Neue Übungsstrecke für Atemschutzträger der Feuerwehren

Traunstein. Mit einer Feierstunde im Feuerwehrgerätehaus und der kirchlichen Segnung durch Kaplan Martin Gehringer wurde die neue, komplett sanierte Ausbildungs- und Übungsstrecke für Atemschutzträger der Feuerwehren offiziell in Betrieb genommen. Landrat Siegfried Walch übergab die Schlüssel der 170.000 EUR teuren Anlage an Kreisbrandrat Christof Grundner sowie Stefan Thurner, Fach-Kreisbrandmeister für Atemschutz und Wolfgang Söldner, Leiter der Ausbildungsstrecke.

Vor 30 Jahren wurden zur Verbesserung der Ausbildung der Atemschutzträger die Übungsstrecken in den Feuerwehrgerätehäusern in Traunstein und Trostberg in Betrieb genommen. Technik und Ausstattung der Anlagen seien jedoch in die Jahre gekommen und entsprächen nicht mehr den Anforderungen im aktiven Feuerwehrdienst, weder bei der Brandbekämpfung noch bei der Technischen Hilfeleistung oder bei Chemie- und Gefahrguteinsätzen, erläuterte der Kreisbrandrat. Seit 1987 wurden in Traunstein bei fast 900 Lehrgängen mehr als 20.000 Feuerwehrmänner und –frauen aus- und fortgebildet. Die vergangenen 30 Jahre haben deutliche Spuren an der Traunsteiner Übungsstrecke hinterlassen, mehrmals fanden Sanierungen statt. Nun jedoch wurde wegen gravierender Sicherheitsmängel eine komplette Erneuerung unumgänglich, erklärte der Kreisfeuerwehrchef. Seit 2014 wurde die Finanzierung geplant, auch musste mit der Stadt Traunstein geklärt werden, ob die Übungsstrecke weiterhin im Gerätehaus an der Scheibenstraße betrieben werden kann. Eine neue Nutzungsvereinbarung wurde ausgearbeitet. Der Kreisbrandrat würdigte die stets großartige Unterstützung der beiden ehemaligen Stadtbrandinspektoren Manfred Dandl und Werner Huber und zeigte sich überzeugt, dass sich die gute Zusammenarbeit auch mit den neuen, seit 1. Oktober tätigen Kommandanten Christian Schulz und Andreas Zeiser fortsetzen werde. Besonders würdigte Grundner das Engagement der Leiter der Übungsstrecke Wolfgang Söldner und Peter Loban, die zusammen mit weiteren Kameraden mehr als 150 Stunden ehrenamtlicher Eigenleistung erbrachten, um die alte Anlage auszubauen.


Landrat Siegfried Walch bezeichnete die neue Ausbildungsstätte als „gute Investition für die 1600 aktiven Atemschutzgeräteträger der Feuerwehren im Landkreis Traunstein“. In einem Großteil der Feuerwehreinsätze werden Atemschutzträger gebraucht; sie spielen eine wichtige Rolle, zum Beispiel bei der Menschenrettung aus verqualmten Räumen und seien dabei enormen psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt. Deshalb habe der Landkreis Traunstein für die bestmögliche Ausbildung der Atemschutzträger 120.000 EUR in die neue Übungsstrecke investiert, weitere 50.000 EUR Zuschuss wurden vom Freistaat Bayern gewährt. Dass sich der Landkreis Traunstein gleich zwei Übungsstrecken leiste sei keine Selbstverständlichkeit, so Walch. „Es mache Sinn auf zwei Standorte zu setzen, damit die Feuerwehrler ortsnah und ohne lange Fahrwege zum Schulungsort üben und trainieren können. Auch die zweite Übungsstrecke im Feuerwehrgerätehaus Trostberg werde erneuert und voraussichtlich im November in Betrieb gehen.


Kaplan Martin Gehringer von der Stadtkirche Traunstein zog in seiner kurzen Ansprache Parallelen zum Hl. Franziskus von Assisi, dessen Gedenktag am 3. Oktober ist. Franziskus habe nach Jesu Christi Vorbild gelebt und Hab und Gut für wohltätige Zwecke verwendet. Die Feuerwehrler, besonders die Atemschutzträger, begeben sich häufig in gefährliche Situation, um das Leben anderer zu retten und zu schützen. Deshalb gelte der Segen nicht nur der Anlage, in der die Floriansjünger auf den Ernstfall vorbereitet werden, sondern ebenso allen Feuerwehrdienstleistenden im aktiven Dienst, auf dass sie wohlbehalten und gesund von ihren häufig schwierigsten Einsätzen zurückkehren. Der Seelsorger ging durch die Räumlichkeiten der Übungsstrecke, besprengte die Anlage mit Weihwasser und bat um Gottes Schutz und Segen.

 

Bericht und Bilder: Peter Volk

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