei Passanten mussten in umliegende Krankenhäuser gebracht werden. Zur Unterstützung der Einsatzleitung wurde die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung alarmiert. Neben dem Kreisfeuerwehrarzt wurde auch das Helferinterventionsteam der Feuerwehren alarmiert. Deren Mitglieder konnten jedoch bereits auf Anfahrt wieder umdrehen.

Zusätzlich zu den Feuerwehren Übersee, Grassau, Grabenstätt, Unterwössen und Traunstein waren sechs Mitglieder der Kreisbrandinspektion vor Ort, um die Einsatzleitung der örtlichen Feuerwehr zu unterstützen. Mit Ausnahme der Feuerwehr Übersee konnten die meisten Feuerwehrkräfte rund eineinhalb Stunden nach dem ersten Alarm vom Brandort abrücken. Die Ortsfeuerwehr blieb noch für kleinere Nachlöscharbeiten sowie eine Brandwache am Einsatzort.

Die örtliche Polizei ist zusammen mit den Beamten der Brandermittlung an die Einsatzstelle gekommen. An den vier am meisten betroffenen Anhängern ist wirtschaftlicher Totalschaden entstanden. Eine erste vorsichtige Schätzung geht von einem Gesamtschaden in Höhe von rund 150.000 Euro aus. Was zu dem Feuer geführt hat ist derzeit noch völlig unklar und ist Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Hob

 

Text und Bilder

Hubert Hobmaier

Kreisfeuerwehrverband Traunstein e.V.

Feuerwehr Übersee

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