Wohnung in Altenmarkt völlig ausgebrannt

Altenmarkt. Beim Brand eines Wohnhauses in Altenmarkt an der Traunsteiner Straße wurde eine 96-jährige Frau leicht verletzt. Sie zog sich eine Rauchgasvergiftung zu. Eine Wohnung im 1. Stock brannte vollständig aus und auch das Dachgeschoss wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Nach ersten Schätzungen der Feuerwehr entstand ein Sachschaden von rund 180.000 Euro.
Am Dienstag gegen 16.40 Uhr gingen bei der Integrierten Leitstelle Traunstein mehrere Notrufe ein, dass Flammen aus dem 1. Stock des Zweifamilienhauses an der Bundesstraße 304 loderten. Daraufhin wurden die Feuerwehren Altenmarkt und Trostberg alarmiert und wenig später – weil sich unmittelbar neben dem betroffenen Gebäude eine Tankstelle befindet -  beorderte die Einsatzleitung vorsorglich weitere Wehren aus Traunreut, Stein an der Traun, Rabenden und die Werkfeuerwehr Alzmetall an den Brandort. Bis zum Eintreffen der ersten Löschmannschaften hatten sich alle Bewohner aus dem Gebäude in Sicherheit bringen können. Die 96-jährige Seniorin, in deren Wohnung das Feuer ausbrach, wurde durch einen Mieter aus dem Gebäude gerettet. Sie zog sich eine leichte Rauchgasvergiftung zu und wurde mit dem Rettungswagen in die Kreisklinik Trostberg gebracht.
Die Löschtrupps rückten mit Atemschutzgeräten im Innenangriff vor und bekämpften die Flammen in der 1. Etage. Zeitgleich wurden zwei Drehleitern in Stellung gebracht, um die Brandbekämpfung von außen und über den Balkon der betroffenen Wohnung durchführen zu können. Die Feuerwehren konnten aber nicht verhindern, dass die Wohnung im 1. Stock völlig ausbrannte. Die große Hitzeentwicklung hatte auch dazu geführt, dass sich das Feuer in das Dachgeschoss durchfraß und dieses ebenfalls schwer beschädigt wurde. Gegen 17.30 Uhr, rund 50 Minuten nach dem Feueralarm, war der Brand unter Kontrolle und weitestgehend gelöscht. Die Nachlöscharbeiten zogen sich jedoch noch einige Stunden hin.
Für die unmittelbar neben dem Wohnhaus befindliche Tankstelle bestand keine Gefahr. Die Feuerwehr sperrte das Gelände sofort ab. Ein Übergreifen des Feuers war jedoch ausgeschlossen.
Im Einsatz waren insgesamt 150 Mann von sechs Feuerwehren, dazu zwei Rettungs- und ein Notarztwagen des Bayerischen Roten Kreuzes und der Einsatzleiter Rettungsdienst. Der Feuerwehreinsatz wurde von Martin Voglmaier, 1. Kommandant der Feuerwehr Altenmarkt geleitet, unterstützt von Kreisbrandinspektor Paul Klinger und Kreisbrandrat Hans Gnadl. Auch Altenmarkts 1. Bürgermeister Stephan Bierschneider eilte zur Einsatzstelle und informierte sich vor Ort über die Löscharbeiten und das Befinden der, vom Brand betroffenen Hausbewohner. Während der Löscharbeiten war die Bundesstraße 304 für rund zwei Stunden komplett gesperrt. Feuerwehr und Polizei leiteten den Verkehr um.
Ursache für das Feuer war ein überhitztes Dinkelkissen, das die Seniorin im Backofen erwärmte. Anschließend legte sich die Frau auf das Sofa auf das heiße Dinkelkissen. Dadurch entstand im Sofa ein Schwelbrand. Als die Seniorin aufstand und vermehrt Sauerstoff an die Brandstelle gelangen konnte, entfachte sich das Feuer. Die Ermittlungen zur Brandursache hatte der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein geführt.

Feuerwehr und Polizei machen in Zusammenhang mit dem Brand in Altenmarkt auf die Gefahren von Dinkelkissen aufmerksam: Oft werden diese als Wärmekissen verwendet. Dinkel ist ein sehr hartes Getreide, das nach dem Erhitzen eine wohltuende Wärme abgibt. Aber Vorsicht! Nur Dinkelkissen mit einer Füllung aus vollem Korn dürfen, entsprechend den Vorgaben der Hersteller, erhitzt werden. Dinkelkissen mit einer Füllung aus Dinkelspelzen oder Dinkelspreu sind dagegen generell nicht zum Erhitzen geeignet. Diese Füllungen können sich beim oder nach dem starkem Erhitzen selbst entzünden und so zu Schwelbränden führen. Die Gefahr ist besonders groß beim Benutzen einer Mikrowelle. pv.

Bericht und Fotos: Peter Volk

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