Beste Ausbildung gewährleistet professionelle Hilfe

Kreisbrandinspektor Georg König (links), zuständig für 20 Feuerwehren im Inspektionsbereich Traunstein Land 2 (Traun- und Achental) wurde zum „Ständigen Vertreter“ von Kreisbrandrat Christof Grundner (rechts) berufen, der seit April 2017 neuer Kreisfeuerwehrchef ist.

.

Grabenstätt. Auf ein Jahr mit besonders vielen schweren Verkehrsunfällen, bei denen insgesamt fünf Tote zu beklagen und die Floriansjünger enorm gefordert waren, blickte Kreisbrandinspektor (KBI) Georg König bei der Dienstversammlung der Kommandanten und Stellvertreter zurück. Im Feuerwehrgerätehaus in Grabenstätt zog König, der für 20 Feuerwehren südlich der Autobahn A 8 - im Trauntal und Achental - und für die Wehren Erlstätt, Grabenstätt und Vachendorf zuständig ist, eine insgesamt positive Bilanz. „Respekt an alle Aktiven für die geleistete Arbeit und die stets professionelle Hilfe“, lobte König. Die gestellten Aufgaben und Anforderungen seien bei allen Einsätzen erfüllt und vorbildlich abgearbeitet worden. „Die Feuerwehren dürfen stolz auf sich sein. Die Bürger können jederzeit auf die Hilfe der Floriansjünger bauen.“
      

Außergewöhnlich stark gefordert war die Feuerwehr Siegsdorf, die besonders häufig zu Verkehrsunfällen mit Schwerverletzten und zur Menschenrettung ausrücken mussten. Auch Unwetterlagen hielten die Feuerwehren in Atem. Am 2. August, als kräftige Gewitter mit Sturm und Regen über den Landkreis zogen, waren 18 der 20 Wehren im Inspektionsbereich im Einsatz. Ähnlich am 18. August, als der Chiemsee Summer, das Festival in Übersee, wegen eines Unwetters abgebrochen werden musste. Die Feuerwehren waren im nächtlichen Dauereinsatz. Die Aufgabenpalette reichte weit, von Sicherheitswachen bei Großveranstaltungen wie beim Biathlon-Weltcup über die Mithilfe bei der Suche nach vermißten Personen bis hin zu Löscheinsätzen, vom Pkw-Brand bis zum Gebäudebrand mit der Rettung von Menschen aus Lebensgefahr. König hob hervor, dass sich die Ausbildung in den letzten Jahren stark verbessert habe und die Wehren ihrer Verantwortung höchst bewusst sind. Dabei werde das Wissen und Können auf viele Schultern verteilt, was eine uneingeschränkte Einsatzbereitschaft zur Folge hat. Die Appelle der letzten Jahre, zum Beispiel die Leistungsprüfungen zu einem festen Bestandteil der Ausbildung zu machen, habe Gehör gefunden, was König ausdrücklich lobte. So wurden bei den Leistungsprüfungen der „Gruppe im Löscheinsatz“ 165 Auszeichnungen vergeben, 52 Feuerwehrmänner und –frauen legten mit Erfolg die Leistungsprüfung „Technische Hilfeleistung“ ab und  46 Anwärter absolvierten die Jugendleistungsprüfung. Mit insgesamt 263 erfolgreichen Absolventen war das Ausbildungsjahr eines der besten in den letzten zehn Jahren. Dass die Feuerwehrjugend stark in den aktiven Dienst nachrückt, sei daran zu sehen, dass heuer 56 junge Männer und Frauen erstmals ein Leistungsabzeichen (Stufe 1 Bronze) abgelegt haben. Erfreulich sei auch die hohe Teilnehmerzahl von 146 Anwärtern beim Wissenstest der Jugendfeuerwehren gewesen. Nur von einer Feuerwehr im Inspektionsbereich kamen keine Teilnehmer. Große Resonanz fand auch der Jugendtag im Inspektionsbereich, der in Unterwössen und an der Deutschen Alpenflugschule stattfand.


Thomas Göls, Kreisjugendwart aus Grassau, erinnerte an den Kreisjugendfeuerwehrtag in Siegsdorf im Juli und würdigte die perfekte Organisation und Durchführung durch die Siegsdorfer Aktiven und den Feuerwehrverein. Die Teilnehmerzahl des alljährlich stattfindenden Treffens der Feuerwehrjugend sei jedoch rückläufig, weshalb ein neues Konzept ausgearbeitet werde, um mehr Attraktivität zu erreichen. Der nächste Kreisjugendfeuerwehrtag findet am 21. Juli in Kienberg statt.


Kreisbrandinspektor König forderte die Führungskräfte auf nach psychisch belastenden Einsätzen auf die Mannschaft zu achten und empfahl die Hilfe des Helferinterventionsteams (HIT) des Kreisfeuerwehrverbandes, dass Kameraden nach belastenden Einsätzen Beistand leistet und Entlastung bietet.


Bestens bewährt haben sich die Übungstage, die in diesem Jahr in Oberwössen und Inzell stattfanden. Dieses Fortbildungskonzept, das im Inspektionsbereich sehr erfolgreich seit vielen Jahren praktiziert wird, wird nun auch von den anderen Inspektionsbereichen im Landkreis übernommen. Die Übungsszenarien werden praxis- und realitätsnah nachgestellt, was zu einem wertvollen Lerneffekt führe. „Besser kann man es kaum mehr machen“, lobte König.


Der KBI stellte die personelle Neubesetzung durch Thomas Mayr als Kreisbrandmeister im Inspektionsbereich Traunstein Land 2/2 vor. Mayr ist Nachfolger von Alfred Waschin, der in den verdienten „Feuerwehr-Ruhestand“ ging. Veränderung in der Führung gab es auch bei der Feuerwehr Oberwössen. Dort wurde Korbinian Mühlberger zum 1. Kommandant und Sebastian Meinecke zum Stellvertreter gewählt. Die Aktiven der Feuerwehr Grassau bestätigten Alfred Mayer als 1. Kommandant; neuer 2. Kommandant ist Konrad Nagele.


Verbessert wurde die Fahrzeugausstattung der Feuerwehren Eisenärzt und Grassau. Beide Wehren stellten ein Löschgruppenfahrzeug LF 20 in Dienst gestellt. Bei der Feuerwehr Schleching gehört ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20 zur Fahrzeugflotte. Die Feuerwehr Siegsdorf verfügt über ein neues Einsatzleitfahrzeug.


Grabenstätts Bürgermeister Georg Schützinger zollte den Feuerwehren im Namen aller Rathauschefs des Inspektionsbereichs Respekt und dankte für die stete Einsatzbereitschaft und das ehrenamtliche Engagement. „Die Leistungen der Führungskräfte sowie der aktiven Mannschaft sind immer wieder aufs Neue eine Herausforderung. Die Feuerwehren helfen vielfältig, wo es nur geht, mit Professionalität, Sachverstand und Engagement.“ Das verdiene hohe Anerkennung, hob Schützinger hervor. 


Rainer Wolf, Chef der Polizeiinspektion Traunstein betonte: „Die Polizei ist dringend auf die Feuerwehr und deren Unterstützung angewiesen, denn ihr seid mehr als wir, ohne Euch können wir die Einsätze nicht bewältigen.“ Die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Feuerwehren, Rettungs- und Hilfsdiensten im Landkreis Traunstein bezeichnete Wolf als „vorbildlich“.

Text und Bilder: Peter Volk

zurück