Berufsfeuerwehrtag: Jugendfeuerwehr und Jugendrotkreuz übten

Traunstein. Massenkarambolage: Sechs Fahrzeuge prallen nach und nach ineinander, mehr als ein Dutzend Menschen werden schwer verletzt und in den Fahrzeugen eingeklemmt, sie schreien um Hilfe, ein Fahrzeug liegt auf dem Dach, ein anderes auf der Seite, weißer Rauch unbekannter Art und Gefährlichkeit steigt auf - ein schreckliches Szenario mit dem die Buben und Mädchen der Jugendfeuerwehren aus Traunstein und Umgebung bei einer Großübung auf dem Festplatz an der Siegsdorfer Straße konfrontiert werden. Tatsächlich ist aber nichts Schlimmes passiert, „nur“ eine täuschend echt inszenierte Übung, bei der die Anwärter der Jugendfeuerwehren und die Buben und Mädchen des Jugendrotkreuzes zum Höhepunkt des diesjährigen Berufsjugendfeuerwehrtages übten.

Die sogenannten Berufsfeuerwehrtage sind für junge Feuerwehranwärter etwas ganz Besonderes: 24 Stunden Dienst zu tun, im Gerätehaus auf Bereitschaft zu warten und bei einem Alarm zu Notfällen verschiedenster Art auszurücken, mit Blaulicht und Martinshorn zum Einsatzort zu eilen und den Alltag bei einer Berufsfeuerwehr zu erleben, die es nur in Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern gibt - das macht den Buben und Mädchen nicht nur mächtig Spaß, sondern fördert Kameradschaft und Teamgeist. Die Jugendfeuerwehren der Stadt Traunstein - aus der Kernstadt, Haslach, Kammer und Wolkersdorf - sowie die Wehren aus Surberg und Vachendorf veranstalten alljährlich kurz vor den Sommerferien einen Berufsfeuerwehrtag. Insgesamt 150 Teilnehmer, größtenteils junge Feuerwehranwärter, aber auch Führungskräfte wie Jugendwarte, Kommandanten und Zugführer, ebenso das Jugendrotkreuz, angeleitet und begleitet von erfahrenen Rot-Kreuz-Helfern waren beim diesjährigen Aktionstag dabei. Als Höhepunkt der 24-Stunden-Übung wurde die große Gemeinschaftsübung durchgeführt, die von vielen interessierten Zuschauern, meist Eltern und Großeltern, verfolgt wurde. Sie konnten beobachten, was die Jugendlichen gelernt haben und was sie imstande sind in der Hilfe für Menschen in Not zu leisten. Die jungen Anwärter setzten hydraulische Rettungsgeräte ein, öffneten verbeulte Autotüren mit dem Spreizgerät, schnitten Fahrzeugdächer ab, auch Rettungszylinder wurden verwendet und viele Hände standen bereit, wenn beispielsweise ein Verletzter auf ein Rettungsbrett gehoben und schonend aus einem Wrack gehoben wurde. Vorsicht war geboten, weil eines der Fahrzeuge Gefahrgut an Bord hatte und weil zu befürchten war, dass eines der Unfallfahrzeuge zu brennen beginnt musste sicherheitshalber der notwendige Brandschutz aufgebaut werden.

Am Samstag um 9 Uhr morgens traten die Buben und Mädchen ihre „24-Stunden-Schicht“ in den örtlichen Gerätehäusern an. Danach kontrollierten sie zusammen mit den Aktiven der Wehren Fahrzeuge und Gerätschaften. Schon wenig später ging der erste Alarm ein. Bei der Einsatzübung in Traunstein in der Hofgasse wurde eine Explosion in der Abfüllanlage einer Brauerei inszeniert, bei der es auch mehrere Schwerverletzte gab –  eine große Herausforderung für die Jugendfeuerwehrler und die jungen Rot-Kreuz-Helfer aus Traunstein und BRK-Jugendgruppen im Landkreis.  

Am Ende des Berufsfeuerwehrtages lobten Jugendwarte und Übungsleitungen die Motivation und Disziplin der jungen Feuerwehrler und ihr eifriges und engagiertes Mitmachen. Bis zum Sonntagmorgen gab es insgesamt 30 Alarmierungen für alle sechs beteiligten Jugendfeuerwehren, bei denen fünf verschiedene Notfallszenarien, vom Brand bis zur technischen Hilfeleistung, „abgearbeitet“ wurden. Stefan Lohwieser, einer der Initiatoren des Berufsfeuerwehrtages, würdigte die großzügige Unterstützung der Adelholzener Alpenquellen, des Hofbräuhauses Traunstein und Schaumaier-Recycling. Ohne die Sponsoren, die z.B. ihr Betriebsgelände, Schrottfahrzeuge oder auch Verpflegung bereitstellten, wäre der Aktionstag nicht möglich gewesen. Mit einem gemeinsamen Frühstück am Sonntagmorgen gingen für die 150 Jugendfeuerwehrler und ihre Betreuer erlebnisreiche 24 Stunden und ein erneut bestens organisierter  Berufsfeuerwehrtag zu Ende.

Bericht und Bilder: Peter Volk

 

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