Gefahrgut-Unfall auf der Autobahn - keine Verletzten aber 150.000 Euro Sachschaden

Grabenstätt. Ein mit Gefahrgut beladener 40-Tonner kippte am Donnerstag (13.12.2018) auf der Autobahn A8 in Fahrtrichtung Salzburg um. Der 38-jährige Fahrer des Lastwagen blieb unverletzt, der entstandene Sachschaden beträgt nach Schätzungen der Polizei mindestens 150.000 Euro. Die Autobahn musste  stundenlang gesperrt. Im Einsatz waren mehr als 80 Einsatzkräfte der umliegenden Feuerwehren und 25 Helfer des Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes, der Autobahnmeisterei, der Fachberater des Technischen Hilfswerkes und die Polizei.

Der Unfall ereignete sich gegen 8.25 Uhr zwischen den Anschlussstellen Grabenstätt und Bergen. Der Fahrer eines slowenischen Sattelzugs kam nach ersten Erkenntnissen der Polizei auf das Bankett. Beim Versuch gegenzulenken, fuhr er an die Mittelschutzplanke und der Sattelauflieger kippte um. Beladen war der LKW mit rund 22 Tonnen, davon etwa drei Tonnen Parfümerieerzeugnisse, die als Gefahrgut gekennzeichnet waren. Es handelte sich dabei um unterschiedliche Stoffe, die  zur Herstellung von Parfüm verwendet werden und als umweltgefährdend, leicht entzündlich und ätzend eingestuft waren.

Zunächst wurde nur die Feuerwehr Grabenstätt zur Verkehrslenkung alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Feuerwehr-Einheit am Unfallort stellte sich heraus, dass der Lkw Gefahrgut geladen hatte. Da nicht auszuschließen war, dass es zu einem Austritt gefährlicher Stoffe gekommen ist, alarmierte die Integrierte Leitstelle Traunstein weitere Kräfte der Feuerwehren aus Übersee, Holzhausen, Eisenärzt und Traunstein. Zudem waren die UG-OEL (Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung) sowie Kreisbrandrat Christof Grundner und Kreisbrandinspektor Georg König vor Ort um den örtlichen Einsatzleiter Sven Lein von der Feuerwehr Grabenstätt zu unterstützen. Da das notwendige Umladen der Ladung von Hand zu erledigen war und auf einen Ersatz-LKW zu verladen war, was nur unter Verwendung einer schweren Atemschutzausrüstung möglich war, dauerten dies bis etwa 14 Uhr. Danach war zumindest die Gefahr durch freiwerdende Stoffe gebannt und die Spezialisten der Feuerwehr konnten ihre Arbeit beenden. Daraufhin konnten die meisten Einheiten nach und nach aus dem Einsatz entlassen werden.

Das Bayerische Rote Kreuz war mit drei Rettungswagen der SEG Traunstein/Siegsdorf vor Ort. Zudem wurde die Einsatzgruppe aus Grassau zur Errichtung eines beheizten Aufenthaltszeltes angefordert. Die Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung (UG San EL) koordinierte den Einsatz. Der Versorgungszug der Malteser aus Traunstein kümmerte sich um die Verpflegung der Einsatzkräfte vor Ort sowie im Feuerwehrgerätehaus Grabenstätt.

Auf Grund der umfangreichen Bergungsarbeiten, musste die Autobahn bis etwa 18 Uhr gesperrt werden. Es bildeten sich kilometerlange Staus und die Umleitungsstrecken waren zeitweise völlig überlastet. Zur Unfallaufnahme war die Polizei mit acht Beamten im Einsatz. Eine Spezialfirma aus Siegsdorf barg den verunglückten LKW. Die 25 bis 200 Liter fassenden Behälter aus dem umgekippten Lkw wurde auf einen Ersatzanhänger geladen. Trotz der teilweise starken Verformung zahlreicher Behälter kam es zu keinerlei Austritt von gefährlichen Stoffen. Die Bergung des Sattelzuges durch Spezialkräne und die Sperrung der Autobahn dauerte bis gegen 18 Uhr. Der entstandene Sachschaden beläuft nach ersten Schätzungen der Polizei auf mindestens 150 000 Euro.

Bericht: Hubert Hobmaier
Bilder: Feuerwehr Übersee / Wolfgang Gasser
Bilder: Traunsteiner Tagblatt (FDL-news) - siehe Link

Link: https://www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos/einsaetze_galerie,-lkw-kippt-auf-der-a8-bei-grabenstaett-um-_mediagalid,5540.html   

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