Das Friedenslicht aus Bethlehem möge die Herzen öffnen

Feierliche Übergabe auf dem Stadtplatz in Tittmoning

Tittmoning. In der Advents- und Weihnachtszeit ist es das Symbol für Frieden und Menschlichkeit – das Friedenslicht aus Bethlehem. Entzündet in der Geburtsstadt Jesu wird es alljährlich in einer riesigen Stafette von Mensch zu Mensch weitergereicht und in fast ganz Europa verteilt. Am Dienstag ist es im Landkreis Traunstein angekommen. Bereits zum 16. Mal übergaben Buben und Mädchen der oberösterreichischen Feuerwehrjugend das Friedenslicht an Jugendfeuerwehrler aus dem Landkreis Traunstein. Mehrere Hundert Feuerwehrler kamen auf dem Stadtplatz zusammen, um die Friedensflamme in Empfang zu nehmen und als Lichtboten in ihre Heimatgemeinden zu bringen.
Kreisbrandrat Hans Gnadl begrüßte die Feuerwehrabordnung aus dem Bezirk Braunau, die mit einem Fackelzug auf den Stadtplatz gezogen war. Der Advent sei die Zeit der Herbergssuche. So wie die heilige Familie vor mehr als 2000 Jahren suchen viele Menschen, die wegen Krieg und Terror aus ihrem Land fliehen, bei uns Frieden und eine neue Zukunft. Weihnachten sei die Zeit um Türen und Tore, vor allem aber die Herzen zu öffnen. „Öffnen wir unsere Herzen für Menschen, auch wenn sie aus einem fremden Land kommen, eine andere Sprache sprechen und eine andere Hautfarbe haben“, forderte der Kreisfeuerwehrchef auf. Das Friedenslicht als Zeichen des Weihnachtsfriedens möge den Feuerwehrangehörigen und ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest bescheren, wünschte Gnadl.
Bürgermeister Konrad Schupfner freute sich, dass die Übergabefeier wieder in Tittmoning stattfindet. Es sei schön, wenn der Stadtplatz voll mit Feuerwehr-Fahrzeugen ist, noch schöner sei jedoch, dass viele junge Floriansjünger zu der Feier gekommen sind. „Die Flamme aus Bethlehem verbinden viele mit der Hoffnung und dem Wunsch auf eine friedliche, zumindest friedlichere Welt.“ Tatsächlich aber herrscht in vielen Teilen der Welt Krieg, weshalb viele Menschen auf der Flucht sind. Auf uns komme die große Aufgabe zu, die Menschen aufzunehmen und zu integrieren. Das Friedenslichtkind 2015, der zehnjährige Niklas Dumhart aus St. Georgen an der Gusen, zeige eindrucksvoll, was zu tun ist, so Schupfner. Der Bub wurde als Friedenslichtkind und Überbringer des leuchtenden Weihnachtssymbols ausgewählt, weil er sich rührend um einen Mitschüler kümmert, einen elfjährigen Buben aus einer Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan. Sich Zeit für andere, für Mitmenschen zu nehmen, sei das Wertvollste, was man geben könne. „Wer so handelt hat den Sinn von Weihnachten verstanden.“  

Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Kaiser aus dem oberösterreichischen Bezirk Braunau machte deutlich, dass die Feuerwehrjugend beidseitig der Salzach Botschafter und Überbringer des wandernden Friedenslichts sei. Die Buben und Mädchen seien die Garanten dafür, dass es von Hand zu Hand, viel wichtiger aber von Herz zu Herz weitergegeben wird. Die Wirkung des Lichts auf die Menschen sei Weihnachtsfrieden und Wärme zu verbreiten. „Eine kleine Flamme zeigt Stärke – ein kleines Licht habe große Wirkung“, betonte Kaiser. Deshalb dürfe die Feuerwehrjugend nicht müde werden das Licht des Friedens zu verbreiten und für den Frieden einzutreten.

Ein Bub der Tittmoninger Jugendfeuerwehr trug ein Gedicht über das Friedenslicht vor. Daraufhin wurde die Flamme von Kerze zu Kerze weitergereicht, von den österreichischen zu den bayerischen Kameraden. Resi Schmidhuber, stellvertretende Landrätin war die erste, der die Kerzenflamme in einer Laterne überreicht wurde. „Nehmt das Licht mit nach Hause zu euren Familien, damit der Friede des Weihnachtsfestes bei euch einkehren möge“, so die Landrat-Stellvertreterin.

Die Feuerwehrjugend aus dem Landkreis Traunstein brachte das Friedenslicht nach Ende der Feier in ihre Heimatstädte und –gemeinden. Seit vielen Jahren sind es die Jugendfeuerwehren, die die Flamme als „Lichtträger“ weitergeben und es in Kirchen, in Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime sowie zu einsamen, behinderten und kranken Menschen bringen. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde auf dem Stadtplatz von der Musikkapelle Inzing-Törring. 

Text und Bilder: Peter Volk    

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