Feuerwehr im Einsatz beim Biathlon-Weltcup

Ruhpolding. Die besten Skijäger aus aller Welt wetteifern in den nächsten Tagen in der Chiemgau-Arena beim Biathlon-Weltcup um Sieg und Punkte. Auf den ersten Blick hat Schnee, Skilanglauf und Schießsport dabei ganz und gar nichts mit der Feuerwehr zu tun. Doch weit gefehlt. Für die Feuerwehren, vor allem die Wehren im südlichen Landkreis Traunstein, ist der Biathlon-Weltcup einer der größten Einsätze im Jahresverlauf. Geleitet wird der Weltcup-Einsatz der Floriansjünger von Michael Mayer, 1. Kommandant der Feuerwehr Ruhpolding. Er koordiniert in den fünf Wettkampftagen von Mittwoch bis Sonntag den Einsatz von täglich bis zu 80 Feuerwehrmännern und –frauen. In der Einsatzzentrale im Feuerwehr-Gerätehaus Ruhpolding laufen alle Fäden zusammen. Einsatzleiter Mayer und mit ihm mindestens zwei Kameraden sind stets in der Zentrale präsent, ebenso ein Mitarbeiter des Regionalverkehr Oberbayern (RVO), der die Busse des Shuttleservice disponiert.

Die Floriansjünger sorgen während der Wettkämpfe für die Sicherheit in der Chiemgau-Arena sowie im Champions-Park im Ruhpoldinger Dorfzentrum. Zudem unterstützen sie die Polizei bei der Verkehrslenkung, weisen Auto- und Busfahrern die Parkplätze zu, wachen darüber, dass es beim Ein- und Ausstieg der Zuschauer aus den Shuttlebussen nicht zu gefährlichem Gedränge oder Stürzen kommen kann und kontrollieren die ausgewiesenen Rettungswege. Bis kommenden Sonntag werden die Feuerwehrhelfer mehr als 2000 Dienst- und Bereitschaftsstunden leisten.

Rund 30 Mann der Feuerwehr Ruhpolding stehen während der Biathlonrennen mit einem Löschfahrzeug und Mehrzweckfahrzeug als Sicherheitswache in der Arena bereit, um im Ernstfall schnell agieren und mit einer Brandbekämpfung beginnen zu können. Zusätzlich wird ein Löschbuggy der Feuerwehr Übersee vorgehalten. Dieses geländegängige Kleinfahrzeug, das mit einer Druckluft-Schaumlösch-Anlage ausgestattet ist, leistete schon bei anderen Großveranstaltungen, zum Beispiel beim Chiemsee Summer, wertvolle Dienste. Mit dem wendigen, allradgetriebenen Gefährt können die Floriansjünger auch auf nicht asphaltierten Wegen schnell bis Einsatzort gelangen. Aufgabe der Feuerwehr ist es zudem die Zufahrtswege zur Arena, aber auch die Rettungswege zu kontrollieren.

Während der gesamten Weltcuptage wird zudem eine neunköpfige Mannschaft der Feuerwehr Ruhpolding bereitstehen, die in kürzester Zeit zur Brandbekämpfung oder technischen Hilfeleistung im Dorfgebiet ausrücken kann. Diese ständige Bereitschaft am Gerätehaus wird vorgehalten, um schnelle Hilfe bei Notfällen im Ortszentrum sowie im Champions-Park gewährleisten zu können. Während des Weltcups sind sehr viel mehr Touristen und Biathlon-Fans in Ruhpolding zu Gast sind als die Gemeinde Einwohner hat, weshalb die Feuerwehr entsprechende Vorkehrungen trifft, erklärt Einsatzleiter Mayer. 

Umfangreiche Unterstützung erhält die Feuerwehr Ruhpolding durch die Kameraden aus Eisenärzt, Siegsdorf und Inzell. Die Nachbarwehren kümmern sich zur Unterstützung der Polizei um die Verkehrslenkung und die Einweisung der Besucher auf den ausgewiesenen Parkplätzen weit außerhalb des Ortes. Insgesamt werden täglich bis zu 40 Feuerwehrler der Nachbarwehren im Einsatz sein. Bei der An- und Abfahrt der Busse an der Wettkampfstätte stehen die Feuerwehrler bereit, ebenso zur Straßensperre der Bundesstraße eine Stunde vor Rennbeginn bis zum Ende des Wettbewerbs.

Für die Sicherheit beim großen Wintersportereignis geschieht noch viel mehr im Hintergrund durch weitreichende Maßnahmen der Notfallvorsorge. Das Landratsamt Traunstein als Katastrophenschutzbehörde und Kreisbrandrat Christof Grundner haben einen Sonder-Alarmplan erarbeitet, falls es zu einem größeren Schadensereignis kommen sollte. „Das hofft und wünscht natürlich niemand, falls doch sind wir gut vorbereitet“ betonte Kreisbrandinspektor Georg König bei einer Übung der Feuerwehren in der vergangenen Woche. Dabei wurden die Wehren, deren Einheiten bei Inkrafttreten des Alarmplanes zur Unterstützung nach Ruhpolding beordert werden, in die dortigen Bereitstellungsräume eingewiesen. Diese „Anfahrtsübung“ sollte dazu beitragen, vorab Kenntnisse der örtlichen Gegebenheiten zu geben, wie König erläuterte. Er selbst ist als „Örtlicher Einsatzleiter“ vorbestimmt und würde bei einem Ereignis mit erhöhtem Koordinierungsbedarf den Einsatz aller Einheiten von Feuerwehr und Rettungsdienst, in enger Abstimmung mit Polizei und Gemeinde Ruhpolding leiten. Im Obergeschoß des Ruhpoldinger Gerätehauses wurde zudem ein Raum vorbereitet, in dem der Einsatzstab mit den Fachberatern aller beteiligten Hilfs- und Rettungsdienste zusammenkommen und den Großeinsatz leiten würde. Kreisbrandrat Grundner stellte in der letzten Woche allen beteiligten Organisationen die wichtigsten Punkte des Sonderalarmplanes „Biathlon“ vor, ebenso den Stabsraum und dessen Ausstattung.

Ruhpoldings Feuerwehrkommandant Michael Mayer und Kreisbrandinspektor König heben hervor, dass alle beim Biathlon-Weltcup eingesetzten Feuerwehrdienstleistenden ehrenamtlich tätig sind und meist Urlaub für die Mitwirkung beim Biathlon-Einsatz aufwenden. „Das ehrenamtliche Engagement für die Sicherheit der Bürger und Biathlon-Fans verdient höchste Anerkennung“, so König.

Bericht und Bilder: Peter Volk

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