„Joachim“ brachte Feuerwehren viel Arbeit

Landkreis Traunstein. Entwurzelte und umgestürzte Bäume, abgerissene Äste, herab gerissene Weihnachtsbeleuchtung und vom Winde verwehte Bauzäune – der Orkan „Joachim“, der am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag über den Landkreis Traunstein fegte, brachte den Feuerwehren viel Arbeit. 35 Wehren und damit fast die Hälfte der Feuerwehren im Landkreis waren im Einsatz und rückten aus, um die Unwetterschäden zu beseitigen. „Baum über Fahrbahn“ war dabei die häufigste Alarmmeldung, die die Floriansjünger in Aktion versetzte. Insgesamt waren mehr als 80 Einsätze zu bewältigen; rund 150 Feuerwehrmänner und –frauen waren im Einsatz.    

Vergangener Freitag: 18:28 Uhr Alarm für die Feuerwehr Traunreut, 18.30 Uhr Alarm für die Feuerwehr Pittenhart; 18:31 Uhr Alarm für die Feuerwehr Obing… - so begann der Alarmierungsmarathon durch die Integrierte Leitstelle Traunstein, der sich dann mehr als eine Stunde fortsetzte. Im Minutentakt wurden die Wehren alarmiert, um die von Orkan „Joachim“ entstandenen Unwetterschäden zu beheben. Meist waren es umgestürzte Bäume, die Straßen und Wege blockierten. Vielgenutztes Arbeitsgerät der Feuerwehrler waren deshalb die Motorsägen, mit denen die Bäume zerlegt wurden, um sie von den Fahrbahnen räumen zu können. In Traunstein in der Bahnhofstraße riss der starke Wind eine Weihnachtsbeleuchtung aus der Verankerung und es bestand die Gefahr, dass sie auf die Fahrbahn fällt. Die Feuerwehr Traunstein beseitigte die Gefahr. In Siegsdorf wurde ein Bauzaun auf die Gleise der Bahnlinie von Traunstein nach Ruhpolding geweht. Schon wenige Minuten nach der Alarmierung hatten die Siegsdorfer Floriansjünger den Zaun entfernt. Der Bahnverkehr war nur für 15 Minuten lahmgelegt. Auf der Staatstraße zwischen Grassau und Übersee fielen mehrere Bäume, so dass es für Autofahrer kein Durchkommen mehr gab. Ein Auto prallte in einen der Bäume, verletzt wurde dabei niemand. Die Staatstraße 2096 musste von der Feuerwehr für längere Zeit komplett gesperrt werden. In Traunreut wurden alle Feuerwehren im Stadtgebiet alarmiert und aufgefordert die Gerätehäuser mit einem Bereitschaftsdienst zu besetzen, um die eingehenden Meldungen über Sturmschäden rasch abarbeiten zu können.     

Einen Einsatzschwerpunkt gab es nicht. Die Feuerwehren von Seeon, Seebruck, Obing und Pittenhart im Nordwesten des Landkreises bis Waging, Fridolfing, Kirchanschöring und Lampoding im Südosten waren gleichermaßen beschäftigt. Im Achental hatte die Feuerwehr Grassau die meisten Unwetteralarme, aber auch die Floriansjünger in Marquartstein, Schleching, Oberwössen und Übersee wurden aus der Feierabendruhe gerissen. Die Feuerwehr Inzell war die meistbeschäftigte Wehr im südlichen Trauntal. Bis 21 Uhr waren die meisten Einsätze zur Behebung von Sturmschäden erledigt und drohende Gefahren beseitigt und die Floriansjünger konnten wieder in die Gerätehäuser einrücken. Einige wenige Alarmierung gab es noch am Samstagvormittag. Dabei ging es ebenfalls meist um die Beseitigung umgestürzter Bäume. Trotz der rund 80 Sturmeinsätze kamen der Landkreis Traunstein und damit auch die Feuerwehren glimpflich durch den Orkan. Die Unwetterwarnungen für Freitag und die Voralarme in den Stunden vor Einsetzen der Sturmböen, ließen Schlimmes erahnen. Die bewahrheitete sich aber nicht. Die Feuerwehren wurden gefordert und hatten auch viel zu tun, konnten aber allen Hilfeersuchen schnell nachkommen und Schäden und Gefahren in kürzester Zeit beheben. 

Bericht: Peter Volk

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