600 Freiwillige im Katastropheneinsatz - Feuerwehren im Kampf gegen Schneemassen

Landkreis Traunstein. Rund 600 Einsatzkräfte der Feuerwehren, sowie von Technischem Hilfsdienst und DLRG, von Bundeswehr und einem Hilfskontingent des Kreisfeuerwehrverbandes Freising mit 140 Helfern, sind seit Freitagmorgen damit beschäftigt, die Dächer öffentlicher Gebäude von Schneemassen zu befreien. Damit will die Einsatzleitung unter Führung von Kreisbrandrat Christof Grundner Vorsorge treffen, damit bei weiteren Schneefällen und eventuell einsetzendem Regen Gebäude keinen Schaden nehmen oder gar einstürzen. Die Feuerwehren aus dem weniger betroffenen nördlichen Landkreis Traunstein helfen dabei mit Fahrzeugen, Gerät und "Man-Power" in den Gemeinden im Süden aus, vor allem in Ruhpolding, Siegsdorf, Inzell und Reit im Winkl. Neben dem Hilfskontingent des Kreisfeuerwehrverbandes Freising, dass am Freitagvormittag in Traunstein angekommen ist und den ganzen Tag über wertvolle Hilfe beim Dachabräumen leistete, werden ab Freitagabend zusätzlich weitere Hilfskontingente aus den Landkreisen Neuburg-Schrobenhausen und Eichstätt erwartet.

Zudem sind die Einsatzkräfte der Feuerwehren wie in den letzten Tagen auch schon damit beschäftigt umgestürzte Bäumen von Straßen frei zu halten, Abschlepp- und Anschubhilfe zu leisten, wo Fahrzeuge hängen geblieben sind und die freie Fahrt für Rettungsdienste zu gewährleisten. Vielerorts ist die Feuerwehr auch für Straßensperrungen und die Verkehrslenkung tätig. Hauptaufgabe der Feuerwehren im Rahmen des Katastropheneinsatzes ist die Sicherstellung der Infrastruktur, also das Freihalten von Straßen, zum Beispiel für den Rettungsdienst. Deshalb werden Dächer vorrangig von öffentlichen Gebäuden, wie Krankenhäuser, Pflegeheimen, Kindergärten, Schulen oder Turnhallen von der Schneelast befreit. Hauseigentümer und Gewerbebetriebe müssen sich zum Abschaufeln ihrer schneebeladenen Dächer an gewerbliche Unternehmen wenden. Die Feuerwehren werden jedoch dann tätig, wenn akute Gefahr für Mensch und Tier besteht. Eine weitere wichtige Aufgabe sehen die Feuerwehrler darin die Löschwasserversorgung sicherzustellen und von Schneemassen freizulegen. Viele Hydranten, die häufig an Straßenrändern stehen, sind durch Schneeräumarbeiten verschüttet. Die Feuerwehr legt sie wieder frei und sorgt dafür, dass auch die Schilder, die den Standort einer Wasserentnahmestelle aufzeigen, wieder sichtbar werden. So werden auch Löschwasserzisternen, deren Zugang von Schnee bedeckt ist, freigelegt, damit sie im Ernstfall bei Feueralarm ungehindert genutzt werden können.

Die Katastrophenschutz-Einsatzleitung wird bei der Einschätzung der Gefahr, ob Dächer der Dachlast standhalten oder geräumt werden müssen von mehreren Statikern unterstützt, die vor allem im südlichen Landkreis zur Unterstützung der Feuerwehren tätig sind. Von drei Bereitstellungsräumen in Siegsdorf, Traunstein und Übersee aus, werden die Helfergruppen koordiniert und zu den Dachräumarbeiten abgerufen. Das Bayerische Rote Kreuz sorgt für die Sicherheitsabstellung und steht bereit, falls es zu einem Notfall kommt. Die Betreuungs- und Verpflegungsgruppe der Malteser versorgt rund 550 Helferinnen und Helfer mit warmen Getränken und Mahlzeiten.

Die Einsätze zum Freischaufeln schwer beladener Dächer werden sich am Freitag noch bis in die Abendstunden fortsetzen und aller Voraussicht nach am Samstag und Sonntag in unverminderter Intensität und mit noch mehr Helfern fortgesetzt.

Bericht: Peter Volk
Bilder: Peter Volk sowie Traunsteiner Tagblatt (siehe Links)

Link:  https://www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos/einsaetze_galerie,-inzell-feuerwehr-raeumt-dach-einer-tankstelle-_mediagalid,5622.html

Link:   https://www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos/einsaetze_galerie,-hilfskraefte-versammeln-sich-vor-landratsamt-in-traunstein-_mediagalid,5623.html

Link: https://www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos/einsaetze_galerie,-feuerwehr-befreit-traunsteiner-rathaus-vom-schnee-_mediagalid,5626.html

 

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