ABC-Alarm: Gefahr durch ätzende Salpetersäure - Einsatz für die Feuerwehren

Traunstein. Rötlicher Dampf aus einem Waschbecken, verursacht durch Salpetersäure, führte am Donnerstagnachmittag (2.4.2018) zu einem ABC-Alarm für die Feuerwehren Traunstein und Haslach. Die Bewohner eines Mehrfamilienhaus in Haslach, in dessen Erdgeschoss sich eine Arztpraxis befindet, mussten evakuiert werden. Vier Personen wurden vom BRK-Rettungsdienst behandelt, eine vorsorglich zur weiteren Abklärung ins Klinikum Traunstein gebracht.   

 

Gegen 15 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, nachdem aus dem Waschbecken im Behandlungszimmer der Praxis rotgefärbter ätzender Dampf aufstieg und rötliches Wasser aus dem Abfluss quoll. Auf der gegenüberliegenden Wandseite, getrennt durch einen Trockenbauwand, befand sich ebenfalls ein Waschbecken. Dort war der Abfluss verstopft und um diesen wieder frei zu bekommen, verwendete ein Bewohner 50-prozentige Salpetersäure. Das Becken in der Arztpraxis quoll über und roter ätzender Dampf verbreitete sich. Die Floriansjünger, geschützt mit Atemschutzgeräten, sorgten zunächst für die Evakuierung der Hausbewohner und der Arztpraxis. Acht Personen mussten das Haus vorübergehend verlassen. Sie wurden vorsorglich von der Besatzung eines BRK-Rettungswagens untersucht. Salpetersäure wirkt ätzend auf Haut, Atemwege und Schleimhäute, beim Einatmen kann es zu einem toxischen Lungenödem kommen. Deshalb wurde eine Person zur medizinischen Abklärung vorsorglich ins Traunsteiner Klinikum gebracht. Die Feuerwehr füllte die kontaminierte Flüssigkeit in Kanister ein und versuchte den Gefahrstoff zu neutralisieren. Die Räume wurden belüftet. Ein Entsorgungsunternehmen wurde mit dem Abtransport der Gefahrstoffes beauftragt. Eine Sanitärfirma sorgte für das Spülen der Wasserleitungen. Rund zwei Stunden nach Einsatzbeginn konnten Arztpraxis und Wohnungen wieder an die Besitzer übergeben und der Einsatz der rund 30 Feuerwehrkräfte beendet werden. Die Zwieselstraße in Traunstein-Haslach bleib während des Einsatzes komplett gesperrt. 

Text: Peter Volk     /   Bilder: Freiwillige Feuerwehr Traunstein

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