24 Floriansjünger absolvierten THL-Lehrgang mit Erfolg

Schnaitsee. 24 Feuerwehrmänner und –frauen aus zwölf Wehren im Inspektionsbereich Traunstein Land 4 legten den Fachlehrgang „Technische Hilfeleistung“ (THL) mit Erfolg ab. Die Floriansjünger aus dem nördlichen Landkreis Traunstein wurden in Rahmen der modularen Ausbildung an sechs verschiedenen Standorten in Theorie und mit praktischen Übungen umfassend geschult. Bei einer anspruchsvollen Abschlussprüfung zeigten die Teilnehmer, was sie gelernt und wertvolle Kenntnisse erworben hatten, um im Einsatz effektiv helfen zu können.
Nach dem Motto „Schulung von Feuerwehrlern für Feuerwehrler“ wurde der Kurs an  verschiedenen Standorten gehalten, in  Emertsham, Obing, Trostberg, Engelsberg, Seebruck (gemeinsam mit Seeon) sowie Schnaitsee (mit Kienberg). Die Auswahl der Ausbildungsorte und der dort vermittelten Themenbereiche wurde auf die Ausrüstung und Gerätschaften der jeweiligen Ortsfeuerwehr abgestimmt. Die verschiedenen Feuerwehren und deren Ausbilder schulten, was vor Ort am besten vermittelt werden konnte. Die Abschlussprüfung fand bei der Feuerwehr Schnaitsee statt. Dabei wurde das theoretische Wissen mit einem schriftlichen Test geprüft. Viel wichtiger aber war die Praxis, weshalb die Teilnehmer an vier verschiedenen, realistisch nachgestellten Einsatzsituationen ihre praktischen Fertigkeiten unter Beweis stellen mussten.
So wurden die Kursteilnehmer mit dem Einsatzstichwort „Keller unter Wasser“ in ein Gebäude geschickt. Dabei musste die richtige Verwendung einer Tauchpumpe vorgeführt werden. Ziel war jedoch das Erkennen von Gefahren für die Einsatzkräfte, zum Beispiel durch Elektrizität, weil sich in dem Kellerraum der Wechselrichter einer Photovoltaikanlage befand. Berücksichtigen mussten die Floriansjünger in ihrem Handeln auch die Umweltgefahren, die sich durch einen Heizöltank ergeben könnten. An einer weiteren inszenierten Notfallsituation auf einem Bauernhof war eine Person in einem Ladewagen eingeklemmt. Von den Feuerwehrlern war auf eine möglichst schonende Rettung des Schwerverletzten zu achten. Gefragt war aber auch die Improvisationsgabe der Aktiven. So sollten sie erkennen, dass auch mit einfachem Werkzeug erfolgreich geholfen werden kann und hydraulische Rettungsgeräte wie ein Spreizgerät nicht immer von Nöten sind. Bei Prüfungssituation 3 war von den Lehrgangsteilnehmern ein Landeplatz für die nächtliche Landung eines Rettungshubschraubers vorzubereiten. Dazu musste eine geeignete Fläche gewählt, abgesteckt und ausgeleuchtet werden. Realistisch in Szene gesetzt wurde auch ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Pkw kippte zur Seite um. Dabei wurde eine Person im Fahrzeug eingeklemmt und verletzt. Die Floriansjünger setzten hydraulische Rettungsgeräte ein, um den Schwerverletzten aus den Wracks zu befreien. Zuvor sicherten und stabilisierten sie das Unfallfahrzeug und unterbauten es mit Stützmaterial. Aufgabe der Feuerwehrler war auch die Betreuung und Erstversorgung der Verletzten. Ebenso bauten die Helfer in kürzester Zeit einen vorsorglichen Brandschutz auf.
Am Ende des Lehrganges lobten die Teilnehmer die gute Ausbildung. Die Ausbilder waren bestens vorbereitet und vermittelten die Lehrgangsinhalte mit großem Engagement. Lehrgangsleiter Siegfried Hudelist, 1. Kommandant der Feuerwehr Schnaitsee, Kreisbrandmeister Martin Hochreiter sowie Josef Linner, Fach-Kreisbrandmeister „Ausbildung“ im Lkr. Traunstein würdigten die hohe Motivation, den Lerneifer und ausgezeichneten Prüfungsergebnisse der 24 Absolventen. Als Prüfer waren zudem Werner Kraus (FF Emertsham) und Hans Heistracher (FF Seebruck) tätig.

Text: Peter Volk
Bilder: Feuerwehr Schnaitsee, Siegfried Hudelist

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