Feuerwehr rettete vier Personen aus verrauchtem Wohnhaus

Traunreut. Vier Bewohner eines Mehrfamilienhauses rettete die Feuerwehr Traunreut am Mittwochabend (26.8.2015) über das schon völlig verrauchte Treppenhaus, nachdem im Keller des mehrstöckigen Gebäudes ein Feuer im Müllraum ausgebrochen war. Alle weiteren rund 20 Bewohner des Hauses konnten sich selbständig in Sicherheit bringen. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.
Am Mittwochabend gegen 22 Uhr wurde zunächst nur die Feuerwehr Traunreut alarmiert, nachdem über Notruf der Brand im Keller des Wohnhauses im Föhrenweg gemeldet worden war. Der Löschzug, der nach wenigen Minuten am Einsatzort eingetroffen war, konzentrierte sich darauf alle Personen aus dem verqualmten Gebäude zu retten. Eine Person sei vermisst und befinde sich vermutlich in einem der oberen Stockwerke, so die Information aufgeregter Anwohner an die Feuerwehr. Atemschutztrupps machten sich sofort auf die Suche und konnten insgesamt vier Personen aus Wohnungen der dritten und fünften Etage retten. Ihnen wurden sogenannte Fluchthauben aufgesetzt, um sie so vor dem Brandrauch geschützt über das Treppenhaus aus dem Gebäude zu retten.
Währenddessen forderte die Einsatzleitung die Feuerwehr Stein an der Traun zur Unterstützung nach und wenige Minuten später wurde auf Alarmstufe B4 erhöht und weitere Einsatzkräfte zum Brandort beordert. Dieser Großalarm hatte zur Folge, dass die Wehren aus Pierling, Traunwalchen, Matzing, Palling, Trostberg, Nußdorf, die Werksfeuerwehr des Bosch-Siemens-Hausgerätewerks und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) aus Traunstein anrückten. Insgesamt waren mehr als 130 Floriansjünger im Einsatz.
Nach Abschluss der Personenrettung drangen die Floriansjünger im Innenangriff mit Atemschutzgeräten in den Keller vor. Dort verwehrte jedoch eine stählerne Brandschutztüre den Zugang zum Brandherd im dahinter befindlichen Müllraum. An der Türe wurde eine Temperatur von 300 Grad gemessen. Mittels einer Rettungsspreize wurde die, durch die Hitze schon stark verformte Türe geöffnet. Die Löschtrupps konnten das Feuer in dem rund 12 Quadratmeter großen Raum dann schnell löschen. 
Die Bewohner des evakuierten Gebäudes wurden von einer Schnelleinsatzgruppe des Bayerischen Roten Kreuzes betreut, bis sie kurz nach Mitternacht wieder in ihre Wohnungen zurückkehren konnten. Die Feuerwehr hatte zuvor den Brandrauch mit Belüftungsgeräten aus dem Gebäude geblasen. Von Seiten des Rettungsdienstes standen zudem ein Notarzt und zwei BRK-Rettungswagen sowie der Einsatzleiter Rettungsdienst bereit. Die aus dem verqualmten Gebäude geretteten Personen wurden untersucht, blieben jedoch unverletzt.
Auch Bürgermeister Klaus Ritter kam zum Brandort und ließ sich von der Einsatzleitung über den Stand der Rettungs- und Löscharbeiten informieren. Er würdigte die schnelle und professionelle Arbeit von Feuerwehr und Rettungsdienst und zeigte sich beruhigt, dass niemand verletzt wurde. Geleitet wurde der Einsatz von den beiden Kommandanten der Feuerwehr Traunreut, Karl-Heinz Erhard und Konrad Unterstein. Sie wurden von Kreisbrandinspektor Manfred Unterstein und Kreisbrandrat Hans Gnadl unterstützt.
Was das Feuer im Müllraum im Keller des Wohnhauses ausgelöst hat, steht noch nicht eindeutig fest. Die Feuerwehr vermutet, dass über den zentralen Müllabwurfschacht glimmendes Material entsorgt wurde und im Müllraum das Feuer entfachte. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Die Höhe des entstandenen Sachschadens schätzt die Polizei auf rund 30.000 Euro.

Text: Peter Volk
Bilder: Peter Volk und Südost-News (siehe Link)  

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