Die UG-ÖEL (UnterstützungsGruppe Örtlicher EinsatzLeiter) stellt sich vor

Der Einsatzleiter kann zur Wahrnehmung seiner Aufgaben an der Einsatzstelle zusätzliche Unterstützungskräfte benötigen. Für diesen Fall wurde im Landkreis Traunstein eine UG-ÖEL gegründet, um den Einsatzleiter bei seiner Tätigkeit zu unterstützen und zu entlasten.

Im Katastrophenfall ist die UG-ÖEL das Verbindungsglied zwischen dem Örtlichen Einsatzleiter, den Führungs-/Verbindungskräften und den Katastrophenschutzbehörden.

Die UG-ÖEL übernimmt nicht die Einsatzleitung, sondern unterstützt die einsatzleitenden Personen mit modernster Technik und organisatorischen Know-how.

Die Weisungsbefugnisse des Einsatzleiters ändern sich durch das Hinzufügen der UG-ÖEL in die Einsatzleitung nicht!

Neuer Einsatzleitwagen für UG-ÖEL

Die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung erhielt jetzt eine mobile Kommunikationszentrale

Traunstein. Bei der Feierstunde im Innenhof des Landratsamtes wurde der neue Einsatzleitwagen der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) geweiht und von Landrat Hermann Steinmaßl offiziell an die Sondereinheit der Feuerwehr übergeben. Zudem erhielt Kreisbrandrat Hans Gnadl als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein eine Wärmebildkamera, die von der Bayerischen Versicherungskammer gespendet wurde.

Das Zusammenwirken von Mensch und Technik spiele eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Menschen in Not zu helfen, hob Landrat Steinmaßl hervor. Zum einen sei der Wille notwendig, sich jederzeit und weit über das übliche Maß hinaus für andere zu engagieren. Dieser Wille – auch unter Einsatz von Leben und Gesundheit – sei von jeher das Markenzeichen der Feuerwehren und eine wichtige Voraussetzung für die Sicherheit der Bürger. Andererseits brauche die Feuerwehr zur Erfüllung ihrer Aufgaben eine funktionstüchtige und zeitgemäße Ausstattung. „Die Städte und Gemeinden tun sehr viel dafür, um ihre Wehren auf dem neuesten Stand zu halten,“ lobte der Landrat. Die Feuerwehren im Landkreis Traunstein seien deshalb gut ausgerüstet und hervorragend ausgebildet. In schwierigen Situationen, besonders bei Großeinsätzen, seien die örtlichen Wehren allein überfordert und brauchen Unterstützung, zum Beispiel bei Großbränden, bei verheerendem Hochwasser wie im letzten Jahr in der Gemeinde Unterwössen oder bei Gefahren aufgrund extremer Schneefälle, wie im letzten Winter.

Bei Solchen Großeinsätzen, bei denen mehrere Feuerwehren und Hilfsorganisationen zusammenwirken, habe sich die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung bestens bewährt. Große Hilfseinsätze könnten nur erfolgreich ablaufen, wenn die Kommunikation funktioniere, betonte Steinmaßl. Diese zu gewährleisten und die Einsatzleiter vor Ort operativ und taktisch zu unterstützen, dafür sorge die UG-ÖEL. Im Katastrophenfall sei die Sondergruppe ein wichtiges Verbindungsglied zwischen der Einsatzleitung vor Ort und der Führungsgruppe im Landratsamt. 

Damit diese Aufgabe von der Unterstützungsgruppe künftig besser erfüllt werden kann, hat der Landkreis Traunstein das neue Einsatzleitfahrzeug beschafft. Rund 155 000 Euro hat der Landkreis einschließlich moderner Funk- und Computertechnik dafür ausgegeben. Aus dem staatlichen Katastrophenschutzfonds wurde ein Zuschuss von 49 000 Euro gewährt, berichtete der Landrat. Er würdigte Oberbürgermeister Fritz Stahl und die Stadt Traunstein, die es auf unbürokratische Weise ermöglicht haben, dass das Fahrzeug im Gerätehaus der Stadt stationiert ist. Auch dankte Steinmaßl den 14 Aktiven der Feuerwehr Traunstein, die das ehrenamtliche Personal der Unterstützungsgruppe stellen.

Kreisbrandrat Hans Gnadl konnte sich über eine großzügige Spende freuen. Ihm wurde von Helmut Steck als Vertreter der Bayerischen Versicherungskammer eine Wärmebildkamera im Wert von 15 000 Euro überreicht. Es ist die 80. Kamera, die seit September 2001 an Kreisbrandinspektionen in Bayern übergeben wurde. Das Spezialgerät ermögliche das schnelle und gezielte Aufspüren von nicht sichtbaren Brandherden und –nestern und trage dazu bei, Feuerschäden zu minimieren und Menschenleben zu retten.

Besonders nützlich seien Wärmebildkameras bei der Suche nach Verletzten oder Opfern sowie für den Selbstschutz und die Sicherheit der Einsatzkräfte. Kreisbrandrat Hans Gnadl zeigte sich überzeugt, dass mit der modernen Technik in Form des neuen Einsatzleitwagens und der Wärmebildkamera von den Feuerwehrlern gute Arbeit zum Wohle der Menschen geleistet werden kann. Den Landkreis würdigte er für die Bereitstellung der Mittel zum Kauf des Einsatzfahrzeugs und die Bayerischen Versicherungskammer für die partnerschaftliche Förderung der Feuerwehren. Gnadl hob auch das Engagement von Willi Steinhauer, Sachgebietsleiter Brand- und Katastrophenschutz im Landratsamt hervor, der mit Sachverstand und Weitblick für die „passende und richtige Fahrzeuganschaffung“ gesorgt habe.

Stadtpfarrer Sebastian Heindl und Pfarrer Michael Markus von der evangelischen Kirchengemeinde weihten das neue Einsatzfahrzeug. Heindl betonte, dass es trotz innovativer Technik und der Bereitschaft Vieler zu helfen, ein Geschenk sei Leben schützen und bewahren zu können. „Gelingen oder Misslingen eines Einsatzes hängt auch von Gott ab.“ Mit Fürbitten wurde deshalb für Beistand und stets gesunde Rückkehr von den Einsätzen gebetet. Mit der Übergabe der Fahrzeugschlüssel an der Unterstützungsgruppe wurde der neue Einsatzleitwagen in Betrieb genommen.

Bericht: pv