Nächtlicher Dauereinsatz der Feuerwehren am "Tag des Notrufes“

Landkreis Traunstein. Am heutigen 11.2. ist der Europäische Tag des Notrufes. Dieser wurde 2009 eingeführt um den Bekanntheitsgrad der  Notrufnummer „112“ auszubauen. Wegen des Sturmes „Sabine“ wurde die Nummer in den letzten Tagen sehr häufig gewählt. Am gestrigen Montag 10.2.) wurden die Feuerwehren im Landkreis Traunstein rund 50 Mal alarmiert. Am heutigen Dienstag sind fast 90 Einsätze angefallen. Der Großteil entfiel dabei auf die Nacht- und Morgenstunden. Es war knapp die Hälfte der 80 Feuerwehren im Landkreis Traunstein im Einsatz um Sturmschäden zu beseitigen. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand. Kreisbrandrat Christof Grundner zieht seitens der Feuerwehr eine positive Bilanz.

In den Abendstunden des gestrigen Montags waren die Feuerwehren Inzell und Lampoding alarmiert worden. Beide Feuerwehren mussten Bäume von der Fahrbahn entfernen. Die Feuerwehr Chieming wurde indes zu einer eiligen Wohnungsöffnung im Ortsteil Egerer gerufen. Mit dem Wiederauffrischen des Sturmes in den frühen Morgenstunden zogen zeitgleich die „112-Alarmierungen“ erneut an. Zwischen 2 Uhr und 8 Uhr wurde durch die Integrierte Leitstelle in Traunstein eine Feuerwehr nach der anderen angefordert. Auf Grund der Vielzahl an Einsätzen wurde das sogenannte „Flächenlagenkonzept“ des Landkreises Traunstein erneut aktiviert, was eine vereinfachte Einsatzabwicklung sowie die Nacherfassung von „nicht alarmierten“ Einsätzen ermöglicht.

Als erste Feuerwehr rückte um 2:03 Uhr die Feuerwehr Petting mit neun Einsatzkräften zu ihrem ersten, von insgesamt zwei Einsätzen an diesem Tag aus. Ein umgestürzter Baum behinderte auf der Kreisstraße TS 32 die Durchfahrt. Eine zusätzliche Bereitschaft ist am Feuerwehrhaus verblieben. Anschließend wurde die Feuerwehr Hart alarmiert. Zwei mächtige Fichten blockierten die Strecke zwischen Tabing und Knesing. In Kirchanschöring war die Feuerwehr mit 25 Mann im Einsatz. Die Einsatzkräfte waren insgesamt an fünf Einsatzstellen gefordert, umgefallene Bäume von den Gemeinde- und Kreisstraßen im Ortsgebiet zu entfernen.

Um 3:16 Uhr wurde die Feuerwehr Traunstein alarmiert. Im Stadtgebiet sind in der Nacht insgesamt 16 Einsätze angefallen. 15 Feuerwehrkräfte beseitigten mehrere umgestürzte Bäume sowie Verkehrshindernisse wie Mülltonnen, umgefallene Bauzäune, Fahnenmasten sowie Verkehrsschilder. In dieser Zeit erfolgten die Alarmierungen im Minutentakt. Es wurden unter anderem die Feuerwehren Seeon, Wonneberg, Heiligkreuz, Pittenhart, Freutsmoos, Seebruck, Törring, Asten, Truchtlaching, Tittmoning, Peterskirchen, Kay, Surberg und Siegsdorf alarmiert um Unwetterschäden zu beseitigen.

Die Feuerwehr Lampoding war mit 14 Einsatzkräften und zwei Fahrzeugen im Einsatz. Ein Baum drohte „Am Rehwinkel“ auf die Fahrbahn zu stürzen. Diese Gefahr wurde durch die Feuerwehr beseitigt. Mit 18 Einsatzkräften beseitigte die Feuerwehr Waging drei mächtige Bäume im Bereich Haslach. Sie wurden dabei vom Bauhof der Marktgemeinde unterstützt. In Trostberg rückten die Ehrenamtlichen ebenfalls zu einem Einsatz aus. Zwölf Einsatzkräfte wurden nach Hochwies nahe dem Krankenhaus Trostberg zu einem umgestürzten Baum alarmiert.

Die Bahnstrecke Traunstein – Garching war auf Grund eines umgefallenen Baumes auf Höhe Aichmühle blockiert. Ein Güterzug kam rechtzeitig zum stehen und konnte seine Fahrt nach der Entfernung des Baumes durch die Feuerwehr Tacherting fortsetzen. Nur wenig später hieß es erneut „Einsatz für Florian Tacherting“. An einem Wohnhaus hat sich die Verkleidung eines Kamines gelöst und drohte herunter zu fallen. In Fridolfing riss ein umstürzender Baum eine Telefonleitung herunter. Die Feuerwehr beseitigte den Baum und übergab die Einsatzstelle dem Telekommunikationsunternehmen.

Die Feuerwehr Pierling hatte zwei Einsätze. Zwischen Kirchstätt und Hurtöst lag ein Baum auf der Kreisstraße TS 1. Zudem ist in der Nähe eines Reiterhofes ein Baum in die Stromleitung gefallen. Hier hatte die Feuerwehr Sicherungsmaßnahmen ergriffen und auf den Netzbetreiber gewartet. Dieser hat dann den Schaden in Eigenregie behoben. Die Feuerwehr Grassau wurde am Vormittag zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage gerufen. Die Feuerwehr Schnaitsee meldet insgesamt sieben Einsätze von umgestürzten Bäumen. Diese wurden zusammen mit den Mitarbeitern des örtlichen Bauhofs und einem Traktor behoben. Zudem war zusätzlich eine Löschgruppe als Bereitschaft am Feuerwehrhaus.

In Obing ragten mehrere Bäume gefährlich über die Fahrbahn. Die alarmierten Einsatzkräfte haben die Gefahr behoben. In der Gemeinde Engelsberg waren die Feuerwehren Engelsberg und Maisenberg bei insgesamt acht Einsätzen gefordert. Sie waren mit 20 Einsatzkräften fast drei Stunden beschäftigt um alle Einsätze abzuarbeiten. Unterstützt wurden sie von mehreren Traktoren sowie Ladern. Die Feuerwehr Taching wurde dreimal zu umgestürzten Bäumen alarmiert. Dabei lagen mehrere Bäume über die Fahrbahn. Der erste Einsatz war im Bereich Hirschpoint, gut eine Stunde später waren die Einsatzkräfte auf der Strecke nach Holzhausen gefordert. Nahe der Ortschaft Planthal lagen mehrere Bäume quer über die Straße und wurden beseitigt.

Gegen 11 Uhr mittags wurden fast zeitgleich die Feuerwehren Lindach und Schnaitsee alarmiert. In Willertsham bei Trostberg drohte ein entwurzelter Baum auf die Fahrbahn zu fallen. Auf der Staatsstraße 2357 blockierte auf Höhe Rinkertsham ein mächtiger Baum die Straße. Kurz nach Mittag wurde die Feuerwehr Palling alarmiert. Ein Baum hing in der Steiner Straße gefährlich über die Fahrbahn und musste entfernt werden. Zeitgleich rückte die Feuerwehr Tettenhausen zu ihrem zweiten Einsatz an diesem Tag aus. Nahe der Ortschaft Hahnbaum blockierte ein Baum die Fahrbahn.

In Traunreut wurden zur gleichen Zeit die Ehrenamtlichen zur Unterstützung des Rettungsdienstes gerufen. Die Feuerwehr Traunreut wurde kurze Zeit später noch einmal zu einem Einsatz gerufen. Die Blechverkleidung eines Kamines hatte sich gelöst und drohte herunter zu fallen. Gegen 15:30 Uhr wurden die Feuerwehren Chieming und Ising zu einem Verkehrsunfall mit vier beteiligten PKW alarmiert. Auf der Staatstraße 2095 etwa auf Höhe der Abzweigung nach Stöttham hatte sich der Unfall ereignet.

Auch am zweiten Tag des Sturmes „Sabine“ kam es zu keinerlei Personenschäden. Ebenso wurden keine größeren Sachschäden wurden gemeldet. Darüber hinaus waren auch am zweiten Tag die Feuerwehren im nördlichen Bereich deutlich häufiger gefordert, als die im Süden. Kreisbrandrat Christof Grundner zog am Ende des zweiten Tages eine insgesamt positive Bilanz. „Die Feuerwehren sind sehr professionell mit diesem Großeinsatz umgegangen und haben ihre Einsätze sicher abgearbeitet“, so der oberste Brandschützer im Landkreis. Darüber hinaus zeigte er sich hoch erfreut, dass es trotz der gefährlichen Arbeit zu keinerlei Unfällen im Einsatz gekommen ist. „Dies zeige einmal aufs Neue, dass unsere Ehrenamtlichen eine solide Ausbildung besitzen um alle Einsatzherausforderungen gut zu meistern“. Hob

Text und Bilder: Hubert Hobmaier

Kreisfeuerwehrverband Traunstein e.V.

Ein herzliches Dankeschön für die Erstellung der Zusammenfassung sowie der Einsendung von Bildern bei FDLNews. Gleiches gilt für die Feuerwehr Obing, Feuerwehr Waging, Feuerwehr Taching, Feuerwehr Lampoding, Feuerwehr Trostberg, Feuerwehr Engelsberg und Maisenberg, Feuerwehr Petting, Feuerwehr Traunstein, Feuerwehr Kirchanschöring, Feuerwehr Hart, Feuerwehr Schnaitsee, Feuerwehr Traunreut.

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