Großbrand zerstört Stallgebäude in Ortsmitte von Tengling

Taching am See. Bei einem Großbrand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in der Ortsmitte von Tengling am Samstagabend wurde eine Stallung ein Raub der Flammen. Das Vieh konnte rechtzeitig aus dem Stall im Erdgeschoss gerettet werden; der hölzerne Stadel im Obergeschoss brannte völlig nieder und krachte in sich zusammen. Trotz eines Großaufgebots an Feuerwehrkräften wurde das 40 x 20 Meter große Gebäude komplett zerstört. Das Wohnhaus und die benachbarten Gebäude konnten von den Löschmannschaften erfolgreich vor den Flammen geschützt werden. Nach ersten Angaben wurde niemand verletzt.

 

Kurz nach 18 Uhr wurde das Feuer über Notruf bei der Integrierten Leitstelle Traunstein gemeldet, die daraufhin Alarmstufe B4 (Großbrand Landwirtschaft Bauernhof) auslöste und neun Feuerwehren an die Brandstelle in der Ortsmitte, gegenüber der Tenglinger Kirche beorderte. Auch das Gerätehaus der Feuerwehr Tengling befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft und die ersten dort eintreffenden Einsatzkräfte meldeten den Vollbrand der Stallung. Die Flammen loderten meterhoch aus dem Dachstuhl in den Nachthimmel; ein weithin sichtbarer Feuerschein wies den anrückenden Einsatzkräften den Weg. Die Löschmannschaften der Feuerwehren aus Tengling, Taching am See, Tettenhausen, Waging, Palling, Kay, Pietling, Törring und Trostberg postierten sich rund um das Brandobjekt, auch zwei Drehleitern wurden in Stellung gebracht und die Floriansjünger versuchten nach Kräften dem Großfeuer Herr zu werden. Sie konzentrierten sich vor allem darauf die benachbarten Gebäude in der engen Bebauung in Ortsmitte vor einem Übergreifen des Feuers abzuschirmen, wobei die Feuerwehr sehr erfolgreich war. Nachbar-, Nebengebäude und Wohnhaus sind nur wenige Meter voneinander entfernt und nahmen trotzt der großen Hitze keinen Schaden. Wegen der starken Rauchentwicklung konnten die Löschtrupps nur geschützt mit Pressluftgeräten arbeiten. Um ausreichend Löschwasser zur Verfügung zu haben verlegten die Helfer mehrere lange Schlauchleitungen aus Entnahmestellen im Ortsbereich, unter anderem vom Mühlbach im Süden von Tengling bis zur brennenden Stallung. Das gerettete Vieh – fast ausschließlich Kälbchen und Kälber – wurden im benachbarten Wertstoffplatz neben dem Feuerwehrgerätehaus eingezäunt. Das Feuer breitete sich in rasender Geschwindigkeit aus und wütete mit solcher Wucht, dass der Dachstuhl schon 30 Minuten nach dem Feueralarm in sich zusammenkrachte. Einige Feuerwehrler die nah am brennenden Gebäude standen, konnten gerade noch rechtzeitig zurückweichen. Sie wären beinahe von herabstürzenden Gebäudeteilen getroffen worden. Insgesamt waren mehr als 150 Feuerwehreinsatzkräfte vor Ort.        

 

Der Großeinsatz wurde von Florian Reiter, 1. Kommandant der Feuerwehr Tengling geleitet, unterstützt von Kreisbrandrat Christof Grundner, den Kreisbrandinspektoren Günter Wambach und Martin Schupfner, Kreisbrandmeister Georg Fleischer sowie der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) aus Traunstein, die die Kommunikation sicherstellte und den Einsatzverlauf dokumentierte. Der BRK-Rettungsdienst war mit einem Notarzt-Einsatzfahrzeug und einem Rettungswagen vor Ort. Verletzt wurde erfreulicherweise niemand.

 

Die Staatstraße 2105 (Obere Dorfstraße) war im Ortsgebiet Tengling während der Löscharbeiten für mehrere Stunden gesperrt. Dort befand sich der Bereitstellungsraum aller Einsatzkräfte. Die Ursache des verheerenden Feuers ist noch unklar. Der Kriminaldauerdienst und die Brandfahnder der Kripo haben noch in der Nacht zum Sonntag mit ihren Ermittlungen begonnen. Zum entstandenen Sachschaden können keine genauen Angaben gemacht werden. Nach Schätzungen der Feuerwehr dürfte die Schadenshöhe aber mehrere Hunderttausend Euro betragen.

 

Gegen 20 Uhr meldete die Feuerwehr-Einsatzleitung, dass der Brand unter Kontrolle und weitgehend gelöscht ist. Bis 22 Uhr rückten die Löschmannschaften wieder ab, nur die Ortsfeuerwehr Tengling blieb als Brandwache vor Ort und erledigte Nachlöscharbeiten, während mit einem Bagger begonnen wurde die Brandstelle abzuräumen.

Nachtrag: Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Montag (17.12.) mitteilte ist ein technischer Defekt im Bereich der Heizungsanlage als eindeutige Ursache für den Brand festgestellt worden.

 

 

 

Text: Peter Volk / Sabine Heinrich / PI Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Bilder: Südost-News / FDL-news (siehe Link)
Link: https://www.suedost-news.de/fotos/neueste-bilder_galerie,-vollbrand-einer-stallung-in-tengling-loest-grosseinsatz-aus-_mediagalid,5542.html

 

 

 

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