Schwelbrand in Wohnblock

Trostberg. Wegen eines Schwelbrandes in den Versorgungsleitungen musste am Mittwoch ein Wohnblock der gemeinnützigen Baugenossenschaft in der Pienzenauerstraße evakuiert werden.

Bei Arbeiten an einem gebrochenen Wasserrohr hatte ein Heizungsbauer gegen 16 Uhr das Isolationsmaterial der Leitungen entzündet. Der entstandene Schwelbrand im Mauerwerk des Hauses führte zu starker Rauchentwicklung und war für die Feuerwehr Trostberg schwer zu bekämpfen. Ein Bewohner des Hauses wurde mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht.

Um einen Wasserrohrbruch zu beheben, hatte ein Heizungsbauer in der Küche einer 77-jährigen Mieterin im dritten Stock des Hauses mit dem Bunsenbrenner gearbeitet. Dabei seien das Isolationsmaterial der Leitungen sowie die Gebäudedehnfuge ins Glimmen geraten, erklärte Trostbergs Feuerwehrkommandant Hans Strecker, der das Szenario rekonstruierte. Er lobt die Heizungsbaufirma, die gut reagiert und die Flammen nicht nur mit dem Feuerlöscher bearbeitet, sondern auch schnell einen Notruf abgesetzt hatte. Der Schwelbrand fraß sich nämlich im Mauerwerk über den vierten Stock bis in den Dachboden vor.

„Man hat den Brandherd nicht gesehen, aber der Rauch breitete sich in mehreren Wohnungen und vor allem im Dachboden aus“, so Strecker. Die Feuerwehr und BRK-Rettungskräfte evakuierten die oberen Stockwerke des Gebäudes. „Viele Bewohner ließen sich nur schwer überreden, ihre Wohnungen zu verlassen“, erzählt der Kommandant. So auch der Mann, der direkt über dem Brandherd wohnt und in seinem verrauchten Wohnzimmer saß. Er hatte den piepsenden Rauchmelder sogar mit seinem Gehstock ruhig gestellt. Die Rettungsassistenten brachten ihn mit Verdacht auf Rauchvergiftung in die Kreisklinik Trostberg.

Für die Feuerwehr war es trotz Wärmebildkamera schwierig, den Brand zu lokalisieren und vernünftig heranzukommen. Vier Trupps Atemschutzträger machten sich daran, den Estrich im Dachboden herauszubrechen, denn aus den Ritzen im Boden quoll der Rauch. „Dann haben wir den Brand mit Kohlendioxid-Löschern bekämpft“, berichtet der Kommandant. Das Löschmittel wird bei elektrischen Anlagen statt Wasser verwendet: Kohlendioxid verdrängt den Sauerstoff und erstickt das Feuer. „Auch deshalb war es wichtig, dass wir das Haus evakuiert hatten“, so Strecker. Die Bewohner hätten nicht nur durch den Rauch Schaden nehmen können, sondern auch durch das Kohlendioxid. Erst nach über drei Stunden konnte die Feuerwehr sicher sein, dass der Brand gelöscht war. Nach ausgiebigem Lüften und mehreren Messungen war das Haus dann auch frei von Kohlendioxid und Rauch.

„Es war sehr gut, dass wir so schnell alarmiert wurden“, betont Hans Strecker. Brände in Leitungs- oder Lüftungsschächten könnten sich blitzschnell ausbreiten und sich zur verheerenden Feuersbrunst entwickeln.

Die Feuerwehr Trostberg war mit 33 Mann im Einsatz. Von der Werksfeuerwehr des Chemieparks Trostberg wurden sie mit Nachschub an Kohlensäurelöschern unterstützt. Auch das BRK und die Polizei waren vor Ort. Während des Einsatzes wurde die Pienzenauerstraße zeitweise gesperrt. 

Sachverständige der Versicherung nahmen den Schaden mittlerweile in Augenschein. Die Polizei Trostberg schätzt den Gebäudeschaden auf rund 10 000 Euro.

Quelle: Trostberger Tagblatt, 16.12.11

Weitere Informationen unter: www.feuerwehr-trostberg.de

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