Sturm und Orkanböen hielten Feuerwehren in Atem

Symbolbild: Volk

Lkr. Traunstein. Stürmischer Wind mit orkanartigen Böen hat in der Nacht zum Dienstag (30.10.18), besonders aber am frühen Vormittag zu rund 25 Einsätzen der Feuerwehren geführt. Einsatzschwerpunkt war der südliche Landkreis Traunstein. Die Floriansjünger wurden von der Integrierten Leitstelle Traunstein unter dem Stichwort „Unwetter“ alarmiert und mussten umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste von Straßen und Wegen räumen. Mancherorts waren Straßensperrungen notwendig, weil es wegen immer wieder auftretender starker Böen für die Feuerwehrleute zu gefährlich gewesen wäre, die Bäume zu beseitigen. Wo dies der Fall war wurde abgewartet, bis der Sturm deutlich nachgelassen hatte oder gänzlich vorüber war. Durch den Sturm oder deren Folgen verletzt wurde nach Informationen der Feuerwehren niemand.

Am Montagabend (29.10.18) kurz vor Mitternacht ging bei der Polizei Traunstein ein Notruf ein, dass die Kreisstraße TS 1 zwischen Kammer und Traunstein durch einen umgestürzten Baum blockiert sei. Wenig später wurde mitgeteilt, dass ein 63-jähriger Trostberger mit seinem Pkw in den, auf der Fahrbahn liegenden Baum geprallt ist. Er hatte das Hindernis zu spät erkannt, war mit dem Baum kollidiert, sein Fahrzeug wurde in die Höhe katapultiert und kam am rechten Fahrbahnrand zum Stehen. Der Autofahrer blieb glücklicherweise unverletzt, am Fahrzeug entstand Totalschaden, den die Polizei auf 30.000 Euro schätzt. Die Feuerwehren Kammer und Traunstein, die mit 20 Mann im Einsatz waren, beseitigten den Baum. Während der Unfallaufnahme, des Feuerwehreinsatzes und der Bergung des demolierten Fahrzeuges war die Kreisstraße komplett gesperrt.

Am Dienstagmorgen ab 6 Uhr wurden nach und nach immer mehr Feuerwehren zur Beseitigung von Sturmschäden alarmiert. Für die Wehren Grabenstätt und Übersee war die Staatstraße 2095 erster Einsatzort. Dort mussten mehrere Bäume zerschnitten und beseitigt werden, um für freie Fahrt im morgendlichen Berufsverkehr zu sorgen. Umgestürzte Bäume waren auch der Grund für eine zeitweilige Sperrung der Autobahn A 8 zwischen Grabenstätt und Bergen in Fahrtrichtung Salzburg. Die Feuerwehren Grabenstätt und Übersee unterstützten die Autobahnmeisterei entfernten die Hindernisse und sorgten für die Verkehrslenkung. In beiden Fahrtrichtungen kam es zu erheblichen Staus und Verkehrsbehinderungen.

Die Feuerwehr Oberwössen musste auf der Bundesstraße 305 auf der Strecke zum Masererpass umgestürzte Bäume wegräumen. Rund ein Dutzend Bäume, die die Bundesstraße 305 (Deutsche Alpenstraße) auf Höhe von Ramsler blockierten oder sich gefährlich tief in die Fahrbahn neigten, hielten die Feuerwehr Ruhpolding in Atem. Ein sofortiges Beseitigen war wegen des anhaltenden Sturmes unmöglich und zu riskant, so dass der Straßenabschnitt komplett gesperrt werden musste. Die Straßenmeisterei sorgte im Laufe des Dienstags für die Baumbeseitigung.

Mehrere Unwettereinsätze abzuarbeiten hatte auch die Feuerwehr Inzell, unter anderem wurde ein großer Baum an der Schmelzer Straße zur Gefahr für Verkehrsteilnehmer und Anwohner. Der Baum musste beseitigt werden. Dazu wurde ein Kranwagen angefordert und auch  die Drehleiter der Feuerwehr kam zum Einsatz. Die Schmelzer Straße war für längere Zeit gesperrt. Erst gegen 11 Uhr konnten die Inzeller Floriansjünger wieder einrücken. Die Feuerwehr Traunstein wurde am frühen Vormittag in die Höllgasse gerufen. Dort musste ein Bauzaun gesichert, der ungenügend befestigt war und an dem der Sturm rüttelte. In Eisenärzt wurde in der Dorfstraße das Dach eines Hauses vom Sturm teilweise abgedeckt, es bestand die Gefahr dass lose Dachschindeln auf die Straße geschleudert werden und Menschen verletzen könnten. Da sich der Eigentümer des Hauses in Urlaub befindet musste zunächst mit der Polizei abgeklärt werden, inwieweit die örtliche Feuerwehr Sicherungsmaßnahmen durchführen darf. Die akute Gefahr wurde schließlich durch Sperrung des Gehweges und des Umfeldes des betroffenen Hauses beseitigt. Mit der Behebung von Unwetterschäden und dem Freiräumen von Straßen hatten am Dienstagvormittag auch die Feuerwehren Siegsdorf, Holzhausen und Kirchanschöring zu tun. Bei allen Unwettereinsätzen, die für die Feuerwehrler nicht ungefährlich waren, wurde gottlob niemand verletzt.


Bericht und Symbolbild: Peter Volk
 

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