Orkantief "Xaver" beschäftigte auch die heimischen Feuerwehren

Landkreis Traunstein. Das Orkantief „Xaver“, dessen Ausläufer in der Nacht zum Freitag auch über den Landkreis Traunstein hinweg zogen und zu heftigen Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h führte, riss rund 20 Feuerwehren aus der Nachtruhe. Die Floriansjünger mussten etwa 30 Einsätze abarbeiten, wobei es sich fast ausschließlich um die Beseitigung umgestürzter Bäume handelte.

Am Donnerstagabend gegen 23 Uhr wurden die ersten Wehren alarmiert. An der Staatsstraße 2095 bei Seebruck und in Siedenberg bei Hart hielten Bäume dem Sturm nicht stand und fielen auf Fahrbahnen. Die Feuerwehren Seebruck und Hart beseitigten die Hindernisse. Die Feuerwehr Pierling wurde alarmiert, nachdem ein Autofahrer gemeldet hatte, dass bei Kirchstätt ein Baum auf sein Auto gefallen war, er dabei glücklicherweise unverletzt blieb. Als die Floriansjünger die Unfallstelle nach längerer Suche entdeckt hatten, lag dort ein Baum über die Fahrbahn, ein Pkw war jedoch nicht unter einem Baum sondern neben der Straße an einen Baum geprallt. Vermutlich versuchte der Fahrer dem Hindernis auszuweichen, kam von der Straße ab und prallte gegen den Baum. Er kam mit dem Schrecken und leichten Blessuren davon. Wegen des heftigen Sturmes musste die Bergung des Unfallautos auf den nächsten Morgen verschoben werden. Während des heftigen Sturmes wäre es für die Einsatzkräfte zu gefährlich gewesen, sich im Waldstück länger als nötig aufzuhalten. Der Eigenschutz für die Floriansjünger war auch der Grund für eine zeitweilige Sperrung der Kreisstraße TS 1 zwischen Rettenbach und Traunstein. Dort waren mehrere Bäume auf die Fahrbahn gefallen und machten eine Durchfahrt unmöglich. Die Fahrerin eines VW Golf war gegen einen umgestürzten Baum geprallt und zog sich dabei leichte Verletzungen zu. Die Feuerwehr entschied keine Gefahr einzugehen und sperrte die Straße bis 2.30 Uhr. Erst nach Abflauen des Windes wurde die Straße für den Verkehr wieder frei geräumt. Die Feuerwehr Kammer beseitigte auch Bäume auf der Gemeindeverbindungsstraße von Neuhausen in Richtung Aiging und beseitigte Teile eines Blechdaches, die in Rettenbach auf die Kreisstraße geweht wurden. Andernorts waren die Feuerwehren Tengling, Nirnharting und Marquartstein im Einsatz. Gegen Mitternacht drohte in Traunstein im Gewerbegebiet Haslacher Feld eine Werbetafel auf die Hochstraße zu stürzen. Die Feuerwehr Haslach montierte sie ab. An der Jahnstraße fiel ein Bauzaun auf den Gehweg und in der Stephanstraße machte sich ein nicht gesicherter Auto-Anhänger selbständig und stieß an ein geparktes Fahrzeug. Dabei entstand ein Sachschaden von rund 1000 Euro. Außerdem wurden Blumentöpfe und Mülltonnen umgeweht.

Am frühen Morgen gegen 6 Uhr, bei Einsetzen des Berufsverkehrs, meldeten mehrere Autofahrer, dass Bäume Straßen blockierten und kein Durchkommen war. So wurde die Feuerwehr Siegsdorf alarmiert, weil auf der Reichhausener Straße ein Baum lag. Auch die Feuerwehr Matzing rückte aus, weil bei Weiher die Durchfahrt zu einem Betriebsgelände durch einen umgestürzten Baum unmöglich war.

Die Einsätze wegen des Sturms „Xaver“ beschränkten sich auf die Landkreismitte zwischen Chiemsee und Waginger See. Im nördlichen Landkreis Traunstein sowie im Süden, im Traun- und Achental blieb es sehr ruhig, ohne nennenswerte Einsätze für die Feuerwehr.

Text: Peter Volk / Polizeibericht / Traunsteiner Tagblatt

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