Schlechinger Ortsteil Raiten geräumt – Betretungs- und Flugverbot, auch für Drohnen

Schleching. Der Ortsteil Raiten wurde am gestrigen Mittwoch geräumt. Rund 100 Personen mussten ihre Häuser verlassen, vorübergehend im Feuerwehrgerätehaus Unterwössen registriert und versorgt und verbrachten die Nacht in bereitgestellten Unterkünften oder bei Verwandten und Freunden. Am frühen Donnerstagmorgen wurden auch rund 80 Kühe und Kälber, sowie Ziegen, Schafe und einige weitere Kleintiere aus dem Gefahrenbereich gebracht. Nun besteht ein absolutes Betretungsverbot für den abgesperrten Bereich. Auch wurde ein Flugverbot verhängt, der auch für Drohnen gilt.   

Am gestrigen Mittwoch (16.1.) hat die Lawinenkommission bei einer der derzeit täglich durchgeführten Überprüfungen festgestellt, dass es unterhalb des Gipfels der Hochplatte zu einer ausgeprägten Schneebruchkante gekommen ist. Die Sonneneinstrahlung begünstige zudem den Abgang einer Lawine. Aufgrund der Zusammensetzung des Schnees könne es zu einer sogenannten Staublawine kommen – so die Einschätzung einer Expertengruppe. Diese Art von Lawinenabgang erfolgte mit einer Geschwindigkeit von etwa 400 km/h und habe eine vielfach höhere zerstörerische Wirkung als das Abgleiten einer Nassschneelawine. Deshalb gaben die Fachleute die dringende Empfehlung, die Ortschaft Raiten umgehend zu räumen. Es herrsche dort „akute Gefahr für Leib und Leben“, so die Aussage.

Der Krisenstab im Landratsamt ordnete daraufhin die Räumung des Dorfes an. Dazu wurden 300 Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehren, der Polizei, der Bergwacht, des Roten Kreuzes und des Malteser Hilfsdienstes sowie des Technischen Hilfswerks entstand um eine zügige Räumung zu gewährleisten. Eine erste Anlauf- und Betreuungsstelle für die Evakuierten wurde im Feuerwehrhaus in Unterwössen eingerichtet. Die Polizei sorgte für die Einhaltung der Straßensperre und die Öffentliche Sicherheit und Ordnung in diesem Bereich. Der Schlechinger Bürgermeister Sepp Loferer, Vertreter des Landratsamtes sowie des Krisenstabes waren ebenfalls vor Ort, um die Räumung zu koordinieren. Die Bundesstraße 307 wurde zunächst von Polizei und Straßenmeisterei komplett gesperrt, ebenfalls alle Zufahrtsstraßen nach Raiten. Am Mittwochabend nach 17 Uhr wurde die Bundesstraße für den Verkehr wieder freigegeben, da für die Bundesstraße keine akute Gefahr besteht.

Am Donnerstagmorgen (17.1.) waren alle Menschen und Tiere aus der unmittelbaren Gefahrenzone gebracht. Die Lawinenkommission wird die Lage am heutigen Tag neu beurteilen und eine Empfehlung aussprechen. Auf den Erkenntnissen der Lawinenexperten wird der Krisenstab über das weitere Vorgehen entscheiden.

Der Krisenstab hat ein amtliches Betretungsverbot im Bereich Raiten verfügt. Auch gilt für den gesamten Gefahrenbereich ein absolutes Flugverbot, das auch für Drohnen gilt, wie das Landratsamt Traunstein ausdrücklich betont. Die Einhaltung von Betretungs- und Flugverbot wird durch die Polizei  Grassau mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei aus München und Dachau überwacht. Verstöße werden bei Bedarf strafrechtlich verfolgt.  Hob/pv.

Bilder: siehe Link - Traunsteiner Tagblatt
Link: https://www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos/einsaetze_galerie,-raiten-bei-schleching-wird-wegen-akuter-lawinengefahr-evakuiert-_mediagalid,5654.html

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