Kinder zündelten - Bauernhof in Kössen in Vollbrand

Kössen / Reit im Winkl. Bei einem Großbrand auf einem Bauernhof in Kössen am Donnerstag (20.10.11) wurde das Wirtschaftsgebäude völlig zerstört. Das erst vor kurzem renovierte Bauernhaus wurde schwer beschädigt und ist vermutlich nicht mehr bewohnbar. Den Brand haben nach Erkenntnissen der Polizei zwei zündelnde Nachbarskinder verursacht.

Um 15:18 Uhr wurde mit der Durchsage „Brand beim Rinderbrachof“ Alarm für die Feuerwehr Kössen ausgelöst. Nach Eintreffen der ersten Löschmannschaften wurde über die Leitstelle Tirol sofort Alarmstufe 2 ausgelöst, was zunächst die Anforderung der Feuerwehren von Bichlach, Schwendt, Walchsee und Reit im Winkl (Lkr. Traunstein) und etwas später die Alarmierung der Feuerwehren Kirchdorf und St. Johann zur Folge hatte.

Der Wirtschaftstrakt des Bauernhofes stand bei Eintreffen der Floriansjünger bereits lichterloh in Flammen. Vieh befand sich zum Zeitpunkt des Brandausbruches nicht im Stall. In kürzester Zeit breitete sich das Feuer über den gesamten Wirtschaftstrakt aus und griff auch auf den Wohntrakt über. Die Löschwasserversorgung war durch den direkt beim Hof stehenden Wasserhydranten vorerst gegeben, es mussten jedoch zur weiteren Löschwasserversorgung drei Tragkraftpumpen an einem, in der Nähe befindlichen Bach in Stellung gebracht und von dort weitere Schlauchleitungen verlegt werden. Die Feuerwehren waren mit insgesamt 22 Fahrzeugen und rund 125 Mann im Einsatz. Durch den schnellen und umfangreichen Einsatz der Floriansjünger konnte ein Übergreifen der Flammen auf das nebenstehende Wohngebäude verhindert werden. Der Wirtschaftstrakt des Hofes brannte jedoch vollständig nieder und auch das neurenovierte Wohnhaus wurde durch das Feuer und die Löscharbeiten stark in Mitleidenschaft gezogen. Noch am Abend musste mittels Kettenbagger mit dem Abbruch des Wirtschaftstraktes begonnen werden. Nur so konnte die Feuerwehr zu den Glutnestern vordringen und diese vollständig ablöschen. Er in den Morgenstunden konnte ein endgültiges "Feuer aus" gegeben werden.

Menschen kamen bei dem Großfeuer nicht zu Schaden. Der Kitzbühler Bezirksfeuerwehrinspektor Hubert Ritter: „Das Gute ist auch, dass alle Tiere alle gerettet werden konnten. Es war nur ein Kalb im Haus, das konnten wir raus bringen. Alle anderen Tiere waren draußen.“ Die Brandursache ist nach Aussage von Alfred Treichl von der Polizeiinspektion Kössen geklärt: „Ein acht- und ein zehnjähriger Bub aus der Nachbarschaft dürften im Wirtschaftstrakt gespielt haben und zwar mit Feuer.“ Sie flüchteten in den Wald, konnten aber unversehrt von der Bergrettung gefunden werden.
Das betroffene Bauernehepaar besitzt neben dem abgebrannten Hof eine Ferienwohnung, wo es in der Zwischenzeit wohnen kann. Der Schaden beträgt nach Polizeiangaben mehrere Hunderttausend Euro.

Bericht: Peter Volk     Quelle: Einsatzbericht Feuerwehr Kössen / Tiroler Tageszeitung
Bilder – siehe Link:
www.chiemgau24.de/chiemgau/reit-im-winkl/reit-winkler-feuerwehr-koessen-einsatz-chiemgau24-1455459.html

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