Sattelzug kippt von Autobahn auf Feldweg

Bergen. Zu einem Lkw-Unfall kam es am Mittwochmorgen (21.11.) auf der Autobahn A 8 bei Bergen. Ein niederländischer Sattelzug kam nach rechts von der Fahrbahn ab und stürzte von der Autobahn auf eine parallel zur Autobahn verlaufende Feldstraße. Der Fahrer blieb unverletzt. Das Bergen der Ladung (Melonen) sowie des umgestürzten Lkw dauerte fast den ganzen Tag und führte zu bis zu zehn Kilometer langen Staus auf der Autobahn in Richtung Salzburg sowie zu erheblichen Behinderungen auf den umliegenden Kreis- und Staatsstraßen.
Kurz vor sieben Uhr teilte ein besorgter Lkw-Fahrer der Polizei mit, dass ein niederländischer Sattelzug schlingernd beide Fahrbahnen der Autobahn Richtung Salzburg benötige. Der Fahrer könnte betrunken oder übermüdet sein, so die Vermutung des Anrufers. Daraufhin rückte eine Streife der Verkehrspolizei aus, um den Sattelzug zu stoppen und zu kontrollieren. Als sich der Mitteiler nochmals per Handy bei der Polizei meldete, meldete er den Unfall des Lastzuges. Vor seinen Augen sei das Gefährt zuerst auf die Überholspur geraten und anschließend scharf nach rechts gefahren. Dort drückten sich die Reifen ins Bankett und der Lkw fiel über die Leitplanke auf eine benachbarte Feldstraße.
Zur Bergung der Ladung musste anfänglich nur der rechte Fahrstreifen in Richtung Salzburg wegen Schmutz, Dreck und diversen Kleinteilen des verunglückten Lkw gesperrt werden. Da Diesel und Öl auslief wurden zudem die Feuerwehren Holzhausen und Grabenstätt alarmiert. Sie rückten mit insgesamt 30 Mann an, pumpten den Diesel aus dem Tank ab, beseitigten ausgelaufenes Öl und Benzin und halfen beim Umladen der Fracht auf einen Ersatz-Lkw.

Um den havarierten Lkw bergen zu können, musste die Fahrspur in Richtung Salzburg für sechs Stunden total gesperrt werden. Zur Bergung wurde ein Spezialkran aus Rosenheim angefordert.
Die Ursache für den Unfall liegt nach Polizeiangaben höchstwahrscheinlich in der Übermüdung des Fahrers. Der niederländische Fahrer hielt sich nicht an die vorgegebenen Ruhezeiten. Alkohol und Drogen waren jedoch nicht der Grund für den Fahrfehler und den daraus resultierten Unfall, betont die Polizei.

Die geladenen Melonen wären für ein Geschäft in Krefeld gedacht gewesen. Der Fahrer verwechselte jedoch vermutlich die Lieferadresse mit der Adresse des Importeurs und gab diese in sein Navigationssystem ein. Dadurch war er in falsche Richtung unterwegs, bei es zu dem Unfall auf Höhe Holzhausen kam.


Text: Peter Volk
Quelle: Pressebericht Polizeidirektion Traunstein.

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